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31.01.2014

16:48 Uhr

Medienkonzern

Bertelsmann schließt 2013 mit Gewinnsprung ab

Nach den Rekordzahlen in den ersten neun Monaten hat Bertelsmann das Geschäftsjahr 2013 mit einem deutlichen Plus abgeschlossen. Der Medienkonzern profitiert vor allem von der Fernsehtochter RTL.

Einen wesentlichen Beitrag zum Bertelsmann-Ergebnis dürfte erneut die RTL Group geleistet haben dapd

Einen wesentlichen Beitrag zum Bertelsmann-Ergebnis dürfte erneut die RTL Group geleistet haben

GüterslohDer Medienkonzern Bertelsmann hat das vergangene Geschäftsjahr nach vorläufigen Zahlen mit einem Gewinnsprung abgeschlossen. Das Konzernergebnis sei um etwa 30 Prozent auf rund 800 Millionen Euro gewachsen, teilte der Konzern (RTL Group, Penguin Random House, G+J, Arvato, BMG) am Freitag mit. Nach dem dritten Quartal hatte Vorstandschef Thomas Rabe noch mit einem Ergebnisplus von 20 Prozent gerechnet. Der Umsatz habe 2013 um zwei Prozent auf 16,4 Milliarden Euro zugelegt.

Das operative Ergebnis (Ebit) sei trotz Aufwendungen und planmäßiger Anlaufverluste für Digitalisierungsprojekte bei 1,7 Milliarden Euro stabil geblieben. Die Nettofinanzschulden halbierten sich den Angaben zufolge auf 600 Millionen Euro. Die genauen Zahlen will Bertelsmann am 26. März in Berlin bekanntgeben.

Die Geschäftsfelder von Bertelsmann

Bücher

Das Buchgeschäft ist die Keimzelle von Bertelsmann: Gründer Carl Bertelsmann erhielt 1835 die Konzession der preußischen Regierung zur Einrichtung einer Buchdruckerei. Unter dem Dach des Konzerns ist inzwischen die größte Publikumsverlagsgruppe der Welt entstanden: Zunächst unter dem Namen der US-Tochterfirma Random House, seit 2012 in einem Joint Venture mit Pearson, an dem die Gütersloher 53 Prozent halten. Penguin Random House heißt der Gigant mit seinen 11.800 Mitarbeitern.

Fernsehen

Die RTL Group betreibt 53 TV- und 28 Radiosender in neun Ländern Europas sowie Indien. Gerade in Deutschland ist das Unternehmen stark – mit den Stationen RTL, Vox, RTL II, Super RTL, RTL Nitro und n-tv. Bertelsmann hält 92,3 Prozent an der Sendergruppe.

Zeitschriften

Ob „Stern“, „Geo“ oder „Brigitte“: An europäischen Kiosken sind die Zeitschriften von Gruner + Jahr nicht zu übersehen. Bertelsmann hält seit den 70er Jahren die Mehrheit an den Verlag, Ende 2014 will der Medienkonzern die verbliebenen Anteile von der Jahr-Familie kaufen.

Dienstleistungen

Arvato ist die wohl vielseitigste Tochter von Bertelsmann: Die Dienstleistungssparte erstellt digitale Medien, ist im E-Commerce tätig, bietet aber auch zahlreiche Unternehmenslösungen für Kundenpflege, Produktionsplanung und Datenmanagement, außerdem IT-Services. Die Sparte hat mehr als 66.000 Mitarbeiter.

Druck

Bertelsmann gliederte die Druckaktivitäten 2012 in die Sparte Be Printers aus. Diese fertigt Zeitschriften, Kataloge, Prospekte, Bücher und Kalender. Zudem bietet sie Dienstleistungen an. Die Bertelsmann-Tochter betreibt Druckereien in Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien sowie den USA und Kolumbien und hat 6200 Mitarbeiter.

Musik

Musik gehörte lange zum Kerngeschäft von Bertelsmann. Allerdings verkaufte der Konzern 2006 seinen Musikverlag BMG, 2008 gab er auch seinen Anteil am Gemeinschaftsunternehmen Sony BMG ab und verabschiedete sich so aus dem Tonträgergeschäft. 2013 holten die Gütersloher die Musik vom Finanzinvestor KKR zurück in den Konzern. Das Geschäft gehört zum Bereich Corporate Investments, der alle übrigen operativen Aktivitäten von Bertelsmann umfasst.

Zu den Gründen für das deutliche Ergebnisplus machte der Konzern keine Angaben. Einen wesentlichen Beitrag dürfte jedoch erneut die RTL Group geleistet haben. Die Mediengruppe befindet sich zu 75,1 Prozent im Besitz Bertelsmanns – und habe ein sehr gutes Geschäftsjahr verbucht, hieß es aus Unternehmenskreisen. Bereits in den ersten neun Monaten 2013 war der Nettogewinn der im MDax notierten RTL-Sendergruppe trotz eines schwächelnden Umsatzes um 41,2 Prozent auf 535 Millionen Euro geklettert.

Außerdem wurde zum April 2013 die vollständige Übernahme des Musikrechtemanagers BMG bilanzwirksam. Dazu kommen seit dem 1. Juli des vergangenen Jahres die Geschäftszahlen aus der Fusion der Bertelsmann Verlagsgruppe Random House mit dem Verlag Penguin zum weltgrößten Publikumsverlag und die Erträge aus der Übernahme des Finanzdienstleisters Gothia Financial Group.

Auch beim Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr und dem Dienstleister Arvato gebe es positive Entwicklungen, hieß es im Unternehmen. Schwieriger sei nach wie vor die Lage der Drucksparte BE Printers.

Im Oktober hatte Rabe angekündigt, den Umsatz in den nächsten Jahren auf 20 Milliarden Euro steigern zu wollen.

Von

dpa

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