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11.11.2012

12:49 Uhr

Missbrauchsvorwürfe gegen Politiker

BBC-Chef tritt nach Falschbericht zurück

Die BBC kommt nicht zur Ruhe. In einem Beitrag wurde ein Politiker fälschlicherweise des Kindesmissbrauchs beschuldigt. BBC-Chef George Entwistle zieht Konsequenzen, der britische Sender steht vor einer Reform.

BBC-Chef stolpert über falschen TV-Beitrag

Video: BBC-Chef stolpert über falschen TV-Beitrag

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LondonPaukenschlag bei Großbritanniens ehrwürdiger BBC: Generaldirektor George Entwistle hat am Samstagabend seinen Rücktritt erklärt und damit Konsequenzen aus einem schwelenden Skandal um falschen Umgang mit dem Thema Kindesmissbrauch gezogen. Der Sender hatte Anfang November eine Sendung ausgestrahlt, in der ein Politiker der britischen Konservativen fälschlicherweise des Kindesmissbrauchs beschuldigt wurde.

Er habe sich mit seinem Rücktritt für einen "ehrenvollen" Schritt entschieden, erklärte Entwistle in einer kurzen Stellungnahme vor der BBC-Zentrale in London. "Aber nach den gänzlich ungewöhnlichen Ereignisse der vergangenen Woche bin ich zur Erkenntnis gelangt, dass die BBC einen anderen Direktor berufen sollte." Entwistle war erst vor acht Wochen zum Generaldirektor der BBC ernannt worden. Der Chef des BBC-Weltdienstes, Tim Davie, übernimmt nun die Leitung des Senders, bis ein Nachfolger für Entwistle gefunden ist.

In der BBC-Sendung "Newsnight" hatte ein mutmaßliches Opfer von Kindesmissbrauch angegeben, es sei von einem bekannten Mitglied der konservativen Partei missbraucht worden. Zwar wurde der Name des Politikers in dem Beitrag, der sich um mutmaßliche Missbrauchsfälle in Wales in den 1970er und 1980er Jahren drehte, nicht genannt. Im Internet kursierten aber später Gerüchte, die sich auf einen bestimmten Politiker konzentrierten.

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Dieser wies den Vorwurf am Freitag entschieden zurück und drohte mit einer Klage. Der in "Newsnight" zitierte Zeuge räumte daraufhin ein, dass er sich bei der Identität seines Peinigers geirrt habe und entschuldigte sich wie auch die BBC bei dem Politiker.

Nach dem Rücktritt steht die BBC vor einer grundlegenden Reform. „Es bedarf einer sorgfältigen, radikalen, strukturellen Überarbeitung“, sagte Chris Patten, Präsident des BBC Trust, am Sonntag. Der BBC Trust ist ein übergeordnetes Gremium, vergleichbar mit einem deutschen Rundfunkrat. Ein neuer Generaldirektor werde in den nächsten Wochen bestimmt, sagte Patten.

Schon im Oktober hatte die BBC einräumen müssen, dass ihr früherer Kinderprogramm-Moderator Jimmy Savile Kinder missbraucht hatte. Savile ist vergangenes Jahr gestorben, war aber offensichtlich bis nach seinem Tod durch die BBC gedeckt worden. Auch der Fall hatte für viele Schlagzeilen gesorgt, die Polizei ermittelt.

Kommentare (7)

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McATOM

11.11.2012, 11:48 Uhr

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Martin-Ls-Nation-Of-Catholizism

11.11.2012, 12:53 Uhr

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Martin-Ls-Nation-Of-Catholizism

11.11.2012, 13:02 Uhr

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