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16.08.2013

12:11 Uhr

Microsoft und Google

Streit um Youtube-App für Windows Phone

Microsoft wirft Google vor, die Möglichkeiten des Starts einer Youtube-App für das Windows Phone absichtlich einzuschränken. Google rechtfertigt sich damit, dass die App gegen die Richtlinien verstoße.

Google programmiert YouTube-Apps für Android und Apple. Gegenüber Microsoft verhält sich Google nicht so kooperativ.

Google programmiert YouTube-Apps für Android und Apple. Gegenüber Microsoft verhält sich Google nicht so kooperativ.

New YorkMicrosoft und Google liefern sich einen handfesten Streit um eine Youtube-App für das Betriebssystem Windows Phone. Nachdem Microsoft einen zweiten Anlauf machte, die Anwendung für die Online-Videoplattform herauszubringen, blockierte Google sie am Donnerstag erneut.

Microsoft reagierte mit Vorwürfen, der Internet-Konzern versuche, mit fabrizierten Einwänden die Nutzer von Windows Phone zu benachteiligen. „Die Straßensperren, die Google aufgestellt hat, sind nicht zu umgehen, und sie wissen das“, schrieb Microsoft-Manager David Howard in einem Blogeintrag.

Googles wichtigste Geschäfte

Vielzahl an Produkten

Google Suche, Gmail, Google Maps, der Online-Speicher Google Drive, das Smartphone-Betriebssystem Android mit dem App-Store Google Play und, und, und: Die Liste der Google-Dienste wird immer länger. Und in seinen geheimen Labs arbeitet der Konzern an einem selbstfahrenden Auto oder Ballons, über die entlegene Gegenden mit Internet-Zugängen versorgen sollen.

Hochprofitable Suche

Wenn es aber um das Geldverdienen geht, ist Google vom Geschäft mit Online-Werbung abhängig. Fast 90 Prozent des Umsatzes stammen aus diesem Segment, ein Großteil aus der Internet-Suche. In der Bilanz wird sonst nur noch ein Segment mit dem wenig aussagekräftigen Titel „Other“ (Anderes) aufgelistet.

Android

Googles Betriebssystem Android dominiert den Smartphone-Markt. Es hilft dem Konzern, seine Dienste fürs mobile Internet zu verbreiten, sorgt mit dem Play Store mit Apps, Filmen und Musik aber auch für wachsende Einnahmen. Experten vermuten, dass diese den Großteil des „sonstigen“ Umsatzes ausmachen.

Google Appsl

Um sich aus der Abhängigkeit aus den Werbeeinnahmen zu befreien, hat Google in den vergangenen Jahren immer wieder Initiativen gestartet, etwa kostenpflichte Anwendungen für Firmen. Das Office-Paket Apps for Business und die E-Mail-Plattform sind Kernbestandteile der Geschäftskundenstrategie. Google Apps generiert Umsatz aus monatlichen Gebühren.

Google+

Soziale Netzwerke sind viele Internet-Nutzer zum ersten Anlaufpunkt im Internet geworden. Facebook ist hier mit Abstand die Nummer 1, Google will dem Marktführer mit Google+ Paroli bieten. Dass der Konzern den riesigen Abstand aufholt, ist allerdings unwahrscheinlich.

Cloud Computing

Ob Gmail, Google Docs oder Google Drive: Google-Dienste laufen nicht auf dem lokalen Rechner, sondern im Rechenzentrum. Der Konzern hat eine große Expertise in Sachen Cloud Computing, die er auch vermarkten will: Firmen können Rechenleistung oder Speicher bei dem Konzern mieten.

Chrome OS

Google will mit Chrome OS ein neuartiges Betriebssystem für Computer etablieren – es setzt voll aufs Internet und ruft Daten und Dienste aus der „Wolke“ ab. Mit dem System will das Unternehmen seine Produkte verbreiten. Bislang ist die Verbreitung von Chrome OS allerdings noch überschaubar.

So habe Google nach der Sperrung der ersten Windows-App im Mai verlangt, dass die neue Anwendung in der Programmiersprache HTML5 geschrieben werde, erklärte Howard. Dies habe sich jedoch als zeitaufwendig und technisch komplex herausgestellt. Da auch Googles eigene Youtube-Apps für Apples iPhone und iPad sowie das Android-System nicht in HTML5 geschrieben seien, habe Microsoft diese Forderung am Ende nicht erfüllt. Google bemängele, dass auch die neue App gegen die Richtlinien verstoße und Werbung nicht immer korrekt darstelle.

Google programmiert die YouTube-Apps für Android und das Apple-System iOS selbst, hat aber keine Anwendung für Windows Phone im Angebot, das immer noch niedrige Marktanteile hat.

Von

dpa

Kommentare (1)

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bluerebellone

17.08.2013, 12:00 Uhr

Und genau so wird es allen anderen Konzernen auch irgendwann ergehen. Google wird seine Services irgendwann nur noch für Android anbieten und andere Systeme haben das nachsehen.

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