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23.11.2012

18:49 Uhr

Medienkrise

Auch dapd-Tochter Sipa vor der Insolvenz

Nach der Pleite der Nachrichtenagentur dapd droht der französischen Tochter Sipa dasselbe Schicksal. Gerüchten zufolge wird die Redaktion am 6. Dezember geschlossen. Die Sipa hält Nachrichten über ihren Tod für verfrüht.

Dapd-Eigentümer Martiin Vorderwülbecke. Nun soll auch die französische Tochter Sipa abgewickelt werden. dapd

Dapd-Eigentümer Martiin Vorderwülbecke. Nun soll auch die französische Tochter Sipa abgewickelt werden.

ParisNach der Insolvenz bei der Nachrichtenagentur dapd in Deutschland ist nun auch ihre französische Tochter Sipa von der Pleite bedroht. Vor dem Pariser Handelsgericht werde am 6. Dezember eine Anhörung zur Sipa-Gruppe stattfinden, bei der über die Einsetzung eines Insolvenzverwalters entschieden werden solle, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Freitag in Paris aus Sipa-Gewerkschaftskreisen. Im Internet kursierende Informationen, wonach die Redaktion der Nachrichtenagentur Sipa am 6. Dezember „endgültig geschlossen“ werde, wurden jedoch zurückgewiesen.

Die deutsche Nachrichtenagentur dapd hatte Anfang Oktober teilweise Insolvenz angemeldet, acht ihrer Gesellschaften sind davon betroffen. Zunächst hatte es geheißen, die französische Tochter Sipa, die erst kürzlich in Frankreich mit einer Vollagentur für Foto und Text an den Start ging, sei davon nicht betroffen. Die Leitung von Sipa hob Mitte November hervor, dass „Nachrichten über unseren Tod verfrüht sind“. Es gebe bislang keine Entscheidung über einen Insolvenzantrag.

Erst vor wenigen Tagen hatte der bisherige dapd-Geschäftspartner Associated Press (AP) bekanntgegeben, dass er die Kooperation mit dapd aufkündige. Die global tätige US-Nachrichtenagentur AP will ab dem 1. Januar im deutschsprachigen Raum mit dem dapd-Konkurrenten Deutsche Presse-Agentur (dpa) zusammenarbeiten.

Dapd-Insolvenzverwalter Wolf von der Fecht hatte zuvor sein Konzept zur Sanierung der Nachrichtenagentur präsentiert. Demnach sollte etwa ein Drittel der 299 Beschäftigten bei den acht dapd-Gesellschaften seinen Arbeitsplatz verlieren; zugleich sollten aber sämtliche Dienste der Agentur bestehen bleiben. dapd war 2010 aus der Fusion des Deutschen Depeschendienstes (ddp) mit dem deutschsprachigen AP-Dienst entstanden.

Deutschland gilt als einer der weltweit am härtesten umkämpften Märkte für Nachrichtenagenturen. Neben dem Marktführer dpa und der dapd konkurrieren hierzulande noch die britische Agentur Reuters, die deutsche Tochter der französischen Nachrichtenagentur AFP, die zur AFP-Gruppe gehörende Sportagentur SID, die kirchlichen Agenturen epd und KNA sowie Spezialdienste für Wirtschaftsnachrichten um Kunden aus dem Medienbereich.

Von

afp

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