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27.02.2015

14:30 Uhr

Medienmacher

Scheinselbstständigkeit macht Axel Springer zu schaffen

VonKai-Hinrich Renner

In seiner Kolumne verrät Kai-Hinrich Renner, dass das Medienhaus Axel Springer Ärger wegen der  Beschäftigung scheinselbstständiger Mitarbeiter hat und der geplante Start der Europa-Ausgabe von „Politico“ wackelt.

Der Handelsblatt-Medienexperte mit Sitz in Hamburg berichtet in seiner Kolumne über die neuesten Rochaden im Mediengeschäft.

Kai-Hinrich Renner

Der Handelsblatt-Medienexperte mit Sitz in Hamburg berichtet in seiner Kolumne über die neuesten Rochaden im Mediengeschäft.

Das Medienhaus Axel Springer („Bild“, „Welt“) hat offenbar ein größeres Problem mit der Beschäftigung von scheinselbstständigen Mitarbeitern. In Branchenkreisen kursiert seit einiger Zeit das Gerücht, das Unternehmen habe deshalb Selbstanzeige erstattet. Spricht man das Haus auf diese Spekulationen an, erhält man eine Erklärung, die „nur in voller Länge“ zitiert werden darf.

Sie lautet: „Die Axel Springer SE hat im Rahmen einer internen Compliance-Untersuchung festgestellt, dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass in Redaktionen der Axel-Springer-Gesellschaften branchentypisch eingesetzte freie Mitarbeiter in der Vergangenheit arbeitsrechtlich nicht richtig eingeordnet wurden. Daraufhin haben wir im Rahmen der noch andauernden Untersuchung die zuständigen Finanz- und Sozialversicherungsbehörden über die vorläufigen Untersuchungsergebnisse informiert. Wir haben die Compliance-Untersuchung auf eigene Veranlassung initiiert und freiwillig entschieden, diese Schritte zu gehen.“

Mit anderen Worten: Ganz offenbar rechnet man bei Springer damit, dass wegen der Beschäftigung scheinselbstständiger Mitarbeiter Sozialabgaben und Steuern nachgezahlt werden müssen. In welchem Umfang dies geschehen könnte und wie viele Mitarbeiter betroffen sind, mag Springer nicht verraten, „da es sich um ein laufendes Verfahren handelt“, wie eine Firmensprecherin erklärt.

In Medienkreisen heißt es, besonders stark seien die Redaktionen der „Welt“-Gruppe betroffen. Dafür spricht, dass beim „Hamburger Abendblatt“ Anfang des Jahres 14 Mitarbeitern – das sind knapp zehn Prozent der Redaktionsmitglieder – wegen des Verdachts auf Scheinselbständigkeit gekündigt wurde. Die Zeitung gehört zwar der Essener Funke Mediengruppe („WAZ“). Doch bis zu ihrem Verkauf an die Westdeutschen erschien sie in Springers „Welt“-Gruppe. Die Abfindungen für die gekündigten Mitarbeiter zahlte übrigens Springer und nicht Funke. Zu den Gründen mag sich keines der beiden Medienhäuser äußern.

Kommentare (1)

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Herr Wolfgang Trantow

27.02.2015, 15:26 Uhr

Wieso immer Scheinselbstständigkeit? Hier arbeiten Manager vorsätzlich aus Menschenverachtung und erhalten dafür Boni. Jeder ehrliche Manager sorgt für ordentliche Bezahlung seiner Mitarbeiter und Dauerbeschäftigung, weil er weis, er arbeitet gut (Manager und Mitarbeiter) und erhält dafür seine Vergütung. 
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