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12.01.2010

16:39 Uhr

MGM

Medien-Tycoons stehen Schlange für Hollywood-Studio

VonHans-Peter Siebenhaar

Das zum Verkauf stehende Hollywood-Studio Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) trifft auf großes Interesse bei den Konkurrenten. In der ersten Bieterrunde hat etwa ein Dutzend Medienkonzerne Gebote für die hochverschuldete Filmfabrik abgegeben.

Auch Rupert Murdoch interessiert sich für MGM. Quelle: Reuters

Auch Rupert Murdoch interessiert sich für MGM.

DÜSSELDORF. Unter den Interessenten sind unter anderen Rupert Murdochs Medienkonzern News Corp. („Avatar“), John Malone mit Liberty Media, Time Warner sowie Sumner Redstone mit CBS. Amerikanischen Medienberichten zufolge interessieren sich auch der frühere News Corp.-Chef Peter Chernin und der frühere Yahoo-CEO Terry Semel für das krisengeschüttelte Studio.

Für die heutigen Besitzer von MGM, die Finanzinvestoren Providence, Quadrangle und TPG, sowie die Medienkonzerne Sony und Comcast droht der Verkauf dennoch zum Desaster zu werden. Sie hatten die Traumfabrik 2005 für 2,85 Mrd. Dollar plus zwei Mrd. Dollar Schulden übernommen. Nach Informationen des „Wall Street Journal“ belaufen sich die Angebote bislang lediglich auf zwei Mrd. Dollar – einige sollen sogar nur 1,5 Mrd. Dollar bieten. Dabei betragen allein die Schulden mittlerweile 3,7 Mrd. Dollar. MGM selbst nimmt zum Verkaufsprozess nicht Stellung.

Das Studio steht mit dem Rücken zur Wand. Sollte ein Verkauf im Frühjahr nicht zustande kommen, droht dem in Beverly Hills ansässigen Konzern die Insolvenz.

Als Juwel von MGM gilt die Filmbibliothek mit über 4 000 Titeln. Allein 2008 erzielte das traditionsreiche Studio mit dem Verkauf von Fernsehrechten und DVD-Lizenzen 450 Mio. Dollar Umsatz. Doch die Einnahmen mit DVDs gehen wegen eines Preisverfalls zurück. MGM gab sich zuletzt optimistisch: „Das Nachgeben der Preise kann nur vorübergehend sein“, sagte MGM-Manager Gary Marenzi dem Handelsblatt.

MGM ist durch seine „James Bond“-Filme weltberühmt. Es spielt aber in Hollywood wegen der geringen Filmproduktion nur noch eine bescheidene Nebenrolle. Der Streifen „Valkyrie“, die Verfilmung des Attentats auf Hitler durch Graf von Stauffenberg mit Tom Cruise als Hauptdarsteller erwies sich als Flop. In Deutschland betreibt das Studio den MGM-Filmkanal über den Bezahlsender Sky.

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