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02.09.2012

18:31 Uhr

Medienkonzern

Bertelsmann verzichtet auf Börsengang

ExklusivFür Bertelsmann-Chef Thomas Rabe ist der Börsengang inzwischen ein unbequemes Thema. Schließlich wäre er nicht der erste Chef, von dem sich die Eigentümerfamilie Mohn wegen seiner Börsenpläne trennen würde.

Bertelsmann: Generationenwechsel überfällig

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DüsseldorfDer Medienkonzern Bertelsmann strebt nicht mehr an die Börse. „Der Börsengang ist vom Tisch. Die Familie will keinen IPO“, sagte ein Vertrauter der Eigentümerfamilie Mohn am Wochenende. „Für einen Börsengang fehlt dem Konzern zudem eine kontinuierliche Wachstumsstory“, sagte er zur Begründung für die ablehnende Haltung.

Bertelsmann-Vorstandschef Thomas Rabe hatte am Freitag in einer Telefonkonferenz zu der soliden Halbjahresbilanz auf die Frage nach einem Börsengang nur ausweichend geantwortet. Aus seiner Vorliebe für die Finanzierung über die Börse machte der 47-jährige Finanzspezialist jedoch nie einen Hehl. Noch Ende März, ein Vierteljahr nach der Übernahme des Chefsessels in Gütersloh, sagte Rabe anlässlich der Umwandlung der nicht börsennotierten Aktiengesellschaft (AG) in eine Europäische Aktiengesellschaft (SE) & Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA): „Wir können weitere Gesellschafter aufnehmen und gegebenenfalls das Unternehmen an die Börse führen.“ Die Option des Börsengangs wurde von den Alleineigentümern, der Familie Mohn, nun gestrichen.

Mit der Erfahrung von ad acta gelegten Börsenplänen ist Rabe in der Geschichte von Bertelsmann nicht allein. Vor einem Jahrzehnt verfolgte Thomas Middelhoff ebenfalls Börsenpläne. Am Ende trennten sich die Mohns von ihrem Konzernlenker. Auch 2006 verhinderte die Mohn-Familie den Verkauf des 25-prozentigen Anteil des belgischen Mitgesellschafters Alberte Frére an der Börse. Die Mohns kauften am Ende die Frére-Anteile zurück und nahmen dafür eine höhere Verschuldung des Konzerns in Kauf.

Diesen Weg will Liz Mohn mit ihrem Sohn Christoph, designierter Bertelsmann-Aufsichtsratschef, auch diesmal gehen. Um notwendige Zukäufe zu finanzieren, wollen sie neben Eigenkapital auch Fremdkapital beispielsweise über Unternehmensanleihen aufnehmen. Eine höhere Verschuldung nehmen sie dafür ähnlich wie damals bei Frére in Kauf. „Den Verschuldungsgrad auf 3,2 zu erhöhen, ist für den Konzern kein Problem“, sagte ein Mohn-Vertrauter am Wochenende zur Begründung. Bislang galt als Regel, das das Verhältnis der wirtschaftlichen Schulden zum operativen Ergebnis (Ebitda), im Finanzjargon auch Leverage-Faktor genannt, maximal 2,5 betragen kann.

Von

hps

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

02.09.2012, 19:06 Uhr

Das Unglück Deutschlands hat einen Namen: Bertelsmann

Seit über 2 Jahrzehnten macht diese Krake mit ihrer "Stiftung" Politik. Egal ob Euro, Bologna-Prozess, HartzIV, kommunale Verwaltungsreform, Gender-Mainstreaming oder "Bunte Republik".
Stets gehen diese pseudomodernistischen Experimente schief oder bleiben auf halbem Wege stecken- und die Zeche zahlt der deutsche Durchschnittsbürger.

Politiker, die nicht spuren, werden von Bertelsmann fertig gemacht. Das wirkt, deshalb wird der Mist trotzdem jedesmal gemacht. Auch Merkel hat sich früh beeilt, LiZ Mohns Freundin zu werden. So tanzen alle nach der Pfeife von Bertelsmann. Nicht zuletzt deshalb ist Politik heute so eintönig und CDUCSUGRÜNEFDPSPD nur noch ein Einheitsbrei

Der Weg zu Freiheit, Demokratie, Rechtsstaat und wirtschaftlichem Wohlergehen, führt nur über eine Entflechtung von Bertelsmann





RDA

02.09.2012, 21:51 Uhr

Ich bin dafür, dass Apax Bertelsmann auf Kredit aufkauft und den Laden dabei hoffnungslos überschuldet. Dann werden halbjährlich Sonderdividenden ausgeschüttet, die das doppelte des Jahresgewinns von Bertelsmann betragen. Ach ja, Familie Mohn sollte noch jede Menge Garantien für Bertelsmann abgeben müssen und dafür mit ihrem Privatvermögen haften. Die Bertelsmann-Gebäude und Grundstücke werden an Apax verkauft und dann zu exorbitanten Mieten auf 30 Jahre zurückgemietet. Wenn Bertelsmann dann irgendwann pleite geht, dann hat es eben selbst Schuld. DAS ist der Shareholder Value, den Bertelsmann selbst über Jahre gepredigt hat!

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