Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.10.2016

16:38 Uhr

Microsoft

Neue Welt des Arbeitens in München

Ein fließender Übergang zwischen Arbeit und Leben – was Gewerkschaften kritisch sehen, ist bei Microsoft bereits gelebter Alltag. Der Software-Konzern wirbt für die große Flexibilität im Job.

Sabine Bendiek, Vorsitzende der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland, freut sich auf die Eröffnung der neuen Zentrale in München. dpa

Microsofts neue Deutschland-Zentrale

Sabine Bendiek, Vorsitzende der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland, freut sich auf die Eröffnung der neuen Zentrale in München.

MünchenFeste Arbeitszeiten oder Anwesenheitspflichten? Nicht bei Microsoft. Seit Jahren schon macht der Software-Riese mit neuen Arbeitsmodellen von sich reden und heizt die Debatte um Home-Office & Co. in Deutschland mit an. In München hat der US-Konzern jetzt die passende Umgebung für die Digitalarbeiter von heute und morgen geschaffen. Wenn sie schon einmal ins Büro kommen, statt von zu Hause aus oder irgendwo in der Welt zu arbeiten, sollen sie sich hier entfalten können. Die neue Deutschland-Zentrale steht so auch für die Verschmelzung von Arbeit und Leben, die nach Überzeugung von Microsoft-Deutschland-Chefin Sabine Bendiek längst begonnen hat.

Den Takt dafür gibt die Industrie 4.0 vor, die geprägt ist durch neue Wettbewerber, kürzere Innovationszyklen und vernetzte Kunden. Zu meistern sind diese Herausforderungen nur mit hoch qualifizierten Wissensarbeitern, sagt Bendiek. „Um ihrer Kreativität Raum zu geben, muss man ihnen gewisse Freiheiten einräumen.“ Deshalb setzt die Managerin auf viel Kommunikation und Eigenverantwortung statt auf starre Regeln und strenge Hierarchien. Warum, fragt sie, sollte eine Mutter sich nicht nachmittags zu Hause für einige Stunden um die Kinder kümmern können – und ihre Arbeit am Abend fortsetzen, wenn der Nachwuchs im Bett ist?

Microsoft, IBM, Schaeffler: Was sich Industrie-Konzerne von Software-Giganten abschauen

Microsoft, IBM, Schaeffler

Was sich Industrie-Konzerne von Software-Giganten abschauen

Schaeffler, IBM und ABB, Microsoft: Immer mehr industrielle Schwergewichte suchen die Nähe zu IT-Konzernen. Beiden Seiten ist klar: Nur wenn sie zusammenarbeiten, gelingt die digitale Transformation in die Industrie 4.0.

Gelegenheiten für den Austausch mit Kollegen und Führungskräften, für die Arbeit im Team oder fürs konzentrierte Nachdenken sollen die Mitarbeiter in der neuen Zentrale überall finden – ob in den offenen Team-Bereichen, in der Konzentrationszone namens „Think Workspace“, in einer der zahlreichen Sitzecken mit Lounge-Möbeln oder in der schicken Kaffeebar im großen Atrium. Feste Arbeitsplätze gibt es nicht – auch Bendiek selbst findet sich morgens über eine App mit ihrer Assistentin zusammen und wählt sich einen Platz, der für sie gerade am besten passt.

Eine „Clean-Desk-Policy“ sorgt dafür, dass sie an jedem Schreibtisch sofort loslegen kann – denn jeder Mitarbeiter soll seinen Platz so verlassen, wie er ihn vorgefunden hat: leer, sauber und ohne persönliche Gegenstände. Die können in Schließfächern, Schränken und Regalfächern untergebracht werden.

Apropos Platz: In der neuen Zentrale hat Microsoft deutlich abgespeckt, vergleicht man sie mit dem früheren Domizil. Da nur noch ein Teil der rund 1900 Mitarbeiter ins Büro kommt, standen dort viele Räume bloß noch leer, sagt Bendiek. Nur noch rund 1100 Arbeitsplätze werden nun im neuen Gebäude vorgehalten – und auch hier ist an einem Vormittag im Oktober längst nicht jeder Schreibtisch in Gebrauch. In Kleingruppen sprechen Kollegen über ihr aktuelles Projekt, die Atmosphäre ist freundlich-entspannt und wirkt ähnlich wie auf einem Hochschul-Campus. Viele tragen Jeans und Sweatshirt oder Pullover, wie auch Bendiek selbst, die sich mit dem Vornamen ansprechen lässt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×