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31.01.2005

13:10 Uhr

Milliardenfusion auf US-Telefonmarkt

SBC schnappt sich AT&T

Die US-Telefonunternehmen SBC Communications schluckt den mehr als 125 Jahre alten traditionsreichen AT&T-Konzern. Durch den milliardenschweren Deal entsteht der größte Telekommunikationskonzern der USA.

HB NEW YORK. SBC übernimmt den ehemaligen Mutterkonzern AT&T für 16 Mrd. Dollar (12,3 Mrd Euro). Dies gaben die beiden Unternehmen am Montag bekannt. Es entsteht ein Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 71 Mrd. Dollar. SBC hat 52 Mill. Kunden in 13 Bundesstaaten im Südwesten, Westen und Mittleren Westen der USA. Der Unternehmen verfügt auch über 5,1 Mill. DSL-Internetkunden und kontrolliert den größten US-Mobilfunkanbieter Cingular Wireless zu 60 %. SBC hatte 2004 einen Umsatz von 40,8 Mrd. Dollar, plus 0,7 %. Der SBC-Gewinn war um 30 % auf 5,9 Mrd. Dollar gefallen.

Die AT&T-Aktionäre sollen 0,77942 SBC-Aktien je eigenen Anteil erhalten. Hinzu kommt bei Abschluss der Transaktion noch eine Sonderdividende von 1,30 Dollar je AT&T-Aktie in bar, so dass die Gesamtzahlung auf derzeit 19,71 Dollar je AT&T-Anteil hinausläuft.

AT&T hatte 2004 einen starken Umsatzrückgang von 11,6 % auf 30,5 Mrd. Dollar verbucht. Der Jahresverlust hatte 6,1 Mrd. Dollar betragen verglichen mit einem Gewinn von 1,9 Mrd. Dollar im Vorjahr. Für 2005 prognostizierte AT&T einen weiteren Umsatzrückgang auf 25 Mrd. Dollar bis 26 Mrd. Dollar. Trotz seiner starken Einbußen hat AT&T noch 24 Mill. Ferngesprächskunden und ist damit nach wie vor Nummer eins in diesem immer schwächeren Geschäftssektor. Für SBC sind aber das weltgrößte Telekommunikationsnetz von AT&T sowie drei Mill. AT&T- Unternehmenskunden in aller Welt das Hauptmotiv für den Kauf.

Die beiden Unternehmen versprechen sich Synergieeffekte von 15 Mrd. Dollar, durch Personaleinsparungen und die Zusammenlegung von Betrieben und sich überschneidender Funktionen. Der Kauf soll von 2008 an gewinnfördernd sein. Die Transaktion muss von den Aktionären beider Unternehmen und von den Wettbewerbsbehörden genehmigt werden. Der Abschluss soll in der ersten Hälfte 2006 über die Bühne gehen.

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