Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.01.2014

15:30 Uhr

Mit Fußball-WM

Grundig will Umsatzeinbruch ausbügeln

Die meisten deutschen Haushalte haben längst einen Flachbildschirm, der Unterhaltungselektronik-Markt schrumpft deshalb. Das bekommt auch Grundig zu spüren. Die Fußball-WM und neue Produkte sollen helfen.

Grundig-Firmenzentrale in Nürnberg: Mit neuen Technologien und Produkten will das Unternehmen den Umsatz wieder steigern. dpa

Grundig-Firmenzentrale in Nürnberg: Mit neuen Technologien und Produkten will das Unternehmen den Umsatz wieder steigern.

NürnbergMit dem TV-Großereignis Fußball-WM im Rücken will der Unterhaltungselektronik-Hersteller Grundig mit neuen Technologien und Produkten den Umsatzeinbruch des vergangenen Jahres wieder ausbügeln. „Wir rechnen 2014 mit einem einstelligen Wachstum“, sagte Vertriebsgeschäftsführer Horst Nikolaus am Dienstag in Nürnberg.

2013 waren die für Grundig zentralen Erlöse aus dem Verkauf von Unterhaltungselektronik im Vergleich zum außerordentlich guten Vorjahr um rund ein Viertel auf etwas über 200 Millionen Euro eingebrochen. Unterm Strich habe die Sparte in einem schwierigen Marktumfeld aber eine schwarze Null erwirtschaftet, berichtete Grundig-Chef Murat Sahin.

Weitere knapp 30 Millionen Euro Umsatz steuerten Kleingeräte bei. Das neue Standbein „weiße Ware“ erzielte im ersten Jahr einen siebenstelligen Erlös. Genauere Angaben machte die seit 2007 zur börsennotierten türkischen Koc-Gruppe gehörende Grundig Intermedia nicht. Sie war aus dem insolventen Nürnberger Traditionsbetrieb Grundig AG hervorgegangen. Sahin betonte jedoch: „Grundig ist seit vier Jahren nicht mehr in die roten Zahlen gerutscht.“

Kleines Fernseh-Glossar

Technologie verkauft Fernseher

Die TV-Hersteller arbeiten permanent an neuen Verfahren, um die Bildqualität weiter zu verbessern und die Funktionen zu erweitern – Technologie verkauft Geräte. Welche Schlagwörter sind derzeit angesagt?

Ultra HD (4K)

Ultra HD – oft auch als 4K bezeichnet – ist ein TV-Format mit sehr hoher Auflösung. Diese beträgt 3840 x 2160 Pixel, also 8,3 Megapixel. Das ist vier Mal so viel wie bei einem HD-Bild. Es mangelt noch an passenden Inhalten, allerdings werden herkömmliche Bilder hochgerechnet. Da die Geräte immer billiger werden, eignen sie sich langsam für den Massenmarkt.

OLED

OLED steht für Organic Light Emitting Diode, es handelt sich also um organische Leuchtdioden. Diese Technologie ermöglicht ein sehr kontrastreiches Bild und weite Blickwinkel, zudem verbraucht sie wenig Strom. Allerdings ist die Produktion der Paneele kompliziert und somit noch vergleichsweise teuer. Daher ist der Marktanteil der OLED-Geräte gering.

Gebogene Displays

Früher mussten Fernseher unbedingt flach sein – geht es nach einigen Herstellern, geht es heute nicht ohne gebogenes Display. Samsung, LG & Co. versprechen ein besseres Bild mit weniger optischen Verzerrungen. Der Vorteil liegt indes wohl eher im Design als im Seherlebnis. Dafür müssen Verbraucher einen hohen Preis in Kauf nehmen.

Smart TV

Fast alle neuen Fernseher sind inzwischen „smart“: Sie können nicht nur die herkömmlichen Kanäle, sondern auch Inhalte aus dem Internet darstellen, beispielsweise das Videoportal Youtube, Online-Videotheken oder extra für den großen Bildschirm programmierte. Dazu braucht es nur einen Breitbandanschluss. Allerdings nutzen viele Zuschauer diese Funktionen noch nicht. Zudem hapert es teils noch an der Bedienung – eine Kopplung mit Smartphone und Tablet soll Verbesserungen bringen.

Second Screen

Viele Fernsehzuschauer surfen nebenbei im Internet – entweder mit dem Smartphone oder dem Tablet-Computer. Dieses vergleichsweise junge Phänomen erlaubt TV-Herstellern, Filmemachern und Sendern, den zweiten, kleinen Bildschirm einzubinden. Etwa mit Informationen über die Sendung und Schauspieler oder Werbung. Zudem können die mobilen Geräte die klassische Fernbedienung ersetzen.

Dabei führt derzeit die hohe Sättigung bei Unterhaltungselektronik zu einer negativen Marktentwicklung, wie Bettina Steinbrenner vom Marktforschungsunternehmen GfK erläuterte. Vor dem Hintergrund eines „fantastischen Jahres 2012“ sei etwa das wichtige Geschäft mit Flachbildschirmen zuletzt gut zweistellig zurückgegangen. „Aber der Markt ist nach wie vor sehr groß: Wir sprechen 2013 über 7,7 Millionen verkaufte Fernsehgeräte in Deutschland“, sagte Steinbrenner. 2014 dürften es rund 7,4 Millionen sein.

Mit größeren Bildschirmdiagonalen, dem verstärkten Einsatz von Technologien wie DAB+ und Bluetooth sowie dem Fokus auf Qualität, Design und Klang will Grundig in diesem Jahr wieder ein größeres Stück vom Kuchen abbekommen. Aktuell hat das Unternehmen mit rund 200 Mitarbeitern in Deutschland und 1600 in der Türkei nach eigenen Angaben einen wertmäßigen Marktanteil von rund sechs Prozent.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×