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04.11.2016

14:55 Uhr

Medienmacher

WDR bringt die Aldi-Gründer ins Fernsehen

VonKai-Hinrich Renner

Weshalb ein Fernsehfilm über die Aldi-Gründer ein schwieriges Unterfangen ist. Warum der Wahl des neuen VDZ-Präsidenten nichts im Weg steht. Und wieso es bei DuMont Dialog Irritationen gab.

Der Handelsblatt-Medienexperte mit Sitz in Hamburg berichtet in seiner Kolumne über die neuesten Rochaden im Mediengeschäft.

Kai-Hinrich Renner

Der Handelsblatt-Medienexperte mit Sitz in Hamburg berichtet in seiner Kolumne über die neuesten Rochaden im Mediengeschäft.

HamburgDer WDR arbeitet für das Erste an einem großen Dokudrama über die Aldi-Gründer Karl und Theo Albrecht. Das Projekt gilt als schwierig. Wohl auch deshalb äußert sich eine Sendersprecherin auf Anfrage sehr zurückhaltend: „Der WDR ist über ein dokumentarisches Projekt zur Geschichte von Aldi im Gespräch“, sagt sie. Tatsächlich ist das Vorhaben, für das auf Senderseite WDR-Dokumentationschefin Christiane Hinz verantwortlich zeichnet, wohl schon etwas weiter fortgeschritten. Das Dokudrama mit dem Arbeitstitel „Aldi – eine deutsche Familiengeschichte“ soll von der Berliner Firma AVE Publishing GmbH produziert werden.

Ob die Besetzung bereits feststeht, ist unklar. An dem Projekt wird offenbar schon geraume Zeit gearbeitet. Wegen der Verschwiegenheit der Gründerfamilie soll sich die Recherche länger als bei Dokudramen üblich hingezogen haben. Theo Albrecht starb 2010, sein Bruder Karl erst vor gut zwei Jahren. Aber auch die Erben der Gründer sind sehr medienscheu. Als Theo Albrechts Sohn Theo Albrecht jr. vor fünf Monaten dem Handelsblatt ein Interview gab, galt das als kleine Sensation.
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Trotz der Ankündigung der Chefs von Gruner + Jahr („Stern“, „Geo“), „Zeit“ und „Spiegel“, kommende Woche dem Kongress Publishers‘ Summit des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) fernbleiben zu wollen, gilt die für diesen Sonntag angesetzte Wahl von Stephan Holthoff-Pförtner zum neuen VDZ-Präsidenten als sicher. Die Absage des Trios hat mit dessen Protest gegen das Prozedere zu tun, das zur Nominierung des Mitgesellschafters der Funke Mediengruppe („Hörzu“, „Bild der Frau“) führte.

In einem Brief der drei Zeitschriftenhäuser, den auch der Verleger des Münchener Medweth-Verlags („Madame“, „Jolie") unterschrieben hatte, war, wie vergangene Woche berichtet, in diesem Zusammenhang von „Hinterzimmerbünden“ die Rede. Auch auf einer kurzfristig einberufenen Vorstandssitzung des VDZ-Fachverbandes Publikumszeitschriften vergangenen Montag in Hamburg konnten die Wogen nicht geglättet werden.

Im Verband soll das Quartett mit seiner Sicht der Dinge jedoch in der Minderheit sein. Zwar kritisieren auch andere Verlage die mangelhafte Transparenz bei der Nominierung Holthoff-Pförtners. Das Vorgehen der Briefeschreiber lehnen die meisten Zeitschriftenhäuser aber ab. Den Verfassern des Schreibens wird vorgeworfen, ihren Brandbrief an die Presse lanciert zu haben. Der Boykott des Publishers‘ Summit sei kindisch, heißt es.

Auch deshalb ist nicht die Frage, ob, sondern mit welcher Mehrheit Holthoff-Pförtner gewählt wird. Über den neuen VDZ-Präsidenten entscheidet die Delegiertenversammlung des Verbandes, deren 15 Mitglieder insgesamt über 20 Stimmen verfügen. Zu den wenigen Wackelkandidaten zählt Volker Breid, Geschäftsführer der Motor Presse Stuttgart, der den Südwestdeutschen Zeitschriftenverleger-Verband vertritt. 59,9 Prozent der Anteile der Motor Presse hält Gruner + Jahr. Allerdings, heißt es in Verbandskreisen, sei Breid an das Votum seines Landesverbandes gebunden, der mehrheitlich für die Wahl Holthoff-Pförtners sei.

Im Verband der Zeitschriftenverleger Nord, dem drei der Verfasser des Brandbriefs (G+J, „Spiegel“, „Zeit“) angehören, könnte dies theoretisch anders sein. Doch angeblich gibt es auch im Norden eher eine Stimmung pro Holthoff-Pförtner, weshalb auch von Peter Strahlendorf von der MMC Verlagsgruppe, dem Delegierten der Nordlichter, nicht unbedingt eine Gegenstimme oder eine Enthaltung zu erwarten ist.

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