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03.04.2013

18:10 Uhr

Medienkonzern

Bertelsmann startet zweiten RTL-Börsengang

Bertelsmann plant den Verkauf von RTL-Anteilen an der Börse. Der zweite Börsengang der RTL Group soll offenbar am Donnerstag bekannt gegeben werden. Bis zu 17,3 Prozent der Anteile ist Bertelsmann bereit abzugeben.

Bertelsmann umfasst sechs große Sparten, die laut Firmenphilosophie weitgehend eigenständig tätig sind. Neben der nun mit Sony fusionierenden Musikgruppe BMG sind dies Europas größte Fernsehgesellschaft RTL Group, die Druck- und Dienstleistungssparte Arvato, der weltgrößte Buchverlag Random House, die Direct Group, sowie der Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr. dpa

Bertelsmann umfasst sechs große Sparten, die laut Firmenphilosophie weitgehend eigenständig tätig sind. Neben der nun mit Sony fusionierenden Musikgruppe BMG sind dies Europas größte Fernsehgesellschaft RTL Group, die Druck- und Dienstleistungssparte Arvato, der weltgrößte Buchverlag Random House, die Direct Group, sowie der Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr.

München/FrankfurtBertelsmann will den milliardenschweren Verkauf von RTL-Anteilen an der Börse Insidern zufolge an diesem Donnerstag in die Wege leiten. Dann solle die Absichtserklärung für einen zweiten Börsengang des Fernsehkonzerns RTL Group bekannt gegeben werden, sagten mehrere mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. Beide Unternehmen wollten sich dazu nicht äußern.

Bertelsmann prüft seit mehr als zwei Monaten einen Verkauf von bis zu 17,3 Prozent der RTL-Anteile, um Geld für Investitionen in neue Geschäftsfelder hereinzubekommen. Der Medienkonzern hält 93,3 Prozent der Aktien. Die Titel sind bereits an den Börsen in Luxemburg und Brüssel notiert. Um weiterhin die unbeschränkte Macht über Europas größte private Fernsehgruppe auszuüben, will Bertelsmann auch künftig mindestens 75 Prozent der Anteile behalten.

Die Geschäftsfelder von Bertelsmann

Bücher

Das Buchgeschäft ist die Keimzelle von Bertelsmann: Gründer Carl Bertelsmann erhielt 1835 die Konzession der preußischen Regierung zur Einrichtung einer Buchdruckerei. Unter dem Dach des Konzerns ist inzwischen die größte Publikumsverlagsgruppe der Welt entstanden: Zunächst unter dem Namen der US-Tochterfirma Random House, seit 2012 in einem Joint Venture mit Pearson, an dem die Gütersloher 53 Prozent halten. Penguin Random House heißt der Gigant mit seinen 11.800 Mitarbeitern.

Fernsehen

Die RTL Group betreibt 53 TV- und 28 Radiosender in neun Ländern Europas sowie Indien. Gerade in Deutschland ist das Unternehmen stark – mit den Stationen RTL, Vox, RTL II, Super RTL, RTL Nitro und n-tv. Bertelsmann hält 92,3 Prozent an der Sendergruppe.

Zeitschriften

Ob „Stern“, „Geo“ oder „Brigitte“: An europäischen Kiosken sind die Zeitschriften von Gruner + Jahr nicht zu übersehen. Bertelsmann hält seit den 70er Jahren die Mehrheit an den Verlag, Ende 2014 will der Medienkonzern die verbliebenen Anteile von der Jahr-Familie kaufen.

Dienstleistungen

Arvato ist die wohl vielseitigste Tochter von Bertelsmann: Die Dienstleistungssparte erstellt digitale Medien, ist im E-Commerce tätig, bietet aber auch zahlreiche Unternehmenslösungen für Kundenpflege, Produktionsplanung und Datenmanagement, außerdem IT-Services. Die Sparte hat mehr als 66.000 Mitarbeiter.

Druck

Bertelsmann gliederte die Druckaktivitäten 2012 in die Sparte Be Printers aus. Diese fertigt Zeitschriften, Kataloge, Prospekte, Bücher und Kalender. Zudem bietet sie Dienstleistungen an. Die Bertelsmann-Tochter betreibt Druckereien in Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien sowie den USA und Kolumbien und hat 6200 Mitarbeiter.

Musik

Musik gehörte lange zum Kerngeschäft von Bertelsmann. Allerdings verkaufte der Konzern 2006 seinen Musikverlag BMG, 2008 gab er auch seinen Anteil am Gemeinschaftsunternehmen Sony BMG ab und verabschiedete sich so aus dem Tonträgergeschäft. 2013 holten die Gütersloher die Musik vom Finanzinvestor KKR zurück in den Konzern. Das Geschäft gehört zum Bereich Corporate Investments, der alle übrigen operativen Aktivitäten von Bertelsmann umfasst.

Ein 17,3-prozentiges Paket wird am Markt derzeit mit 1,5 Milliarden Euro bewertet. Doch dies gilt nicht als Anhaltspunkt für den erwarteten Verkaufserlös, weil die Aktie angesichts des bisher geringen Streubesitzes nur wenig gehandelt wird. Um einen breiten Investorenkreis anzusprechen, will Bertelsmann den Verkauf wie einen Börsengang organisieren, wie Reuters von Insidern erfahren hatte. Bereits Anfang Mai könnte RTL mit einem Streubesitz von bis zu 25 Prozent zum Börsen-Schwergewicht werden.

Von

rtr

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