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04.12.2015

15:17 Uhr

Medienmacher

Serviceplan auf Einkaufstour

VonKai-Hinrich Renner

Wieso sich die Münchener Agenturgruppe für eine Berliner Markenberatung interessiert. Warum die DuMont Mediengruppe keine Freude an der „Berliner Zeitung“, dem „Berliner Kurier“ und der „Hamburger Morgenpost“ hat.

Der Handelsblatt-Medienexperte mit Sitz in Hamburg berichtet in seiner Kolumne über die neuesten Rochaden im Mediengeschäft.

Kai-Hinrich Renner

Der Handelsblatt-Medienexperte mit Sitz in Hamburg berichtet in seiner Kolumne über die neuesten Rochaden im Mediengeschäft.

HamburgDie Berliner Agentur für strategische Markenberatung Sasserath Munzinger Plus ist mit etwa 20 Beschäftigten ein kleines, aber feines Unternehmen. In puncto Markenaufbau macht den Hauptstädtern kaum einer was vor. Gründer und CEO Marc Sasserath stand einst in Diensten von Publicis, McCann, BBDO und Saatchi & Saatchi. Sein Kompagnon Uwe Munzinger war nach Stationen bei der GfK-Gruppe und BBDO acht Jahre lang geschäftsführender Gesellschafter der Icon Brand Navigation, einem Institut für forschungsgestützte Markenberatung.

Offenbar hat auf die Markenspezialisten von der Spree nun die in München ansässige Agenturgruppe Serviceplan ein Auge geworfen. Wie es in Agenturkreisen in der bayerischen Landeshauptstadt heißt, soll sich die von CEO Florian Haller geführte Werbefirma von einem möglichen Einstieg bei Sasserath Munzinger Plus eine Stärkung des Standorts Berlin versprechen. Allerdings sind die Gespräche, an deren Ende eine Übernahme stehen könnte, noch nicht weit fortgeschritten. Sowohl Serviceplan als auch Sasserath Munzinger Plus lehnen zu dem Thema jede Stellungnahme ab.

Serviceplan versteht sich mit 2800 Mitarbeitern und einem Umsatz von 238,45 Millionen Euro als größte inhabergeführte Agenturgruppe Europas. Der umtriebige Agenturchef Haller, dessen Vater Peter 1970 Serviceplan gegründet hatte, stärkte erst im Oktober den Standort Frankreich und ließ Ende November die Serviceplan-Töchter Plan Net und Mediaplus das Joint Venture Plan Net Business Intelligence gründen, bei dem es sich um einen Anbieter für Datenanalyse handelt.

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Weiterhin tiefrote Zahlen wird voraussichtlich dieses Jahr die Mediengruppe Berliner Verlag schreiben, die zu 65 Prozent der Kölner DuMont Mediengruppe („Kölner Stadt-Anzeiger“, „Mitteldeutsche Zeitung“) und zu 35 Prozent dem Verleger Helmut Heinen („Kölnische Rundschau“) gehört. Zur Mediengruppe Berliner Verlag gehören neben der „Berliner Zeitung“ und dem „Berliner Kurier“ auch die „Hamburger Morgenpost“ mit ihren Töchtern. Die Mediengruppe ging aus der BV Deutsche Zeitungsholding des britischen Finanzinvestors David Montgomery hervor, die DuMont Anfang 2009 für 152 Millionen Euro kaufte. Laut eines internen Papiers auf Basis der Geschäftsentwicklung von Januar bis September wird die Gruppe 2015 mit einem Verlust von 8,342 Millionen Euro abschließen. Davon entfallen 5,422 Millionen Euro auf DuMont.

Ein Sprecher des Kölner Zeitungshauses bestätigt diese Zahlen, betont aber, das nach derzeitigem Stand der Verlust wohl etwas geringer ausfallen werde. Zudem legt er Wert auf die Feststellung, dass sich die Verluste der Mediengruppe Berliner Verlag in den vergangenen Jahren verringert hätten. Die Kölner hatten dennoch mit einem noch weitaus besseren Ergebnis für 2015 gerechnet: Aus dem Papier geht auch hervor, das laut „Plan 2015“ nur Verluste in Höhe von 5,71 Millionen Euro vorgesehen waren, von den 3,712 Millionen Euro auf DuMont entfallen wären.

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