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26.02.2013

10:07 Uhr

Medienkonzern

Videospiel-Boom rettet Vivendi

Videospiele wie „World of Warcraft“ oder „Call of Duty“ haben den Gewinneinbruch bei Vivendi gebremst. Wegen des schwachen Mobilfunkgeschäfts fiel der Gewinn trotzdem um rund 10 Prozent.

Das Videospiel „Call of Duty“ Reuters

Das Videospiel „Call of Duty“

ParisDer Boom bei Videospielen hat den Gewinneinbruch beim französischen Medienkonzern Vivendi im vergangenen Jahr abgefedert. Aufgrund der Schwäche im heimischen Mobilfunkgeschäft fiel das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) aber dennoch um rund zehn Prozent auf 5,28 Milliarden Euro, wie der in Paris ansässige Konzern am Dienstag mitteilte. Mit einem Überschuss von 2,86 Milliarden Euro lag der Medienriese aber über der erst Mitte November auf 2,7 Milliarden Euro angehobenen Prognose. Vor allem Spiele wie „World of Warcraft“, „Call of Duty“ und „Black Ops II“ schossen das Konglomerat über die Zielmarke.

Bei den geplanten Anteilsverkäufen sieht sich Vivendi deshalb nicht unter Druck. „Wir haben es nicht eilig, zu verkaufen“, betonte Finanzchef Philippe Capron. Die Franzosen wollen Beteiligungen wie etwa an Maroc Telecom und der brasilianischen GVT abstoßen, um Schulden abzubauen und weniger abhängig vom Telekommunikationsmarkt zu sein.

Geschäftsmodelle der Spielebranche

Verkauf

Ein Entwickler arbeitet Monate oder Jahre an einem Spiel. Wenn es fertig ist, wird es zu einem festen Preis auf den Markt gebracht. Nach wie vor setzen viele Anbieter auf den klassischen Verkauf, ob Einzelkämpfer, die eine iPhone-App programmieren, oder große Studios mit Produktionen im Hollywood-Stil. Ob die Nutzer ins Geschäft gehen oder sich den Titel herunterladen, spielt dabei keine Rolle.

Abo-Modelle

Jede Stunde oder jeder Monat kostet – nach diesem Prinzip rechnen die Anbieter von Abo-Spielen ab. Wenn sie einen treuen Stamm von Spielern an sich binden können, schaffen sie einen stetigen Umsatzstrom. Dafür müssen sie allerdings auch ständig etwas Neues bieten, sonst sind die zahlenden Kunden weg. „World of Warcraft“ ist der Prototyp dieses Geschäftsmodells.

Free To Play

Das Spiel an sich ist gratis, aber die Extras kosten. Die Anbieter von Free-to-play-Spielen verdienen ihr Geld mit virtuellen Zauberstäben, Raumschiffen oder Rüstungen. Obwohl nur ein Bruchteil der Nutzer zahlt, kann das lukrativ sein. Da die Einstiegshürde niedrig ist, gewinnen die Anbieter viele Gelegenheitsspieler. Vorreiter sind Unternehmen wie Zynga und Bigpoint, doch auch viele Branchen-Dinos setzen inzwischen auf dieses Modell.

Werbung

Bandenwerbung im Fußballstadion, Aufkleber auf Rennwagen, gesponsorte Figuren: Computerspiele sind eine Plattform für Reklame. Der Anteil am Gesamtumsatz der Branche ist allerdings noch klein.

Crowdfunding

Wer keinen großen Geldgeber findet, fragt einfach viele Kleininvestoren. Beim Crowdfunding – der Schwarmfinanzierung – versorgen sich Unternehmen über Plattformen wie Kickstarter mit Kapital; Nutzer können kleine Beträge zur Verfügung stellen und bekommen im Gegenzug das fertige Produkt oder Extras.

Der verschärfte Preiskampf auf dem heimischen Mobilfunkmarkt ließ das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) der Mobilfunk-Tochter SFR ohne Einmaleffekte um 10,6 Prozent einbrechen. Damit fiel der Rückgang etwas schwächer aus als die erwarteten minus zwölf Prozent. Für das laufende Jahr erwartet Vivendi nur noch ein Ebitda von nahe 2,9 Milliarden Euro, nach 3,3 Milliarden 2012. Der Umsatz der Mobilfunk-Tochter fiel 2012 um rund sieben Prozent auf 11,29 Milliarden Euro. Der Konzern-Umsatz stieg dagegen um 0,6 Prozent auf 28,99 Milliarden Euro an. Vor allem der US-Computer- und Videospielekonzern Activision Blizzard habe ein "außergewöhnliches" Jahr hingelegt. An der Börse verloren Vivendi-Papiere zum Auftakt mehr als drei Prozent

Von

rtr

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