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19.07.2013

08:08 Uhr

Millionen-Abschreibungen

Purzelnder PC-Markt rüttelt an Microsoft

Der PC-Markt ist im jüngsten Quartal eingebrochen, sagt Microsoft. Das trifft das Geschäft des Software-Giganten – zumal der Verkauf eigener Tablet-Computer kaum voran kommt. Dennoch macht der Konzern satten Gewinn.

Vorstandschef Steve Ballmer bei der Präsentation von Windows 8: Microsoft überzeugte die Tablet-Fans nicht, auch wenn das neue Betriebssystem auf das Produkt Surface zugeschnitten ist.

Vorstandschef Steve Ballmer bei der Präsentation von Windows 8: Microsoft überzeugte die Tablet-Fans nicht, auch wenn das neue Betriebssystem auf das Produkt Surface zugeschnitten ist.

RedmondDer Trend zu Tablet-Computern macht Microsoft schwer zu schaffen. Der schleppende Verkauf herkömmlicher Computer lastete im vierten Quartal des Geschäftsjahrs auf dem Geschäft mit dem Betriebssystem Windows. Auf die Flachcomputer mit Fingersteuerung ist das neue Windows 8 zwar explizit zugeschnitten, der Markt für deren Systeme wird aber von Apple und Google dominiert.

Das eigene Tablet-Modell Surface hat einen schweren Stand gegen Apples iPad und die oft billigeren Android-Tablets und entwickelte sich für Microsoft zugleich offenbar stärker zu einem Ladenhüter als erwartet: Der weltgrößte Software-Konzern musste mit 900 Millionen Dollar eine überraschend große Summe für seine unverkauften Surface-Geräte abschreiben, wie die Amerikaner am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilten. Diese Woche hatte Microsoft eine Preissenkung für die Geräte verkündet.

Update für unbeliebtes Betriebssystem

Frischer Wind für Windows 8

Update für unbeliebtes Betriebssystem: Frischer Wind für Windows 8

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Der PC-Markt sei um ein Fünftel geschrumpft, sagte Finanzvorstand Amy Hood. Das macht vor allem den Verkauf des Betriebssystems Windows schwieriger. Dennoch machte der Konzern unter dem Strich in den zurückliegenden drei Monaten fast fünf Milliarden Dollar (3,8 Milliarden Euro) Gewinn. Das entsprach einem Gewinn von 59 Cent je Aktie. Damit verfehlte das Unternehmen die Erwartungen der Analysten, die Microsoft im Durchschnitt 75 Cent zugetraut hatten. Die Aktie verlor nachbörslich bis zu 6,9 Prozent. Im Vorjahreszeitraum hatte Microsoft wegen einer hohen Abschreibung auf die zugekaufte Online-Werbefirma Aquantive einen Verlust von annähernd einer halben Milliarde Dollar ausgewiesen.

Eine „weiterhin starke Nachfrage nach Angeboten für Firmenkunden“ und Online-Speicherdienste sei aber zu verzeichnen, so Microsoft. Der Konzernumsatz stieg im Berichtsquartal daher um zehn Prozent auf 19,9 Milliarden Dollar – doch der Markt hatte sich auf 20,7 Milliarden Dollar eingestellt. Unter anderem hatten die Analysten mit mehr Surface-Verkäufen gerechnet. Im Quartal setzte Microsoft laut der Marktforschungsfirma IDC 900.000 Stück ab.

Die wichtigsten Neuerungen in Windows 8.1

Startknopf

Tatsächlich kommt der Startknopf zurück, wie viele Nutzer es gefordert haben. Nach einem Klick öffnet darauf sich allerdings kein Fenster, sondern der Startbildschirm, den Microsoft mit Windows 8 eingeführt hat.

Desktop-Modus

Wer ein Gerät ohne Touchscreen hat, kann künftig im klassischen Desktop-Modus starten.

Sperr-Bildschirm

Der Sperr-Bildschirm wird persönlicher: Er zeigt Fotos als Diaschau an. Zudem können Nutzer Skype-Anrufe direkt entgegennehmen und Aufnahmen mit der Kamera machen.

Umgang mit mehreren Monitoren

Windows 8.1 erleichtert den Umgang mit mehreren Monitoren enorm, ohne große Konfiguration können Anwendungen auf den Bildschirmen hin- und hergeschoben werden.

