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07.04.2015

13:08 Uhr

Messenger-Integration

User entdeckt WhatsApp-Button bei Facebook

Facebook testet offenbar eine enge Verzahnung mit dem Nachrichtendienst WhatsApp. Ein User hat eine Funktion entdeckt, mit der sich Facebook-Inhalte per WhatsApp verschicken lassen. Datenschützer sind in Sorge.

Können Facebook-Nutzer bald direkt aus der Facebook-App Nachrichten an ihre WhatsApp-Freunde schicken? Blogger berichten über eine solche Funktion, Facebook hält sich bedeckt. So könnten Facebook und WhatsApp näher zusammenrücken. ap

Facebook und WhatsApp

Können Facebook-Nutzer bald direkt aus der Facebook-App Nachrichten an ihre WhatsApp-Freunde schicken? Blogger berichten über eine solche Funktion, Facebook hält sich bedeckt. So könnten Facebook und WhatsApp näher zusammenrücken.

Berlin/Menlo ParkFacebook testet offenbar eine engere Verzahnung mit dem Kurznachrichtendienst WhatsApp. Ein Nutzer entdeckte eine WhatsApp-Funktion in einer neuen Facebook-App, berichtete das US-Blog „GeekTime“.

Die Funktion sei in der Vorab-Version der neuen App für Android-Handys (Version 31.0.0.7.13) aufgetaucht. Unter Fotos finde sich neben den bekannten Facebook-Funktionen für „Likes“ und Kommentare auch ein „Senden“-Knopf mit WhatsApp-Logo. Damit könnten Fotos oder Kommentare an WhatsApp-Kontakte geschickt werden.

In der offiziellen Android-App von Facebook in Deutschland war das neue Feature am Dienstagvormittag noch nicht zu sehen. Das Netzwerk erklärte auf Anfrage: „Facebook kommentiert wie immer keine Gerüchte oder Spekulationen.“

Facebook hatte WhatsApp vor einem Jahr gekauft, aber betont, dass der Dienst eigenständig bleiben solle. WhatsApp-Mitgründer Jan Koum und Facebook-Chef Mark Zuckerberg beteuerten, dass die Kundendaten von WhatsApp und Facebook nicht unter dem gemeinsamen Konzerndach zusammengelegt werden.

Die WhatsApp-Alternativen

Marktführer mit Image-Problem

Whatsapp ist in Deutschland und vielen anderen Ländern uneingeschränkter Marktführer in Sachen Instant Messaging. Trotzdem steht der Dienst, den Facebook gekauft hat, immer wieder in der Kritik: Zum einen wegen verschiedener Datenpannen, zum anderen wegen der Übernahme.

Herausforderer aus Japan...

In Japan ist der Dienst Line sehr beliebt, weltweit hat er rund 470 Millionen Nutzer. Die Anwendung ist kostenlos, Geld verdienen die Betreiber mit Werbung sowie dem Verkauf von Spielen und virtuellen Stickern.

... und auch aus China

Das chinesische Pendant von Whatsapp heißt Wechat. Die App hat mittlerweile auch außerhalb des Landes zahlreiche Nutzer gewonnen, im Mai 2014 waren es mehr als 800 Millionen. Ähnlich wie Line schaltet auch Wechat Werbung und verkauft virtuelle Sticker. In der Kritik ist die App, weil sie angeblich auf Geheiß der chinesischen Regierung bestimmte Inhalte ausfiltert.

Skype ist noch im Rennen

Skype, inzwischen eine Tochterfirma von Microsoft, hat eine treue Nutzergemeinde. Der Dienst bietet neben Videotelefonaten ebenfalls Chats an, die auch auf dem Smartphone funktionieren – damit steht er ebenfalls in Konkurrenz zu WhatsApp. Nach eigenen Angaben nutzen Skype mehrere Hundert Millionen Menschen, 2013 waren es bereits rund 300 Millionen.

Viber steigt ins Rennen ein

In Deutschland wenig bekannt ist Viber – trotzdem ist der Dienst aus Zypern viel wert: Das japanische Unternehmen Rakuten kaufte ihn im Februar 2014 samt der damals 300 Millionen Nutzer für 900 Millionen Dollar. Mit der App können Nutzer nicht nur chatten, sondern auch telefonieren.

Apps mit mehr Datenschutz

Einige App-Anbieter wollen mit Datenschutz punkten. Neben Threema zählt dazu auch der Chat-Dienst Telegram. Beide verschlüsseln den Datenverkehr auf dem gesamten Weg. Verbraucherschützer kommen allerdings zu einem durchwachsenen Fazit: Während die Stiftung Warentest Threema gute Noten gibt, sieht sie bei Telegram Schwächen, etwa ein fehlendes Impressum und die automatische Übernahme aller Adressbucheinträge.

Im Januar wiederholte der Facebook-Manager David Marcus, der für Facebooks Kurznachrichtendienst Messenger zuständig ist: „Wir haben keine Pläne, die beiden Dienste zusammenzuführen.“ Auf der Entwicklermesse F8 kündigte Facebook an, den Messenger auszubauen.

Die Einführung eines „Senden“-Knopfes via WhatsApp in Facebook würde nicht das Ende für WhatsApp als eigenständiger Dienst bedeuten. Allerdings würden Befürchtungen von Facebook-Kritikern bestärkt, dass die beiden bislang getrennten Datenbestände von Facebook und WhatsApp doch zusammengeführt werden sollen.

Die unlängst aktualisierten Datenschutzregeln von Facebook würden ein Zusammenführen der Datenbestände ermöglichen. Dort heißt es generell, dass Daten zwischen verschiedenen Angeboten aus dem Hause Facebook fließen können. WhatsApp betont weiterhin, möglichst wenig Daten über seine Nutzer zu sammeln, während Facebook davon lebt, Werbepartnern gezielten Zugang zu gewünschten Nutzergruppen zu gewähren.



Von

dpa

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