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21.01.2008

16:53 Uhr

Medizintechnik

Der Kranke im digitalen Workflow

VonJoachim Hofer

Die Gesundheitssparte des Siemens-Konzerns hat ein neues Kundenzentrum eröffnet: In Erlangen wartet der Münchner Konzern mit einer ungewöhnlichen Präsentation auf, ganz im Zeichen der sich wandelnden Medizintechnik-Branche. Das elektronische Gesundheitssystem soll gute Geschäfte garantieren – doch auch die Konkurrenz setzt auf die digitale Vernetzung.

Eine Medizinstudentin im Siemens-Magnetresonanztomografen. Foto: dpa dpa

Eine Medizinstudentin im Siemens-Magnetresonanztomografen. Foto: dpa

ERLANGEN. Nein, wie im Ausstellungsraum eines Medizintechnikherstellers sieht es hier nicht aus. Der große, viereckige Raum gleicht eher einer jener schicken, kühlen Bars, die vor einigen Jahren in New York und Schanghai eröffnet haben und inzwischen auch in den Kreisstädten zwischen Flensburg und Garmisch zum gewohnten Bild gehören. Da beleuchten viele tausend Leuchtdioden in allen möglichen Farben riesige fischförmige Plastiklampen und Stehtische laden zum Plausch ein.

Doch dies ist keine Kneipe, sondern die Zentrale der Gesundheitssparte des Siemens-Konzerns in der Erlanger Henkestraße. Auf 2 000 Quadratmetern zeigt der Medizintechnikhersteller im Erdgeschoss seines ansonsten betont nüchternen Hauptquartiers, was er alles kann. Deshalb ist die bunte Beleuchtung auch nicht dazu da, den Gästen den Weg an die Bar zu weisen. Die 100 LED-Lampen stellen vielmehr einen Schwarm von Fischen dar – als Symbol für die unterschiedlichen Beteiligten im Gesundheitssystem.

Die Idee der Vertriebsleute des Konzerns: Die Besucher müssen nur dem Schwarm folgen. Dabei schwimmen sie gleichsam wie ein Patient durch alle Stationen einer Krankheit, von der Vorsorge und Früherkennung über Diagnose und Therapie bis zur Pflege. So sollen sie erleben, was Siemens zu bieten hat.

Die für einen Medizintechnikhersteller ungewöhnliche Präsentation ist kein Zufall. Der Münchener Konzern will seinen Kunden vor Augen führen, dass sich die Medizintechnik schwer gewandelt hat. Wenn Sparten-Chef Erich Reinhardt durch seinen Showroom führt, dann spricht er lieber von digitalem Workflow als von den althergebrachten medizinischen Arbeitsabläufen. „Alles ist vernetzt und aufeinander abgestimmt“, sagt der Manager voller Stolz.

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