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15.03.2012

19:01 Uhr

Medienkonzerne

Burda und WAZ schließen Allianz im Werbemarkt

VonHans-Peter Siebenhaar

ExklusivAb Sommer wollen der Medienkonzern Burda und die WAZ-Gruppe über 30 ihrer Zeitschriften gemeinsam vermarkten. Das sei eine Reaktion auf den Wettbewerb zwischen Medien, sagte der Burda-Verlagsvorstand.

Die WAZ-Gruppe und der Medienkonzern Burda („Focus“, „Bunte“) verbünden sich bei Zeitschriftenvermarktung. ap

Die WAZ-Gruppe und der Medienkonzern Burda („Focus“, „Bunte“) verbünden sich bei Zeitschriftenvermarktung.

DüsseldorfDer Medienkonzern Burda („Focus“, „Bunte“) und die WAZ-Gruppe verbünden sich bei der Zeitschriftenvermarktung. Die Burda-Tochter BCN übernimmt ab 1. Juli die Vermarktung von über 30 Zeitschriften („Gong“, „Frau im Spiegel“, „Das Goldene Blatt“) der Essener WAZ-Gruppe. „Der intermediäre Wettbewerb auf diesem Markt ist grausam, deshalb sollten die Verlage stärker zusammen arbeiten“, sagte Burda-Verlagsvorstand Philipp Welte dem Handelsblatt. Mit der Kooperation wird ein Vermarktungsriese mit über 500 Millionen Euro Umsatz geschaffen. „Durch Burda haben wir nun einen Zugang zu neuen Marktsegmenten im Werbemarkt“, sagte WAZ-Zeitschriftenchef Manfred Braun. „Wir erwarten künftig eine Umsatzsteigerung.“

Hintergrund der Allianz sind die Verteilungskämpfe um die Werbung unter den Publikumszeitschriften. „Die Marktanteile der Zeitschriften stagnieren in Deutschland, und die Fernseh- und Online-Vermarkter operieren zunehmend aggressiv gegen uns“, sagt Welte. Nach Marktschätzungen nehmen die Zeitschriftenverlage jährlich rund 1,4 Milliarden Euro durch Werbung ein. „Der Zwang, eine Allianz zu bilden, ist wichtiger denn je.

Herzogtümer sind ausgestorben“, bestätigt auch WAZ-Manager Braun. Durch die Zusammenarbeit würden sich Größenvorteile für Kunden und Agenturen ergeben. Zudem reduziere die Zusammenlegung die Kosten. Sowohl Burda als auch die WAZ-Gruppe betrachten sich als Vorreiter einer Vertriebskooperation in der Printbranche. „Wir haben Jahrzehnte lang unsere Energie in harten Auseinandersetzungen untereinander vergeudet“, sagte Welte. „Aber es gibt mehr, das uns verbindet als Trennendes. Wir müssen intensiver darüber nachdenken, was die Verlage im Kampf mit den digitalen Giganten im Werbemarkt wie jetzt schon Google und sicher bald auch Facebook verbindet“, sagte der Burda-Vorstand. Welte erwartet, dass weitere Verlage für Vermarktungsallianzen offen sein werden. Denn der Werbemarkt für Zeitschriften ist offenbar nicht einfach. „Wenn es uns gelingt, unsere Erlöse aus dem Werbemarkt stabil zu halten, ist das ein Erfolg – und dieses Niveau halten wir seit 2009“, sagte Welte im Hinblick auf die Burda-Zeitschriften in diesem Jahr.

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