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07.10.2016

16:49 Uhr

Medienmacher

Nachdenken über eine Fusion

VonKai-Hinrich Renner

Finden die Verlegerverbände VDZ und BDZV zueinander? Was steckte hinter der Trennung von „Berliner Zeitung” und Brigitte Fehrle? Und wer gewinnt die Königskategorien bei den Lead Awards?

Der Handelsblatt-Medienexperte mit Sitz in Hamburg berichtet in seiner Kolumne über die neuesten Rochaden im Mediengeschäft.

Kai-Hinrich Renner

Der Handelsblatt-Medienexperte mit Sitz in Hamburg berichtet in seiner Kolumne über die neuesten Rochaden im Mediengeschäft.

HamburgEs klang mehr nach Pflichtgefühl als nach Zuneigung: Als das Handelsblatt im Februar 2014 den Verleger Hubert Burda im Interview fragte, ob er abermals für die Präsidentschaft des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) kandidieren wolle, antwortete er, er mache „alles, wozu eine Notwendigkeit besteht“. Notwendig war die Kandidatur des bereits seit 1997 amtierenden VDZ-Präsidenten auch deshalb, weil sich kein anderer Kandidat fand. Wenn Burdas Amtszeit Mitte 2018 endet, wird der dann 78 Jahre alte Verleger aber mit Sicherheit nicht für eine abermalige Kandidatur zur Verfügung stehen.

Und so macht man sich bereits jetzt in einigen Zeitschriftenhäusern Gedanken, wie es mit dem Verband nach Burdas Präsidentschaft weitergehen soll. Offenbar hat es bereits das ein und andere bilaterale Gespräch zwischen Großverlagen zu dem Thema gegeben. Eine Option, die sich dabei abzeichnet, ist eine Fusion mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV). Die Idee ist nicht neu. Schon vor ein paar Jahren wurde über ein Zusammengehen der Verbände nachgedacht. Daraus ist nichts geworden. Allerdings kooperieren VDZ und BDZV schon heute auf einigen Feldern, etwa in Fragen der Medien- und Tarifpolitik. Zudem residieren beide Verbände in ein und demselben Haus in der Berliner Markgrafenstraße 15.

Dass nun wieder über das Thema Fusion gesprochen wird, hat – abgesehen von dem Problem mit der Besetzung des Postens des VDZ-Präsidenten nach der Ära Burda – vor allem zwei Gründe: Die meisten deutschen Verlage haben auf die Herausforderungen der digitalen Revolution nach wie vor keine Antwort. Von deren Auswirkungen sind Zeitungs- wie Zeitschriftenhäuser gleichermaßen betroffen. Der neue BDZV-Präsident Mathias Döpfner, im Hauptberuf CEO des Medienhauses Axel Springer ( „Welt“, „Bild“), plädiert dafür, dass sich die Verlage auf europäischer Ebene zusammentun müssen, wollen sie amerikanischen Digitalriesen wie Google oder Facebook erfolgreich Paroli bieten. Gemäß dieser Logik wäre es erst recht sinnvoll, würden sich die beiden deutschen Verlegerverbände zusammenschließen.

Döpfner, den sich mancher im VDZ auch an der Spitze seines Verbandes vorstellen könnte, ist der zweite Grund, weshalb nun wieder über eine Fusion nachgedacht wird. Denn Axel Springer gehört zu den ganz wenigen Verlagen, die mit ihren Digital-Aktivitäten deutlich mehr erlösen als mit Print. Den Zeitschriftenverlegern ist auch nicht entgangen, dass der charismatische Medienmanager mit seiner Antrittsrede beim BDZV-Zeitungskongress in Berlin unlängst auch Vertreter kleiner Verlage begeistern konnte. Zudem gehört Döpfner einem Medienhaus an, das sowohl Mitglied im BDZV wie auch im VDZ ist. Doppelmitgliedschaften sind insbesondere bei großen Häusern keine Seltenheit: Die Funke Mediengruppe („WAZ“, „Hörzu“) ist ebenso wie die „FAZ“, die Südwestdeutsche Medien-Holding („Süddeutsche Zeitung“, „Stuttgarter Zeitung“) und die Verlagsgruppe Handelsblatt Mitglied beider Verbände.

Die Mehrheit der Mitglieder stellen aber sowohl im VDZ wie auch im BDZV kleine, mittelständisch geprägte Verlage. Ob sie sich in einem großen einheitlichen Verlegerverband noch gut aufgehoben fühlen würden, ist die Frage. Von daher ist völlig ungewiss, ob die Pläne für eine Fusion beider Verbände je umgesetzt werden. Gut möglich, dass sie ein Sandkastenspiel bleiben. Weder VDZ noch BDZV wollten sich zu dem Thema äußern.

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