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03.02.2015

20:35 Uhr

Milliardäre und die Zeitungen

Die Magie der Macht

VonAxel Postinett

Milliardäre machen Zeitung: Carlos Slim, Jeff Bezos, Warren Buffett haben eines gemein: Sie haben Milliarden von Dollar und stecken ihr Geld in Zeitungen. Der Grund des Investments: die Macht des Medien-Tycoons.

Bei den Investitionen in Zeitungen spielt die Marge einer untergeordnete Rolle. AFP

Die Verlockung der Zeitung

Bei den Investitionen in Zeitungen spielt die Marge einer untergeordnete Rolle.

San FranciscoDer Boom einer Branche hört sich anders an. Der Nettogewinn der legendären New York Times sank im vierten Quartal um 46,9 Prozent auf 34,8 Millionen Dollar. Der Umsatz stieg marginal um 0,2 Prozent auf 444,7 Millionen Dollar. Der Umsatz mit der gedruckten Ausgabe geht kontinuierlich zurück. Die neuen digitalen Angebote können das derzeit nur halbwegs ausgleichen. Stellen werden abgebaut. Der Gesamtumsatz 2014 war mit Plus 0,7 Prozent auf 1,588 Milliarden Dollar „praktisch unverändert“ zum Vorjahr, gibt sich der Chef der New York Times, Mark Thompson, erleichtert. Das sei „der beste Trend seit 2005.“

Die schwarze Null wird zum neuen Plus. Einen Silberstreif macht er im vierten Quartal aus: Während die Anzeigenerlöse in Print um 9,2 Prozent wegbrachen, ging es digital um 19 Prozent aufwärts. Doch das reichte noch nicht. Der Anzeigenumsatz insgesamt fiel weiter um 2,1 Prozent. Das kleine Gesamtplus retteten höhere Preise für die Hauszustellung.

Das alles hört sich wahrlich nicht nach großen Chancen der Medienbranche an. Trotzdem wandelte Multimilliardär Carlos Slim aus Mexiko erst vor wenigen Tagen um: Der zweitreichste Mann der Welt übte Anfang Januar Bezugsrechte auf acht Prozent der Anteile der Muttergesellschaft der New York Times für 101 Millionen Dollar aus. Insgesamt besitzt er jetzt 16,8 Prozent, allerdings stimmrechtslose, Anteile an der amerikanischen Prestigezeitung.

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Milliardäre mögen normalerweise keine wachstumslosen Unternehmen. Warum investiert Slim trotzdem? Warum stieg Amazon-Chef Jeff Bezos für 250 Millionen Dollar in die Washington Post ein uns sammelt Star-Investor Warren Buffett an Zeitungen, was er bekommen kann?

Die Antwort liegt im Süden Kaliforniens. Majestätisch thront es über den Hügeln von San Simeon und übt eine magische Anziehungskraft aus, das Schloss, von dem George Bernard Shaw einmal gesagt hat, es sei „der Ort, den Gott gebaut hätte, wenn er das Geld dafür gehabt hätte“. Es ist Hearst Castle, das 165-Zimmer-Anwesen des Zeitungs-Tycoons William Randolph Hearst. Es ist die steingewordene Inkarnation von Glanz und Machtfülle der Medien im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.

Kommentare (3)

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Juan Garcias

04.02.2015, 07:22 Uhr

Warum in die Ferne schweifen, wenn das "Gute" (Medienmonopol der Reichen Elite) liegt so nah.

Springer (Eigentümerin dieser Zeitung), Liz Mohn (Bertelsmann), Burda...

Die Finanz- und Wirtschaftsteile sind fast deckungsgleich. "Aktien sind alternativlos...", "Deutschland geht es gut"...

Herr wulff baer

04.02.2015, 09:27 Uhr

Dass die Investments der Konzerne in Zeitungen eine gute Investition sind, bezweifle ich.
Der fortschreitende Niedergang der gedruckten Medien ist doch offensichtlich.
Und je mehr das Internet, die Informations-Führerschaft mit kostenlosen Inhalten übernimmt, desto kleiner die zu erwartenden Profite.
Die jetzige Struktur unserer L-Medien ist so wenig glaubwürdig und attraktiv, dass man gut darauf verzichten kann.

Herr D. Dino54

05.02.2015, 10:59 Uhr

Das nennt man kranker, perverser Lobbyismus und gefährdet zunehmend unsere Demokratien in Deutschland und Europa !

Das geht auf Dauer nicht gut, da bin ich mir sicher !

>> Die Welt wird nicht bedroht von Menschen die BÖSE sind, sondern von Menschen, die das Böse zulassen <<

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