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08.10.2013

20:49 Uhr

Milliardeneinnahmen

Telekom will US-Schulden vergolden

Mit dem Verkauf der Schulden der amerikanischen Tochter T-Mobile US an internationale Investoren erhofft sich die Telekom Milliardeneinnahmen. Sie wären für die Unternehmensentwicklung dringend nötig.

Die Schulden der US-Tochter sollen der Telekom Geld einbringen. dpa

Die Schulden der US-Tochter sollen der Telekom Geld einbringen.

FrankfurtDie Deutsche Telekom macht einen Teil der von ihr gehaltenen Schulden der amerikanischen Mobilfunk-Tochter zu Geld. Der Konzern stieß dabei auf großes Interesse und stockte das Volumen auf insgesamt 5,6 Milliarden Dollar auf, wie die Reuters-Tochter IFR am Dienstagabend (MESZ) berichtete. Gelingt der Deal, wäre es die zweitgrößte Platzierung hochverzinster Anleihen in den USA in diesem Jahr.

Die Telekom hatte am Dienstagnachmittag bekanntgegeben, sich von drei Anleihen ihrer Tochter T-Mobile US über insgesamt 3,1 Milliarden Dollar (2,3 Milliarden Euro) trennen zu wollen. Die Zinsen für die 2019, 2021 und 2023 fälligen Anleihen liegen bei über sechs Prozent. Zusätzlich bietet der Konzern nun auch zwei Anleihen über jeweils 1,25 Milliarden Dollar an, die 2020 und 2022 auslaufen.

Es sei Ziel der Telekom, dass sich die Tochterunternehmen des Bonner Konzerns selbst auf dem Markt refinanzieren, begründete ein Telekom-Sprecher den Verkauf der Anleihen an internationale Investoren. Die Mittel aus dem Verkauf der Anleihen sollten der allgemeinen Unternehmensfinanzierung dienen. Die Telekom selbst stand Ende Juni mit 41 Milliarden Euro in der Kreide.

Die größten Mobilfunker der Welt

Platz 1

China Mobile

Umsatz: 92,3 Milliarden Euro
Mobilfunkverbindungen: 790,6 Millionen

Platz 2

Vodafone Group (Großbritannien)

Umsatz: 58,5 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 435,9 Millionen

Platz 5

América Móvil Group (Mexiko)

Umsatz: 35,5 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 266,9 Millionen

Platz 6

Telefónica Group (Spanien)

Umsatz: 42,0 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 249,4 Millionen

Platz 3

China Unicorn

Umsatz: 29,9 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 295,0 Millionen

Platz 6

Verizon Wireless (USA)

Mobilfunkverbindungen: 114,5 Millionen (+ 5 Prozent)

Mobilfunkumsatz: 65 Milliarden Dollar (+ 7 Prozent)

Platz 7

VimpelCom Group (Niederlande)

Umsatz: 15,8 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 218,2 Millionen

Platz 8

Orange Group (Frankreich)

Umsatz: 22,4 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 184,6 Millionen

Platz 9

Bharti Airtel Group (Indien)

Mobilfunkverbindungen: 259,8 Millionen (+ 7 Prozent)

Mobilfunkumsatz: 12,6 Milliarden Dollar (+ 6 Prozent)

Platz 10

AT&T Mobility (USA)

Mobilfunkverbindungen: 107,3 Millionen (+ 3 Prozent)

Mobilfunkumsatz: 59,7 Milliarden Dollar (+ 4 Prozent)

Deutsche Telekom

Die Deutsche Telekom landet auf Platz 12 mit 111 Millionen Kunden und einem Mobilfunkumsatz in Höhe von 33,37 Milliarden Dollar (minus drei Prozent).

Der Bonner Konzern hatte im Mai seinen amerikanischen Ableger T-Mobile USA mit dem Regionalanbieter MetroPCS zusammengelegt, um auf dem Markt endlich eine kritische Größe zu gewinnen. Die Telekom hält einen Aktienanteil von 74 Prozent an dem mittlerweile in T-Mobile US - das "A" wurde gestrichen - umbenannten Unternehmen und hat die alte Börsennotierung von MetroPCS übernommen. Die Aktien von T-Mobile US werden damit an der New Yorker Börse gehandelt. Im Zuge des Deals hatte die Telekom der Tochter 11,2 Milliarden Dollar an Fremdkapital in Form von Anleihen bereitgestellt.

Nach jahrelangem Niedergang kam T-Mobile US jüngst wieder auf die Beine: Im zweiten Quartal konnte der viertgrößten US-Mobilfunker scharenweise neue Abonnenten locken. Der Ausbau des einst löcherigen Handynetzes und die Einführung des iPhones, das der Telekom-Ableger nach jahrelanger Verspätung erst seit April anbietet, brachten die Wende.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

08.10.2013, 22:32 Uhr

Und ich dachte, nachdem man uns dies immer und immer wieder geprädigt hat, Schulden seien was Schlechtes. Der kleine Hinweis, dass es sich eigentlich um Fremdkapital handelt wird nur beiläufig erwähnt, aber nicht erklärt. Und jedes größere Unternehmen hat dies in der Bilanz.
Es wäre mal an der Zeit, dass Journalisten Begriffe wie Forderungen, Verbindlichkeiten, Fremdkapital, Schulden usw. mal richtig verwenden.

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