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28.06.2012

20:49 Uhr

Medienriese

Konzernchef Levy kehrt Vivendi den Rücken

Konzernchef Levy zog im Streit um die Strategie des Unternehmens den Kürzeren: Nach Unmut im Verwaltungsrat trat Levy von seinem Posten zurück. Sein Nachfolger wird der bisherige Chefjustiziar Jean-Francois Dubos.

Die Börse begrüßte die mögliche Trennung Vivendis von Jean-Bernard Levy. ap

Die Börse begrüßte die mögliche Trennung Vivendis von Jean-Bernard Levy.

ParisWegen eines Streits um die weitere Strategie verlässt Vivendi-Chef Jean-Bernard Levy den französischen Telekommunikations- und Medienriesen. Das Unternehmen bestätigte am Donnerstag entsprechende Medienberichte und räumte dabei auch den Dissens über die weitere Ausrichtung des Konzerns offen ein. Als Nachfolger von Levy ernannte der Verwaltungsrat den bisherigen Chefjustiziar Jean-Francois Dubos. Vivendis wichtigste Sparte, der Mobilfunkanbieter SFR, soll künftig vom bisherigen Personalchef Stephane Roussel geleitet werden.

SFR setzt derzeit die wachsende Billigkonkurrenz zu. Wie auch der Rivale France Telecom liefert sich SFR einen heftigen Preiskampf mit Free Mobile, dem Neuankömmling auf dem französischen Mobilfunkmarkt. Levy setzte deshalb Ende März den aus Deutschland stammenden Frank Esser als SFR-Chef ab und übernahm die Aufgabe selbst.

Levy war zehn Jahre lang in dem französischen Unternehmen tätig, davon sieben an dessen Spitze. Er sah sich zuletzt Forderungen von Anlegern nach einer Umstrukturierung ausgesetzt. Investoren sind enttäuscht, weil der Aktienkurs von Vivendi nahe eines Neun-Jahres-Tiefs vor sich hin dümpelt. Zu Vivendi gehören unter anderem der Musikkonzern Universal Music, der Videospiele-Anbieter Activision Blizzard („World of Warcraft“), die Fernseh-Sendergruppe Canal+ sowie verschiedene Telekomunternehmen.

Am Markt kamen die Berichte über den Abgang von Levy gut an. „Das könnte den Weg für jemand bereiten, der die Strategie des Unternehmens auf den Prüfstand stellt", sagte ein Londoner Analyst. Bislang hat die Vivendi-Aktie in diesem Jahr rund 18 Prozent an Wert verloren. Am Donnerstag legte sie mehr als fünf Prozent zu.

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