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11.09.2013

19:09 Uhr

Medienkonzern

Vivendi will sich aufspalten

Vivendi strebt eine Aufspaltung an. Die Medien- und Telekommunikationsbereiche sollen künftig unterschiedliche Unternehmen sein. Letzteres soll aus dem Mobilfunk-Anbieter SFR bestehen, der so mehr Freiheit erhalten soll.

Im Medienbereich soll der Vivendi-Erklärung zufolge eine neue internationale Mediengruppe entstehen. Reuters

Im Medienbereich soll der Vivendi-Erklärung zufolge eine neue internationale Mediengruppe entstehen.

ParisDer französische Medien- und Telekommunikationskonzern Vivendi will sich in zwei Teile aufspalten. Der Aufsichtsrat habe einstimmig entschieden, Chancen und Risiken eines solchen Schrittes prüfen zu lassen, teilte Vivendi am Mittwoch mit. Eine Aufspaltung würde einen deutlichen Mehrwert für die Aktionäre schaffen, hieß es. So könnten Anleger dann in zwei unterschiedliche Einheiten investieren und ihre Entscheidung besser an branchen-spezifischen Faktoren ausrichten.

Eines der künftigen Unternehmen solle aus der Mediensparte bestehen, das andere aus dem Mobilfunk-Anbieter SFR, teilte Vivendi am Mittwochabend in Paris mit. SFR erhalte dadurch "eine größere Freiheit" bei Strategie und Partnern. Die Mobilfunksparte ist insbesondere in Frankreich harter Konkurrenz ausgesetzt.

Im Medienbereich soll der Vivendi-Erklärung zufolge eine neue internationale Mediengruppe entstehen, die ihren Sitz in Frankreich haben soll. Neben der Musiksparte, in der Vivendi nach eigenen Angaben weltweit Marktführer ist, umfasst diese unter anderem den Filmbereich in Europa oder Bezahlfernsehen in Frankreich, Afrika, Vietnam und Polen. Zur Vivendi-Gruppe gehört unter anderem der Bezahlsender Canal+.

Die größten Medienkonzerne der Welt (nach Umsatz 2012)

Comcast/NBC, LLC

48,7 Milliarden Euro

Google

39,1 Milliarden Euro

Walt Disney

32,9 Milliarden Euro

News Corp.

26,2 Milliarden Euro

Time Warner

22,4 Milliarden Euro

Viacom/CBS Corp.

22,4 Milliarden Euro

Sony Entertainment

16,8 Milliarden Euro

Bertelsmann

16,1 Milliarden Euro

Vivendi

13,3 Milliarden Euro

Dish Network Corp.

11,1 Milliarden Euro

Rang 11 bis 20

Cox Enterprises 10,6 Milliarden Euro

Thomson Reuters 10 Milliarden Euro

Rogers Comm. 9,7 Milliarden Euro

Liberty Media Corp. 9,4 Milliarden Euro

Reed Elsevier 7,5 Milliarden Euro

Pearson 7,5 Milliarden Euro

Lagardère Media 7,4 Milliarden Euro

Nippon Hoso Kyokai 6,4 Milliarden Euro

ARD 6,3 Milliarden Euro

Bloomberg 6,2 Milliarden Euro

Quelle: Unternehmen

Vivendi befindet sich mitten im Konzernumbau. Im Zuge der gewollten Rückbesinnung auf das Mediengeschäft haben die Franzosen die Abkehr von zwei wichtigen Geschäftsbereichen eingeleitet, nämlich den Verkauf von Mehrheitsbeteiligungen am US-Videospielehersteller Activision Blizzard sowie am marokkanischen Telekom-Anbieter Maroc Telecom. Mit der Verschlankung will sich Vivendi Spielraum verschaffen. So sollen mit dem Einnahmen Schulden abgebaut oder den Aktionären Geld zurückgegeben werden.

Die endgültige Entscheidung zur Aufspaltung könnte den Angaben zufolge Anfang nächsten Jahres fallen und der Hauptversammlung unterbreitet werden. Zugleich gab das Unternehmen die Nominierung des größten Aktionärs Vincent Bolloré als Vizepräsident des Verwaltungsrates bekannt.

Kommentare (1)

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30.09.2013, 13:46 Uhr

In Frankreich kursieren schon seit einiger Zeit Gerüchte über einen Verkauf von SFR an ein ausländisches Mobilfunk-Unternehmen wie Vodafone. Die Aufspaltung könnte in diese Richtung weisen.

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