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18.11.2013

16:59 Uhr

Microsoft-Chef Steve Ballmer

Strategiebesprechung im Starbucks

Wenn man Rat sucht, fragt man am besten einen Freund. So auch der scheidende Microsoft-Chef Steve Ballmer: Tipps für den Konzernumbau holte er sich von Ford-Lenker Alan Mulally – an Heiligabend in einem Starbucks-Café.

Steve Ballmer steht seit 13 Jahren an der Spitze von Microsoft. Im Dezember könnte sein Nachfolger ernannt werden. dpa

Steve Ballmer steht seit 13 Jahren an der Spitze von Microsoft. Im Dezember könnte sein Nachfolger ernannt werden.

DüsseldorfDer scheidende Microsoft-Chef Steve Ballmer wollte den Umbau von Microsoft ursprünglich selbst anführen. Tipps für den Konzernumbau holte er sich von Alan Mulally, Ford-Chef und langjähriger Freund: Nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ saßen die beiden Männer an Heiligabend 2012 vier Stunden in einem Starbucks-Café auf der Insel Mercer Island bei Seattle zusammen. Der Auto-Manager berichtete, wie er den Krisenkonzern wieder auf Kurs brachte – verbesserte Zusammenarbeit sowie die Überarbeitung der Marke Ford seien dabei entscheidend gewesen.

Nach dem Gespräch mit Mulally habe er sich entschlossen, die gesamte Microsoft-Strategie zu überarbeiten, sagte Ballmer. Resultat war unter anderem eine große Umstrukturierung unter dem Namen „One Microsoft“, die die Kooperation der Sparten verbessern sollte. Zudem tagte er – erstmals seit Jahren – mit allen Abteilungsleitern gemeinsam.

Doch die Beratung kam zu spät, im August kündigte Ballmer seinen Rücktritt binnen eines Jahres an. Die Verwaltungsräte hätten immer mehr Druck gemacht, die Veränderungen schneller anzugehen, begründete der 57-Jährige gegenüber dem „Wall Street Journal“ den Schritt.

Wie Windows wurde, was es ist

Windows 1.0

Der Urahn des inzwischen meistgenutzten PC-Betriebssystems kam im November 1985 auf den Markt. Damals war Microsoft noch ein Außenseiter, während der Platzhirsch IBM und der Aufsteiger Apple den Kampf um den PC-Markt auszufechten schienen. Anfangs arbeitete sich Windows nur mühsam ins Geschäft – denn Microsoft verzichtete zunächst angesichts eines jahrelangen Patentstreits mit Apple auf grafische Bedienungselemente.

Windows 3.1

Mit dieser Version lernte Windows 1992, Videos abzuspielen, bekam die ersten integrierten Spiele und neue Schriften. Die Grundansicht mit den überlappenden Fenstern und einem Desktop für Programm-Symbole blieb – mit einigen Design-Änderungen – lange erhalten.

Windows NT

Parallel zu den Consumer-Versionen von Windows entwickelte Microsoft nach dem Scheitern des OS/2-Projektes mit IBM eine Windows-Version mit einem neuen Programm-Kern („Windows New Technology“). NT wurde mit Windows 2000 fortgeführt und ging später in Windows XP auf.

Windows 95

Die radikale Erneuerung von 1995 brachte in Grundzügen das Windows, das heute praktisch jeder kennt. Unter anderem wurde der „Start“-Knopf mit dem Balken am unteren Bildschirmrand eingeführt. Nachdem nachträglich der Web-Browser Internet Explorer zum Windows-Grundpaket hinzugefügt wurde, setzte sich Microsoft zum Ärger der Wettbewerbshüter in diesem Bereich gegen den Pionier Netscape durch. Auf die Version folgten die kleineren Aktualisierungen Windows 98 und ME.

Windows XP

2001 brachte Microsoft die bisher langlebigste Version seines Betriebssystems auf den Markt, die immer noch auf vielen Rechnern läuft. Mit Windows XP wurden viele visuelle Effekte hinzugefügt, ebenso wie wichtige Funktionen wie etwa schneller Benutzerwechsel, eine integrierte Firewall für mehr Sicherheit und verbesserter Medienwiedergabe.

Windows 7

Das Betriebssystem Windows Vista sollte XP verdrängen, wurde von den Nutzern aber weitgehend ignoriert. Die 2007 veröffentlichte Version bot zwar neue Bildschirmansichten, aber eine für viele Nutzer verwirrende Rechteverwaltung für Benutzerkonten. Erst mit der Vorstellung von Windows 7 im Oktober 2009 konnte Microsoft die Anwender wieder überzeugen.

Windows 8

Mit Windows 8 wollte sich Microsoft für den Wandel der Computer-Welt rüsten: Die neue Kacheloberfläche ist für Touchscreens ausgelegt und eignet sich damit auch für Tablet-Computer – äußerlich ähnelt das System damit dem Smartphone-Betriebssystem Windows Phone. Microsoft stellte Windows 8 im Oktober 2012 vor. Gerade an der neuen Bedienung wurde jedoch schnell viel Kritik laut.

Windows 8.1

Ein Update für Windows 8 kam im Oktober 2013 auf den Markt. Das kostenlose Windows 8.1 soll die größten Kritikpunkte an dem Vorgänger ausräumen. So können Nutzer direkt auf den Desktop starten und so die Kacheloberfläche umgehen. Zudem kehrt der Startknopf zurück, wenn auch nicht das klassische Startmenü.

Im Mai sei ihm die Erkenntnis gekommen, dass er selbst eventuell als Teil des alten Systems dem Umbau im Wege stehe, sagte Ballmer. „Egal, wie schnell ich verändern will, wird es bei allen Beteiligen –  Mitarbeiter, Verwaltungsräte, Investoren, Partner, Kunden – Zweifel geben, dass ich es ernst meine.“

Ein Nachfolger könnte bald bereitstehen: Microsoft will laut einem Zeitungsbericht bis Ende des Jahres einen neuen Chef finden. Zunächst wolle der Verwaltungsrat bei einem Treffen an diesem Montag die Kandidaten-Liste auf drei bis fünf Personen trimmen, schrieb die Finanznachrichtenagentur Bloomberg am Wochenende. Bisher wurde unter anderem der bisherige Nokia-Lenker Stephen Elop als möglicher Ballmer-Nachfolger gesehen. Und ein weiterer Name tauchte auf der Kandidaten-Liste auf: Ford-Chef Alan Mulally.

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