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05.10.2016

16:00 Uhr

Microsoft und die Telekom

Große Wolken in Berlin

VonIna Karabasz

Die Chefs von Microsoft und Deutscher Telekom laden zu einem gemeinsamen Termin in Berlin, um über das Thema Cloud zu sprechen. Die Amerikaner wollen von der Vertrauenswürdigkeit der Deutschen profitieren.

Der Microsoft-Chef warb für die gemeinsamen Cloud-Dienste seines Unternehmens mit der Deutschen Telekom. Reuters

Satya Nadella

Der Microsoft-Chef warb für die gemeinsamen Cloud-Dienste seines Unternehmens mit der Deutschen Telekom.

BerlinImmer mehr Besucher drängen sich durch die Tür in das kleine Auditorium, bis es rund 400 sind und sie nahezu jede Ecke im Raum ausfüllen. Sind sind gekommen, um zwei wirtschaftliche Schwergewichte gemeinsam zu sehen: Microsoft-CEO Satya Nadella und den Chef der Deutschen Telekom Timotheus Höttges. Sie hatten nach Berlin, ins Hauptstadtbüro des US-Konzerns geladen. Sie wollen darüber sprechen, wie Clouds den digitalen Wohlstand unterstützen – aber vor allem ist es ein PR-Termin.

Clouds, das sind keineswegs ungreifbare Luftgebilde, sondern harte, absolut fassbare Server, auf denen massenhaft Daten gespeichert werden können. Damit müssen die Informationen nicht mehr auf dem Computer, dem Smartphone oder einem sonstigen Gerät gespeichert werden. Programme kommen dann aus eben jenen Clouds, die entweder zentral irgendwo im Unternehmen – oder bei einem Dienstleister gespeichert werden.

Zehn Tipps für mehr IT-Sicherheit

Geschäftsleitung involvieren

Oft beschneidet das Management aus Renditegründen das Budget. Daher: Informieren und sicherstellen, dass die Firmenlenker die Tragweite des Sicherheitsprojekts erkennen.

Bestandsanalyse durchführen

Geräte und Lösungen sowie ihre Eignung für die Abwehr von Cyberattacken katalogisieren - ebenso Rechteverwaltung, Sicherheitsbewusstsein sowie interne und externe Gefahren.

Einsatzteam aufbauen

Eine zentrale Abteilung stimmt alle sicherheitsrelevanten Punkte aufeinander ab. Silos sind wenig effizient und übersehen Sicherheitslücken. Ratsam: einen Chief Information Security Officers ernennen.

Sicherheitsstrategie entwickeln

Wie viel darf welche Sicherheitsmaßnahme kosten, welche Risiken werden in Kauf genommen? Anschließend Budget- und Personal-Szenarien entwerfen.

Budgets verhandeln

Je früher Führungskräfte in das IT-Sicherheitsprojekt eingebunden sind, desto besser können sie nötige Ausgaben nachvollziehen - und desto konstruktiver gestalten sich Verhandlungen.

Sicherheitsrichtlinien ausarbeiten

Und zwar unternehmensweit: Diese sollten auch alle notwendigen Compliance- und sonstigen gesetzgeberischen Aspekte berücksichtigen.

Systeme und Updates installieren

Nicht nur moderne Systeme und Lösungen, die es mit fortschrittlichen Attacken aufnehmen, sind essenziell - aktuelle Updates sind es ebenfalls.

Schulungen vorsehen

Auf Basis eines mittelfristigen Schulungsplans festlegen: Wer wird wie oft zu welchen Themen aus- beziehungsweise fortgebildet?

Der Geschäftsleitung berichten

Dann bleibt sie dem Sicherheitsprojekt gewogen. Eine grafische Aufbereitung der Sicherheitslogs sensibilisiert nachhaltig.

Kontrollschleife einbeziehen

Regelmäßig die Effizienz neuer Maßnahmen und Strukturen durchleuchten. Dabei neue Gefahren, Lösungen am Markt sowie Organisationsveränderungen berücksichtigen.

Quelle

Schluss mit dem Silodenken: Geht es nach den Experten von Dell, sollten Mittelständler ihre Sicherheitsstrategie im Rahmen eines abteilungsübergreifenden Projekts auf einheitliche Füße stellen - und zwar mit folgenden zehn Schritten (erschienen im Magazin creditreform 06/2016):

Und dort kommen Microsoft und die Deutsche Telekom ins Spiel. Ersterer bietet seine Software, wie etwa die bekannten Office-Programme wie Word oder Excel, nun auch aus der Cloud an. Die Telekom bietet über ihre Tochter T-Systems Cloudservices an und hat in Biere in Sachsen-Anhalt ein großes Rechenzentrum gebaut. Vergangenes Jahr haben die beiden Konzerne eine Kooperation verkündet. Die Amerikaner bieten ihren Kunden nun an, ihre Daten bei den Deutschen zu speichern.

Bei der Kooperation geht es aber nicht nur um die reine Dienstleistung der Datenspeicherung. Microsoft will vom Ruf der Telekom als vertrauenswürdiger Konzern und den deutschen Datenschutzvorgaben profitieren. Sie haben ein spezielles Treuhänder-Modell vereinbart. Microsoft hat keinerlei Zugriff auf die Server, auf denen die Daten gespeichert sind. Falls doch mal ein Mitarbeiter daran muss, werden sie von speziell geschulten Technikern der Telekom begleitet. Seit Anfang September dieses Jahres ist das Angebot verfügbar.

Das soll Vertrauen schaffen – einer der wesentlichen Punkte für den Erfolg der Cloud, wie Nadella in Berlin erklärt. Andere sind die Skalierbarkeit von Angeboten und Intelligenz. Microsoft will sein Cloud-Produkt Azure zum „weltweit ersten Supercomputer“ für künstliche Intelligenz machen. Alle Kunden sollen diese Intelligenz in ihre Programme einbauen können.

Die Cloud gilt allenthalben als Geschäftsmodell der Zukunft. Das Marktforschungsunternehmen Gartner prognostiziert, dass sich die dezentrale Speicherung der Daten im Jahr 2020 durchgesetzt habe und Unternehmen statt einer defensiven Haltung gegenüber der Technologie positiv gestimmt sein werden. 2019 sollen mehr als 30 Prozent der hundert größten Software-Anbieter nur noch in neue Cloud-Produkte investieren. Den Marktforschern von IDC zufolge werden im Jahr 2019 Unternehmen weltweit 141 Milliarden Dollar für Cloud-Services ausgeben. 2015 waren es halb so viel.  Noch nutzten allerdings laut einer Umfrage des Digitalverbandes Bitkom von Mitte dieses Jahres erst 16 Prozent der Internetnutzer in den vergangenen zwölf Monaten Bürosoftware aus der Cloud für private Zwecke.

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