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19.07.2012

16:25 Uhr

Milliarden-Übernahme

BC Partners kauft in US-Kabelbranche zu

Zusammen mit einem kanadischen Pensionsfonds übernimmt BC Partners einen der großen Fische auf dem US-Kabelmarkt: Suddenlink. Die Übernahmen lassen sich die Partner Milliarden kosten.

Ein Techniker bei Kontrollen im Technikzentrum eines Kabelnetzbetreibers. ap

Ein Techniker bei Kontrollen im Technikzentrum eines Kabelnetzbetreibers.

TorontoDrei Jahre nach ihrem Ausstieg in Deutschland kauft sich BC Partners nun in den USA ins Kabelfernseh-Geschäft ein. Für rund 2,5 Milliarden Dollar übernimmt der ehemalige Unitymedia -Eigentümer zusammen mit einem kanadischen Pensionsfonds das Unternehmen Suddenlink, die Nummer sieben auf dem riesigen US-Kabelmarkt. Suddenlink setzt mit 6000 Mitarbeitern rund zwei Milliarden Dollar im Jahr um und hat 1,4 Millionen Telefon-, Internet- und Fernseh-Kunden in Texas, West Virginia, North Carolina, Oklahoma, Arkansas und Louisiana. Mit einem operativen Gewinn (Ebitda) von 743 Millionen Dollar ist Suddenlink hochprofitabel. "Das ist eine fantastische Firma", sagte Raymond Svider, der die Übernahme für BC Partners eingefädelt hat, am Donnerstag in einer Telefonkonferenz.

Das Unternehmen gehörte bisher schon Finanzinvestoren: Goldman Sachs Capital Partners, Quadrangle und Oaktree Capital. Geführt wird Suddenlink von Jerry Kent, einem Urgestein der US-Kabelbranche, der bereits den Rivalen Charter Communications aufgebaut und an die Börse geführt hatte. Das kann sich Svider auch für Suddenlink vorstellen. Groß genug sei die Firma jedenfalls. "Wir haben viele Optionen", sagte er. BC Partners werde aber auch Gelf für weitere Zukäufe bereit stellen.

BC Partners und der Pensionsfonds CPPIB aus Toronto steuern jeweils eine Milliarde Dollar in Form von Eigenkapital für den Kauf bei. Dazu kommen 500 Millionen Dollar neue Schulden. Vier Milliarden Dollar Verbindlichkeiten lasten allerdings schon auf Suddenlink. Sie müssten nicht neu finanziert werden, betonte Svider. Daraus ergibt sich ein Firmenwert von 6,6 Milliarden Dollar. Nach dieser Rechnung ist Suddenlink die größte Übernahme durch Finanzinvestoren in den USA 2012. Die Private-Equity-Branche hat seit der Finanzkrise in Europa Schwierigkeiten, von Banken das Fremdkapital in dem Maße zu bekommen, wie sie es für ihr angestammtes Geschäftsmodell braucht. In den USA seien die Märkte aber ganz anders, sagte Svider.

Kabelgesellschaften gehören zu den stabilen und wenig konjunkturabhängigen Branchen, die attraktiv für Investoren sind. Dort lässt sich mit Investitionen in neue Technik und die Netz-Infrastuktur viel bewegen - eine Strategie, die BC Partners schon bei Unitymedia erfolgreich umgesetzt hatte. In Deutschland sieht Svider aber keine Gelegenheiten mehr für BC Partners: "Wir haben unseren Beitrag zum Umbau der Branche geleistet. Das überlassen wir jetzt Liberty Global " - dem Käufer von Unitymedia und Kabel BW.

Weltweit ist die Branche weiter in Bewegung: Erst vor einem Jahr hatte BC Partners die schwedische Kabelfirma Com Hem für 2,6 Milliarden Dollar gekauft, im vergangenen August zahlte Time Warner drei Milliarden Dollar für den im Mittleren Westen der USA aktiven Netzbetreiber Insight Communications. Erst am Mittwoch kaufte sich die kanadische Cogeco Cable für 1,36 Milliarden Dollar mit der Übernahme von Atlantic Broadband in den US-Markt ein.

Von

rtr

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