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06.06.2011

15:01 Uhr

Meyer Burger

Notfalls Roth+Rau-Aktien kaufen

Der Schweizer Solarzulieferer will im Übernahmepoker um den sächsischen Rivalen Roth & Rau notfalls Aktien des Unternehmens kaufen. Bislang ist die Offerte auf geringes Interesse am Markt gestoßen.

Firmenschild von Roth & Rau. Quelle: dpa

Firmenschild von Roth & Rau.

HamburgDas Schweizer Solarunternehmen Meyer Burger stellt sich auf einen langen Übernahmepoker um den Rivalen Roth & Rau ein. Nachdem bis zum Donnerstag nur gut 20 Prozent der Aktionäre dem Unternehmen ihre Anteilsscheine angedient hatten, hofft Meyer-Burger-Vorstandschef Peter Pauli auf die Nachfrist bis zum 22. Juni.

„Wenn wir auch bis dann nicht 50 Prozent plus eine Stimme erreicht haben sollten, würden wir den Markt entscheiden lassen“, sagte er der „Financial Times Deutschland“. „Wenn die Spekulationen aufhören und der Kurs unter den aus unserer Sicht fairen Wert sinkt, werden wir zukaufen.“ Fällt die Aktie auf unter 22 Euro, würde Meyer Burger demnach Roth & Rau-Aktien über die Börse kaufen.

Bislang ist die Offerte von 22 Euro je Anteilsschein bei den Aktionären nur auf geringes Interesse gestoßen - obwohl das Roth & Rau-Management die Pläne voll unterstützt. Am Freitag war die erste Frist abgelaufen. Die genaue Andienungsquote wollen die Schweizer am Mittwoch bekanntgeben. Haben sie bis dahin nicht mehr als die Hälfte der Aktien in Aussicht, verlängert sich die Frist bis zum 22. Juni.

In die Quere sind Meyer Burger zwei weitere Investoren gekommen: der Schwarzwälder Solarunternehmer Jürgen Gutekunst und die zypriotische Finanzholding KLK. Gutekunst kontrolliert inzwischen rund 15 Prozent der Roth & Rau-Aktien. Er hält sich bedeckt, was er damit vorhat. Zunächst hatte er betont, es gehe ihm um die Sicherung der Geschäftsbeziehungen seiner Firma Rena zu Roth & Rau.

Der Anteil von KLK liegt ebenfalls im zweistelligen Prozentbereich. Deren Chef Christoph Ladanyi hatte in den vergangenen Wochen gefordert, Meyer Burger solle sein Angebot deutlich erhöhen. Das schließen die Schweizer aber bislang aus. Die Aktie notiert seit Bekanntgabe der Offerte im April stabil über den gebotenen 22 Euro.

Von

dpa

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