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19.04.2012

19:20 Uhr

Medienkonzern

Bertelsmann schielt auf Wissenschaftsverlag Springer

Der Medienkonzern Bertelsmann will investieren. Zu den möglichen Kandidaten zählt auch der Wissenschaftsverlag Springer Science, verriet Bertelsmann-Chef Thomas Rabe.

Thomas Rabe, der Vorstandsvorsitzende des Medienkonzerns Bertelsmann, liebäugelt mit einem Einstieg bei dem Wissenschaftsverlag Springer Science+Business. dpa

Thomas Rabe, der Vorstandsvorsitzende des Medienkonzerns Bertelsmann, liebäugelt mit einem Einstieg bei dem Wissenschaftsverlag Springer Science+Business.

FrankfurtDer Medienriese Bertelsmann liebäugelt mit einem Einstieg bei dem Wissenschaftsverlag Springer Science+Business. Sein Unternehmen prüfe derzeit verschiedene Möglichkeiten für Investitionen - eine davon sei Springer Science, sagte Bertelsmann-Chef Thomas Rabe in einem am Donnerstag vorab veröffentlichten Interview mit dem „Manager Magazin“ auf eine entsprechende Frage. Eine Festlegung auf bestimmte Unternehmen gebe aber nicht. Nach Übernahmezielen werde aber nicht nur im Bildungsbereich gesucht - auch die Geschäfte mit Informationsdienstleistungen und Musikrechten seien interessant.

Rabe, der Bertelsmann seit Anfang des Jahres leitet, kennt den Verlag gut - er sitzt im Aufsichtsrat von Springer Science+Business. Das Unternehmen gehört seit Ende 2009 mehrheitlich dem schwedischen Finanzinvestor EQT, der seinerzeit 2,3 Milliarden Euro auf den Tisch legte. Bis Anfang des Jahrtausends war der Verlag noch ein Teil von Bertelsmann.

Das nötige Geld für eine Übernahme des Wissenschaftsverlags könnte Bertelsmann bald haben. Das Gütersloher Unternehmen kündigt Ende März an, künftig Investoren und Geld von außen anlocken zu wollen. Selbst ein Sprung an die Börse ist für Europas größten Medienkonzern möglich. Voraussetzung dafür die Umwandlung in eine neue Rechtsform, die sicherstellt, dass die Eignerfamilie Mohn weiter das Sagen hat. Der Prozess wurde
bereits eingeleitet.

Über den Einstieg eines Investors soll Rabe zufolge nun voraussichtlich im Laufe des Sommers ein Beschluss gefasst werden. „Wir haben im August eine Strategieklausur und im September ein Managementmeeting“, sagte er dem Magazin. Erst wenn die neue Strategie stehe, werde Bertelsmann mit Kapitalgebern sprechen. Bei der Auswahl der künftigen Partner werde er wählerisch sein. „Sollten wir Investoren aufnehmen wollen, dann sicher solche, die nicht die Quartals-, sondern die langfristige Entwicklung von Bertelsmann im Blick haben.“

Rabe will das 177 Jahre alte Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 15 Milliarden Euro nach jahrelangen Sparrunden wieder auf Wachstumskurs bringen. Gleichzeitig will der ehemalige Bertelsmann-Finanzchef die Abhängigkeit des Konzerns von den Erträgen der Fernsehtochter RTL Group lösen, die das nervöse Auf und Ab der TV-Werbemärkte Eins zu Eins
mitmacht.

Von

rtr

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