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25.09.2012

16:37 Uhr

Miese Aussichten

Infineon muss Kosten herunterschrauben

Infineon dreht angesichts immer schlechter laufender Geschäfte an der Kostenschraube. Um bis zu zehn Prozent sieht der Chipkonzern seine Umsätze im Weihnachtsquartal schrumpfen. Nun müssen wirksame Maßnahmen her.

Fahnen mit dem Logo von Infineon. ap

Fahnen mit dem Logo von Infineon.

MünchenDer bayerische Chipkonzern Infineon verschärft angesichts immer schlechter laufender Geschäfte seinen Sparkurs. Im laufenden Quartal werde der Umsatz leicht auf unter 990 Millionen Euro zurückgehen und die operative Marge mit zwölf Prozent noch stärker schrumpfen als zuletzt in Aussicht gestellt, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Bereits Ende Juli hatte Infineon angekündigt, dass die operative Marge für das vierte Quartal auf 13 bis 14 Prozent sinken werde und damit unter dem langfristigen Zielwert von 15 liegt.

Viel schlimmer sieht es allerdings für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft aus. Die Einnahmen würden um ein Zehntel abnehmen, die operative Rendite auf fünf bis sieben Prozent zusammenschmelzen. Damit trifft die Konjunkturkrise Infineon noch härter als ohnehin befürchtet. Bereits vor wenigen Monaten hatte der scheidende Vorstandschef Peter Bauer über Investitionsscheu in der Industrie und der Energiebranche geklagt, den Hauptabnehmer seines Hauses.

Sein Nachfolger Reinhold Ploss, der das Amt mit Beginn des neuen Geschäftsjahres ab Oktober übernimmt, will den bereits eingeschlagenen Weg mit größeren Einsparungen fortsetzen. "In Anbetracht dieser Situation wird der Vorstand Maßnahmen definieren, um über das erste Quartal des Geschäftsjahres hinaus die Profitabilität zu verbessern", hieß es. Der Halbleiterhersteller hat sich vorgenommen, im Durchschnitt über die Zyklen der Industrie hinweg eine Betriebsmarge von um die 15 Prozent zu erwirtschaften.

An der Börse kam die neuerliche Gewinnwarnung nicht gut an. Die Infineon-Titel stürzten um sieben Prozent auf ein Zwei-Monats-Tief ab und waren damit die größten Dax-Verlierer.

Bereits im Sommer hatte Infineon die kostspielige Ausweitung seiner Produktion gestoppt und angekündigt, sein Personal nicht weiter aufzustocken. "Wo wir sparen können, sparen wir jetzt", sagte Bauer bereits Ende Juli. Für das noch zwei Monate dauernde Geschäftsjahr 2011/12 veranschlagte der Chiphersteller einen Umsatz von rund 3,88 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis zwischen 504 Millionen und 543 Millionen Euro.

Der DAX-Konzern Infineon geht von deutlich schlechteren Geschäften in den kommenden Monaten aus. Der Halbleiterhersteller erwartet im bevorstehenden ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres 2012/2013, das am 1. Oktober beginnt, einen Umsatzrückgang von bis zu zehn Prozent gegenüber dem laufenden Quartal, wie Infineon mitteilte.

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