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26.01.2012

12:51 Uhr

Milliardenverlust

Niedergang von Nokia setzt sich ungebremst fort

Der Handykonzern schreibt einen Quartalsverlust von rund einer Milliarde Euro. Selbst der Erfolg mit dem Windows-Phone Lumia macht wenig Mut. Doch Nokia-Chef Elop sagt der Konkurrenz trotzdem in hartem Ton den Kampf an.

Das neue Nokia Lumia wurde auf der Elektronik-Messe in Las Vegas vorgestellt. AFP

Das neue Nokia Lumia wurde auf der Elektronik-Messe in Las Vegas vorgestellt.

Espoo/HelsinkiDer einst souveräne Handy-Marktführer Nokia kämpft weiter mit roten Zahlen und sinkenden Verkäufen, kann aber erste kleine Erfolge für seine neuen Lumia-Smartphones melden. Kurz nach den Mega-Erfolgszahlen des US-Rivalen Apple mit dem iPhone mussten die Finnen am Donnerstag einen Verlust von 1,1 Milliarden Euro für das letzte Quartal 2011 bekanntgeben. Der Umsatz ging um gut ein Fünftel auf zehn Milliarden Euro zurück.

Vom dem Ende November herausgekommenen Smartphone Lumia mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows Phone setzte Nokia bisher „gut eine Million“ Geräte ab, hieß es aus der
Konzernzentrale in Espoo weiter.

„Man wird sehen, wie wir von diesem Punkt aus bei Verkauf, Marketing und der schrittweisen Einführung von Produkten nach vorn marschieren“, sagte Konzernchef Stephen Elop.

Die Lumia-Modelle gelten als der große Hoffnungsträger für Nokia, um verlorenen Boden gegenüber Apple und anderen Konkurrenten mit dem Google-Betriebssystem Android wieder gutzumachen. Bei Apple schossen die Verkaufszahlen des iPhone in den letzten drei Monaten auf 37 Millionen Geräte hoch.

Elop hielt der krasse Kontrast zwischen Apples Rekordgewinnen und den eigenen roten Zahlen nicht davon ab, der Smartphone-Konkurrenz in kriegerischen Worten den Kampf mit Lumia als Waffe anzusagen: „Unser sehr klares Anliegen war, bei diesem Krieg der Ökosysteme einen Brückenkopf zu errichten. Und genau das ist es, was wir jetzt in einem Land nach dem anderen schaffen.“ Die Nokia-Aktie legte nach den Zahlen zeitweise um sechs Prozent auf 4,30 Euro zu. Börsianer verwiesen darauf, dass um Einmaleffekte bereinigte operative Zahlen trotz eines Rückgangs noch schwarz waren.

Nokias Jahresverlust erreichte 1,16 Milliarden Euro nach einem Gewinn von 1,85 Milliarden 2010. Der Umsatz sank von 42,45 auf 38,66 Milliarden Euro. Im besonders umkämpften und attraktiven Segment für Smartphones ging Nokias Umsatz insgesamt um 38 Prozent zurück und die Zahl verkaufter Geräte um 31 Prozent auf 19,6 Millionen. Dies betraf vor allem die Modelle mit dem bisherigen Nokia-Betriebssystem Symbian.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Hans

26.01.2012, 14:16 Uhr

Ein Absatz von 2 Millionen wäre schon Desaströs für ein Topmodell im 4. Quartal, aber bei nur 1 Millionen kann man einfach nur sagen, das wars Nokia. Es wurde 1 Millionen im Topquartal nur ausgeliefert, und nicht verkauft. Jetzt kommt das Schwächste Quartal des Jahres für Nokia. Wenn die den (Aufwärtstrend) fortsetzen, setzen die davon wenns gut geht eine 1/2 Millionen ab. Lange überlebt Nokia das nicht. Eine Dividende gibt es auch nicht mehr. MS wird Nokia nur Geschenkt übernehmen. Wenn ich Nokia Aktien hätte, würde die sofort verkaufen.

SolomonioumPH5

26.01.2012, 14:55 Uhr

Wer ein Smartphone wie das Lumia 800 für über 440 € verkauft brauch sich nicht wundern.

Den Imagebonus von Apple, Samsung muss man sich erst einmal erarbeiten.

Da bringen auch Guerilla-Marketing Memes (3310 war ja soooo toll) auf 9gag.com nichts!

axro

26.01.2012, 15:54 Uhr

@ Hans
Sehr gut informiert scheinen Sie nicht zu sein: Dank des im vierten Quartal erzielten non-IFRS Gewinns in Höhe von fast einer halben Milliarde Euro gibt es eine Dividende von vermutlich €0,20 pro Aktie.

Nokia hat alle Analystenerwartungen klar übertroffen. Mehr als eine Million verkaufte Lumias in gut einem Monat in nur ein paar wenigen Ländern ist ein ordentlicher Auftakt. Das erste iPhone verkaufte sich nach den ersten sechs Monaten seiner Einführung lediglich1ich 1,3 Millionen Mal.

Wer schlau ist, kauft jetzt Nokia.

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