Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.01.2012

13:27 Uhr

Milliarden-Investition

Finanzinvestor TGP liebäugelt mit Olympus

Olympus braucht nach seinem Bilanzskandal dringend frisches Kapital - und das könnte das Unternehmen nun vom Finanzinvestor TGP bekommen. Dieser will offenbar eine Milliarde Dollar investieren - aber nicht ganz allein.

Olympus benötigt dringend frisches Geld. dpa

Olympus benötigt dringend frisches Geld.

TokioDer skandalumwitterte Kamera- und Medizingerätehersteller Olympus kann offenbar auf die dringend notwendige Finanzspritze hoffen. Der Finanzinvestor TPG wolle rund eine Milliarde Dollar locker machen, um Olympus am Leben zu halten, sich dabei aber einen Technologiekonzern mit an Bord holen, sagte eine mit den Überlegungen von TPG vertraute Person am Freitag. TPG habe dazu bereits die Konzerne Sony, Canon, Fujifilm und Panasonic über seine Investitionsabsichten informiert. Diese hätten aber noch nicht erkennen lassen, ob sie sich eine Zusammenarbeit mit TPG vorstellen könnten. TPG wollte sich nicht äußern.

Olympus braucht dringend frisches Kapital in Höhe von rund 1,3 Milliarden Dollar, nachdem das Unternehmen einen Bilanzskandal einräumen musste. Demnach wurden in den vergangenen Jahren 1,7 Milliarden Dollar falsch verbucht. Verluste aus Wertpapiergeschäften wurden als Kosten für Beratungen und Firmenzukäufe ausgewiesen.

Einem Medienbericht zufolge hält Olympus deshalb Ausschau nach einem Finanzpartner. Schon im kommenden Monat wolle der Konzern über eine Zusammenarbeit entscheiden, hieß es am Vortag. Die Japaner wollten sich dazu nicht direkt äußern. Es hieß lediglich, dass verschiedene Optionen geprüft würden.

Elektronikkonzernen wie Sony, Canon oder Panasonic kommt der rasante Fall des einst ehrwürdigen Konzerns nicht ungelegen. Denn sie wollen in die lukrative Medizingeräte-Branche expandieren und haben Interesse am Endoskope-Geschäft von Olympus, hatte es in Bankenkreisen geheißen. Canon sagte am Freitag, es denke nicht über eine Allianz mit Olympus nach, Panasonic und Sony wollten sich nicht äußern.

Für Fujifilm, das bereits in diesem Segment tätig ist, dürfte es Experten zufolge hingegen schwierig werden, stärker mit Olympus zusammenzuarbeiten - die beiden Firmen kämen auf einen Marktanteil von 80 Prozent, was die Kartellaufsicht auf den Plan rufen dürfte. Fujifilm sagte, TPG habe bislang keinen Kontakt aufgenommen.

Als potenzieller Partner galt auch Samsung Electronics. Der Technologiekonzern schloss jedoch am Freitag eine Beteiligung an oder eine Investition in Olympus aus. Samsung sei nicht interessiert an Dingen, die andere bereits gut machten. Samsung werde das machen, was das Unternehmen besser könne, sagte Konzernchef Gee-sung Choi am Freitag zu Reuters am Rande der Elektronikmesse in Las Vegas. Ein Mitarbeiter des Mutterkonzerns Samsung, der namentlich nicht genannt werden wollte, sagte, Samsung Electronics sei nur an einer begrenzten Kooperation mit Olympus interessiert.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×