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14.07.2015

10:14 Uhr

Microsoft dürfte sich wundern

Nokia plant Rückkehr als Handy-Designer

Einst war Nokia Weltmarktführer bei Mobiltelefonen. Doch dann verloren die Finnen den Anschluss an Apple und Samsung – und verkauften alles an Microsoft. Doch es bahnt sich ein schnelles Comeback an.

Der finnische Konzern könnte Ende des kommenden Jahres wieder ins Handy-Geschäft einsteigen. dpa

Nokia Lumia

Der finnische Konzern könnte Ende des kommenden Jahres wieder ins Handy-Geschäft einsteigen.

EspooDie Marke Nokia könnte Ende kommenden Jahres ins Geschäft mit Mobiltelefonen zurückkehren. Nokia würde die Geräte dann aber nur entwerfen und Produktion, Vermarktung sowie Kundenservice einem Partner überlassen, wie der finnische Konzern am Dienstag erklärte.

Der einstige Handy-Weltmarktführer Nokia hatte im Smartphone-Markt vor einigen Jahren den Anschluss an Samsung und Apple mit seinem iPhone verloren. Im April vergangenen Jahres übernahm Microsoft die Handy-Sparte und ließ sich den Deal am Ende knapp 9,5 Milliarden Dollar kosten. Doch die Kombination brachte dem Windows-Riesen bisher nicht die erhofften Gewinne an Marktanteilen im Smartphone-Geschäft. Vergangene Woche schrieb Microsoft 7,6 Milliarden Dollar im Zusammenhang mit dem Geschäft ab, 7800 weitere Mitarbeiter der Sparte verlieren ihren Job.

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Microsoft-Chef Satya Nadella schreibt Milliarden auf Nokia ab und entlässt noch einmal tausende Mitarbeiter. Er muss nun den Unternehmenspartnern erklären, wohin die Reise des Softwareherstellers geht.

Nokia konzentrierte sich nach dem Verkauf auf das Geschäft als Netzwerk-Ausrüster. Der Konzern betonte, dass nach den Vereinbarungen mit Microsoft ein Telefon unter dem Nokia-Markennamen frühestens im vierten Quartal 2016 auf den Markt kommen könnte. Spekulationen über solche Überlegungen für die Rückkehr ins Geschäft mit einem Partner gibt es schon seit Monaten. Nach diesem Modell kam bereits das Tablet Nokia N1 auf den Markt, das bisher nur in wenigen Ländern verfügbar ist. Es läuft mit dem Google-Betriebssystem Android und nicht mit Microsofts Windows.

Die Marke hat nach wie vor eine gewisse Strahlkraft unter anderem in Schwellen- und Entwicklungsmärkten, wo günstige Nokia-Handys bis zuletzt gefragt waren.

Microsoft hatte nach der Übernahme den Nokia-Namen von den Smartphones genommen, nutzt aber weiterhin die Smartphone-Untermarke „Lumia“. Konzernchef Satya Nadella kündigte an, dass Microsoft sich im Smartphone-Geschäft stärker fokussieren wolle, was eine deutlich engere Modellpalette bedeuten dürfte. Windows-Manager Terry Myerson betonte an späten Montag zugleich, dass es neue Premium-Smartphones mit dem neuen Betriebssystem Windows 10 geben werde. Es kommt ab Ende Juli auf den Markt.

Das schwierige Smartphone-Geschäft von Microsoft und Nokia

Nokia verlor den Anschluss

Nokia prägte einst den Handymarkt mit, doch dann verloren die Finnen den Anschluss. Beim Vormarsch der Smartphones taten sie sich schwer. Das Google-Betriebssystem Android und das iPhone von Apple setzen dem einstigen Marktführer zu.

September 2010

Stephen Elop wechselt von Microsoft an die Nokia-Spitze.

Februar 2011

Nokia gibt die eigene Smartphone-Software Symbian auf. Fortan setzten die Finnen für ihre Computerhandys auf das Microsoft-System Windows Phone. Zuvor hatte Google versucht, Nokia mit ins Boot der Android-Handybauer zu holen.

Juni 2012

Elop kündigt an, 10.000 Arbeitsplätze bei Nokia zu streichen.

Mai 2013

Das Geschäft mit den Windows-Smartphones kommt nicht in Gang. Deren Marktanteil liegt den Marktforschern von IDC zufolge bei 3,2 Prozent. Android-Handys kommen auf 75 Prozent.

September 2013

Microsoft kündigt an, das Handy-Geschäft von Nokia für 3,79 Milliarden Euro kaufen zu wollen.

April 2014

Kurz vor Abschluss des Verkaufs an Microsoft steckt Nokias Handygeschäft tief in den roten Zahlen. Im ersten Quartal verlor die Sparte 347 Millionen Euro.

Mai 2014

Der Verkauf der Handy-Sparte an Microsoft bringt Elop Berichten zufolge als Ex-Nokia-Chef gut 24 Millionen Euro ein.

Juli 2014

Microsoft kündigt den Abbau von 18.000 Stellen an. Mit 12.500 Jobs sind vor allem die Ex-Nokianer betroffen.

Juni 2015

Das Geräte-Geschäft wird mit dem Windows-Bereich zusammengelegt. Stephen Elop verlässt Microsoft bereits wieder.

Juli 2015

Microsoft kündigt den Abbau von weiteren 7800 Mitarbeitern an – vor allem im Handy-Geschäft. Der Konzern schreibt bis zu 7,6 Milliarden Dollar ab.

Von

dpa

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