Universalsuche

Das Betriebssystem bekommt eine Universalsuche, die nicht nur Ergebnisse vom Computer, sondern auch aus dem Internet liefert. Damit lassen sich schnell installierte Apps aufspüren und starten, aber auch eigene Texte oder Websites finden.

Internet Explorer 11

Microsoft hat seinen Browser Internet Explorer 11 für die Touch-Bedienung optimiert – er ist Teil von Windows 8.1.

Unterstützung für 3D-Drucker

Das Betriebssystem soll das drahtlose Drucken erleichtern – entweder per WLAN oder NFC. Zudem enthält Windows 8.1 Treiber für 3D-Drucker, womit die Erstellung von 3D-Objekten so leicht werden soll wie der Druck eines Dokumentes.

Leichtere Verwaltung

Die IT-Abteilungen in Unternehmen können kontrollieren, welche Anwendungen auf dem Startbildschirm eines Rechners liegen. Über „Work Folders“ lassen sich Daten aus den Benutzerordnern mit dem Unternehmensnetzwerk synchronisieren.

Regelmäßige Updates

Windows 8.1 erscheint nur ein Jahr nach Windows 8. Damit steht das Betriebssystem für eine neue Update-Politik: Microsoft will künftig häufiger neue Versionen veröffentlichen. Damit kann der Software-Hersteller besser auf Trends und Kundenwünsche eingehen, wie es heutzutage viele Firmen tun.

Beim weiteren Blick in die Zahlen zeigt sich, wo die Probleme liegen: Der Gewinn der Windows-Sparte halbierte sich auf knapp 1,1 Milliarden Dollar. Als gute Gewinnbringer erwiesen sich aber einmal mehr die Office-Büroprogramme („Word“, „Excel“) sowie die Server-Software. Der Verlust in der Xbox-Spielesparte ging zurück.

Microsoft-Chef Steve Ballmer hatte zuletzt einen großen Umbau des Managements angekündigt, um Microsoft fit für die neue Computerwelt zu machen. Beispielsweise werden künftig alle Betriebssysteme unter einem Dach entworfen; das gleiche gilt für die Entwicklung aller Hardware. Zunächst ruht die Hoffnung des Unternehmens aber auf der Einführung des neuen Windows 8.1, dessen finale Version im August erscheinen soll. Mit Windows 8.1 kehrt auch der von vielen Nutzern schmerzlich vermisste Start-Button zurück. Die Kritik am Kachel-Design von Windows 8 hatte zu Konsequenzen geführt. Ballmer will zudem weg vom Image Microsofts als vornehmlichem Software-Konzern. Stattdessen legt er den Fokus auf Geräte und Services.

Quartalszahlen enttäuschen

Anleger hadern mit Google und Microsoft

Quartalszahlen enttäuschen: Anleger hadern mit Google und Microsoft

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Kommentare (9)

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Spartacus

19.07.2013, 07:46 Uhr

Microsoft ist eine Sekte und keine Firma!
Man schaue sich nur das Face dieses Guru Ballmer an...
Und Millionen dümmlich-devoter Jünger hängen an seinen Lippen...

Befreiung jetzt mit LINUX und Open Source!

Sinclair

19.07.2013, 08:20 Uhr

Sorry aber Linux eiert jetzt mindestens schon 13 Jahre rum und es wird nix...

Bei Microsoft wundert mich auch nichts, die haben 2001 schon ihre TabletPC versenkt mit scheiss Marketing und überzogenen Preisen. Und jetzt mit ihren Tablets und Surface /Metro geht es einfach genauso weiter, zu schwer, blöde Ami Werbung, kein Mehrwert - vermutlich sind immernoch die gleich Leute für die Produktentwicklung zuständig - jedoch bekommt man als ende 40er dann nichts vernünftiges mehr hin.


Wenn Microsoft so weiterwurschtelt sind die in 5-10 Jahren Geschichte.

Spartacus

19.07.2013, 08:25 Uhr

@Sinclair,

wie bitte?!

Sie haben von Linux und seinen mächtigen Möglichkeiten überhaupt keine Ahnung, aber jede Menge davon!

Mann oh Mann...

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