Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.07.2011

16:12 Uhr

Milliardendeal geplatzt

Murdoch beugt sich dem Druck und bläst BSkyB-Übernahme ab

Der Medienunternehmer reagiert auf den Druck der Öffentlichkeit und kippt die milliardenschwere Übernahme des britischen Bezahlsenders BSkyB. Eine bittere Entscheidung für den erfolgsverwöhnten Milliardär.

Murdoch-Kritiker demonstrieren mit Puppen gegen die Macht des Medienunternehmers. Quelle: dpa

Murdoch-Kritiker demonstrieren mit Puppen gegen die Macht des Medienunternehmers.

LondonDer US-Medienkonzern News Corp. von Rupert Murdoch zieht sein milliardenschweres Gebot für die Senderkette BSkyB zurück. Der Unternehmer beugt sich damit dem öffentlichen Druck, der im Zuge des Abhörskandals immer größer wurde. „Es ist klar geworden, dass es in diesem Klima zu schwierig ist, weiter zu machen“, teilte der Konzern mit.

Premierminister David Cameron begrüßte den Schritt. Murdochs Unternehmen sollten sich darauf konzentrieren den Schlamassel zu beseitigen und ihr Haus in Ordnung zu bringen, hieß es aus seinem Büro. Regierung und Opposition hatten den Unternehmer zuvor aufgefordert, die geplante Komplettübernahme abzusagen. Heute wollte das britische Unterhaus einen entsprechenden Antrag verabschieden.

Der Skandal verhindert nun einen der wichtigsten Deals in der Geschichte des Konzerns. News Corp. wollte die 61 Prozent der Aktien des Satellitensenders BSkyB, die ihm noch nicht gehören, für acht Milliarden Pfund kaufen. BSkyB ist nicht nur äußerst profitabel, der Sender gehört auch zu den wichtigsten Wachstumstreibern des Konzerns. News Corp. stellte aber klar, dass es langfristiger Aktionär des Senders bleiben werde.

Zum Verhängnis werden Murdoch jetzt die illegalen Praktiken bei Zeitungen seines Medienimperiums, die einen Sturm der Entrüstung in Großbritannien auslösten. So soll das inzwischen geschlossene Blatt "News of the World" nicht nur Handy-Mailboxen von Prominenten, sondern auch von Mordopfern angezapft haben.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Wolf

13.07.2011, 18:29 Uhr

Murdoch - or better his newspapers and publications as well as TV activities should disappear completely. Unfortu-nately, being German, I also know English and must, unwil-lingly because of the very wide distribution of his pro-ducts, watch and/or read them.

Good night.

Wolfgang Gluschke
pedroventuro@live.com

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×