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25.10.2016

22:03 Uhr

Medientage in München

Merkel fordert mehr Transparenz von Internetplattformen

Fehlende Transparenz, verengte Blickwinkel: Die Kanzlerin warnt bei den Medientagen in München vor einer Verzerrung der Wahrnehmung. Verleger von Zeitungen und Zeitschriften spüren die Auswirkungen besonders stark.

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht bei den Münchner Medientagen. dpa

Medientage München

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht bei den Münchner Medientagen.

MünchenBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, die geheimen Regeln der großen Internetplattformen offenzulegen. Bei den Medientagen München forderte sie am Dienstag, „dass Algorithmen transparent sein müssen, dass (...) man sich als interessierter Bürger informieren kann: Was passiert da eigentlich mit meinem Medienverhalten und dem anderer?“

Merkel warnte davor, dass Menschen in den sozialen Medien nur noch das lesen, was ihre eigenen Auffassungen bestätige oder ihnen von Gleichgesinnten empfohlen werde: „Das ist eine Entwicklung, die wir genau beobachten müssen.“ Dies bedrohe die für die Demokratie unerlässliche Fähigkeit, sich auch mit anderen Meinungen auseinanderzusetzen. „Solche Mechanismen, wenn sie nicht transparent sind, können zur Verzerrung der Wahrnehmung führen; sie verengen den Blickwinkel.“

Die großen Plattformen entwickelten sich mit ihren Algorithmen immer mehr „zum Nadelöhr für die Vielfalt der Anbieter“, sagte Merkel, ohne Facebook oder Google beim Namen zu nennen. Dies könne erhebliche wirtschaftliche Folgen für andere Medien haben und deren Existenz bedrohen.

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Wie weit die Künstliche Intelligenz bereits auf dem Vormarsch ist, unterstrich Wolfgang Wahlster, Professor am Forschungszentrum Künstliche Intelligenz in Karlsruhe. Der Roboterjournalismus sei sei weit fortgeschritten - der Computer könne auf der Basis der Algorithmen bereits selektieren, aggregieren und präsentieren. Er könne aber noch nicht verlässlich die Quellen abbilden und sei intransparent. Im übrigen sei kein Algorithmus in der Lage, Gefühle nachzuvollziehen oder Witze zu verstehen.

Um im Wettbewerb mit Google, Facebook & Co. besser zu werden, wollen die Verleger von Zeitungen und Zeitschriften in Deutschland stärker zusammenarbeiten. „Statt auf Konfrontation sollten wir auf Kooperation setzen im Vertrieb, in der Vermarktung, in Marktforschung und Marketing, in der Technologie“, sagte der Burda-Manager Philipp Welte bei einer Veranstaltung von Zeitschriftenverlagen und erhielt dafür viel Zustimmung von anderen Verlagsmanagern.

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