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13.02.2015

13:22 Uhr

Medienmacher

ZDF kündigt Werbekooperation mit ARD auf

VonKai-Hinrich Renner

In seiner Kolumne „Medienmacher“ verrät Kai-Hinrich Renner, warum das ZDF den Vertrag kündigte, der die Werbekooperation mit dem Ersten regelt. Außerdem: Ein Buch von „Spiegel“-Reporter Cordt Schnibben sorgt für Ärger.

Der Handelsblatt-Medienexperte mit Sitz in Hamburg berichtet in seiner Kolumne über die neuesten Rochaden im Mediengeschäft.

Kai-Hinrich Renner

Der Handelsblatt-Medienexperte mit Sitz in Hamburg berichtet in seiner Kolumne über die neuesten Rochaden im Mediengeschäft.

In dieser Woche wurde kräftig über ein Ende der Werbung bei ARD und ZDF spekuliert. „Bild“ meldete aufgeregt, die Ministerpräsidenten der Länder planten ein „Werbeverbot“ für die Öffentlich-Rechtlichen. Das ist, zurückhaltend ausgedrückt, ziemlich übertrieben. Tatsächlich werden die Länderchefs auf einem Treffen unter anderem auch über einen schrittweisen Ausstieg von ARD und ZDF aus der Werbung sprechen. Dass einige Länder sich einen solchen Schritt wünschen, ist seit langem bekannt. Ob es dafür aber im Kreis der Ministerpräsidenten eine Mehrheit gibt, ist eine ganz andere Frage.

Dennoch könnte sich im Werbefernsehen von ARD und ZDF etwas ändern, allerdings ganz anders, als „Bild“ glaubt. Es sieht so aus, als würde eine sieben Jahre währende Partnerschaft zu Ende gehen. 2008 hatten die ARD Werbung Sales & Services GmbH (AS&S) und das ZDF Werbefernsehen eine gemeinsame Vertriebstochter gegründet, die ARD & ZDF Fernsehwerbung GmbH. Ende vergangenen Jahres hat das Zweite den Kooperationsvertrag mit den Kollegen des Ersten zu Ende 2015 gekündigt. Das sei rein vorsorglich geschehen, heißt es auf dem Mainzer Lerchenberg. Man führe Gespräche mit der AS&S, sagt ein ZDF-Sprecher. „Wir würden die Zusammenarbeit gern fortsetzen.“

Warum dann aber die Kündigung? Das ZDF wünscht sich bessere Konditionen. Hintergrund ist die höchst unterschiedliche Entwicklung der Vorabendprogramme beider Sender, die im Prinzip nichts anderes als Werberahmenprogramme sind. Während das ZDF mit Formaten wie „Notruf Hafenkante“ und „Die Rosenheim Cops“ hohe Quoten erzielt, dümpelt der ARD-Vorabend noch immer so vor sich hin. Daran konnten auch das „Quizduell“ mit Jörg Pilawa und diverse Regionalkrimis nichts grundlegend ändern.

*

Spiegel“ I: Die Tage von Nikolaus Blome als Chef des Berliner Hauptstadtbüros scheinen gezählt zu sein. Wie es in Redaktionskreisen heißt, hat ihm Chefredakteur Klaus Brinkbäumer bedeutet, er werde seinen Titel „Mitglied der Chefredaktion“ verlieren. Angeblich soll der 51-jährige sich bereits einen neuen Job suchen. In Berlin wird er mit seinem ehemaligen Arbeitgeber Axel SpringersBild“ in Zusammenhang gebracht. Zudem werden Blome Kontakte zum Zeitungshaus Madsack („Hannoversche Allgemeine“, „Leipziger Volkszeitung“) nachgesagt. Madsacks Redaktionsnetzwerk Deutschland, das die Titel der Gruppe mit überregionalen Nachrichten beliefert, lässt sich derzeit vom ehemaligen „Bild“-Chef Udo Röbel ein neues Hauptstadtbüro zusammenstellen, für das noch ein Leiter gesucht wird. Blome nennt Spekulationen, er spreche mit anderen Häusern „frei erfundenen Schwachsinn“. Das gelte auch für Gerüchte, ihm sei angekündigt worden, er werde seinen Titel „Mitglied der Chefredaktion“ verlieren.

Dennoch wird über die Blome-Nachfolge heftig spekuliert. Sehr häufig wird in diesem Zusammenhang der Name seines Stellvertreters René Pfister genannt. Auch Christiane Hoffmann, sie ist ebenfalls Blomes Stellvertreterin, könnte befördert werden. Angeblich soll sie anstelle der Auslandsressortchefin Britta Sandberg, die bisher für diesen Posten vorgesehen war, neue stellvertretende Chefredakteurin werden. Noch ist aber nichts in trockenen Tüchern.

Kommentare (1)

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Herr Helmut Paulsen

13.02.2015, 14:31 Uhr

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