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15.06.2012

15:51 Uhr

Mexikanischer Milliardär

Carlos Slim steigt groß bei Telekom Austria ein

Carlos Slim investiert in Österreich. Der reichste Mann der Welt kauft ein Aktienpaket der Telekom Austria. Sein Mobilfunkkonzern America Movil wird zweitgrößter Anteilseigner auf. Der österreichische Staat freut sich.

Der mexikanische Milliardär Carlos Slim. Reuters

Der mexikanische Milliardär Carlos Slim.

FrankfurtDer mexikanische Telekom-Milliardär Carlos Slim setzt seine Einkaufstour durch Europa in Österreich fort. Slims Mobilfunkkonzern America Movil stockt seinen Anteil an der Telekom Austria auf 23 Prozent auf und wird damit zweitgrößter Aktionär, wie die Unternehmen am Freitag mitteilten.

Es ist für Slim der zweite große Zukauf innerhalb weniger Wochen: Seine Beteiligung am niederländischen Anbieter KPN will er auf knapp 28 Prozent ausbauen. Das Telekom-Austria-Management, die Belegschaft und der Staat Österreich als Haupteigner empfingen den neuen Großaktionär mit offenen Armen. Auch an der Börse kam die Nachricht gut an: Die Telekom-Aktie legte rund zwei Prozent auf 8,21 Euro zu.

Slim übernimmt das 21-Prozent-Paket des österreichischen Investors Ronny Pecik. Aus diesem Bündel habe der Mexikaner bereits fünf Prozent der Telekom-Aktien gekauft, die restlichen 16 Prozent sollten bis Jahresende folgen, hieß es in der Mitteilung. Mit den zuvor über die Börse erworbenen Aktien komme America Movil damit insgesamt auf rund 23 Prozent der Aktien. Erst Anfang Juni hatte Slim überraschend bekannt gegeben, bei der Telekom Austria eingestiegen zu sein.

Der 72-jährige Carlos Slim - laut Magazin "Forbes" der reichste Mensch der Welt - hat sein Vermögen unter anderem mit dem Aufbau seines Mobilfunkimperiums America Movil gemacht: Nach zahlreichen Zukäufe ist der Konzern in 18 Ländern vor allem in Südamerika präsent und nun auf der Suche nach neuen Wachstumsmöglichkeiten. Die Beteiligung an Telekom Austria sei "Teil der geografischen Diversifikation" und eröffne den Mexikanern interessante Möglichkeiten in Zentral- und Osteuropa. Dort ist die Telekom Austria einer der größten Anbieter und neben Österreich in Slowenien, Kroatien, Serbien, Mazedonien, Bulgarien und Weißrussland vertreten. Im Vergleich zu europäischen Schwergewichten wie Telefonica oder Deutscher Telekom mit einem Jahresumsatz von rund 63 bzw. knapp 59 Milliarden Euro ist die Telekom Austria mit rund 4,5 Milliarden Euro aber ein kleiner Spieler.

Kreisen zufolge bezahlt Slim für den Anteil von Pecik 9,50 Euro je Aktie und damit gut 880 Millionen Euro für das Paket. Zudem hätten beide Seiten abhängig von der Entwicklung der Telekom-Aktie eine zusätzliche Zahlung vereinbart, sagte eine mit dem Deal vertraute Person. Für Pecik und seinen Finanzpartner - den ägyptischen Milliardär Naguib Sawiris - springt dabei ein netter Gewinn raus: Sie haben knapp 800 Millionen Euro für ihren im vergangenen Herbst begonnenen Einstieg ausgegeben. Die Unternehmen äußerten sich am Freitag nicht zu finanziellen Aspekten.

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Nach Einschätzung von Fondsmanager Günther Schmitt von Raiffeisen Capital Management könnte Slim nun versuchen, weitere Aktien zu kaufen, um über eine Sperrminorität von mindestens 25 Prozent und einer Aktie auch strategischen Einfluss ausüben zu können. "Um etwas zu verändern, sollte ein Investor mindestens 25 Prozent haben. Es gibt Spekulationen am Markt, dass er mehr haben will und still und heimlich am Markt zukauft. Das sollte den Kurs in den nächsten Monaten unterstützen", sagte Schmitt. Die Aktie der Telekom Austria hat in den vergangenen zwölf Monaten sechs Prozent an Wert verloren, Kursgewinne nach Peciks Einstieg sind mittlerweile wieder verpufft.

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