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16.01.2003

22:45 Uhr

Milliardenschwere Abschreibungen

Sun verbucht Rekordverlust

Massive Abschreibungen haben dem US-Computerkonzern Sun Microsystems im abgelaufenen Quartal unter dem Strich einen Rekordverlust in Milliardenhöhe beschert. Das Unternehmen gab am Donnerstag nach Börsenschluss allerdings trotz des schwierigen Branchenumfelds überraschend einen kleinen operativen Gewinn bekannt. Sun-Aktien verzeichneten nachbörslich Kursverluste.

Reuters SANTA CLARA. Der Hersteller von Netzcomputern wies für das zweite Geschäftsquartal (bis Ende Dezember) mit einem Fehlbetrag von 2,28 Mrd. (Vorjahreszeitraum minus 431 Millionen) Dollar den höchsten Nettoverlust der Konzerngeschichte aus. Das Ergebnis sei durch Abschreibungen im Volumen von 2,1 Mrd. Dollar sowie Kosten für Stellenabbau von 357 Mill. Dollar belastet worden. Ohne Einmalposten ergab sich ein Gewinn von zehn Mill. Dollar oder Null Cent je Aktie. Analysten hatten auf dieser Basis im Schnitt einen Verlust von zwei Cent je Aktie prognostiziert. Der Quartalsumsatz ging auf 2,92 (3,11) Mrd. Dollar zurück und lag damit im Rahmen der Expertenschätzungen von 2,91 Mrd. Dollar.

Sun teilte weiter mit, die von Investoren viel beachtete Bruttomarge zum Vorquartal um 2,1 %punkte auf 43,3 % verbessert zu haben. Konzernchef Steve McGowan wollte keine Gewinn-Prognose für das laufende Quartal abgeben. Wegen des unsicheren Marktumfelds werde das Unternehmen auch keinen Zwischenbericht zur Quartalsmitte vorlegen.

Sun hatte in den vergangenen Jahren vom inzwischen längst verblassten Boom in der so genannten Dotcom-Branche profitiert, da die Internet-Gründungen sich bevorzugt für die leistungsstarken Computer des kalifornischen Unternehmens entschieden hatten. Die Krise der Internet-Industrie hatte Sun daher hart getroffen.

Die Investoren haben Zweifel, ob sich Sun gegen die verstärkte Konkurrenz durch Hersteller von Personalcomputern, die mit Prozessoren des weltgrößten Chipherstellers Intel laufen, behaupten könne. Auf dem Markt für leistungsstarke Rechner wird ein harter Preiskampf ausgetragen. Sun-Aktien hatten im vergangenen Jahr drei Viertel ihres Wertes verloren. Die Papiere des breiter aufgestellten Konkurrenten IBM hatten demgegenüber lediglich um gut ein Drittel nachgegeben.

Am Donnerstag fielen Sun-Aktien im nachbörslichen Handel auf der elektronischen Handelsplattform Instinet auf 3,50 Dollar nach einem Schlusskurs von 3,70 Dollar.

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