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24.07.2014

06:25 Uhr

Mobile Werbung

Werbekunden überschütten Facebook mit Geld

VonAxel Postinett

Der Werbemotor Facebook läuft Vollgas auf allen Zylindern – trotz deutlich erhöhter Preise. Umsatz und Gewinne lassen die Wall Street verblüfft und Konkurrent Google ratlos zurück. Das mobile Internet ist der Schlüssel.

Abgelaufenes Quartal erfreut Zuckerberg

Explosionsartiger Gewinnzuwachs bei Facebook

Abgelaufenes Quartal erfreut Zuckerberg: Explosionsartiger Gewinnzuwachs bei Facebook

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San FranciscoDer katastrophale Börsengang des sozialen Netzwerks ist vergessen, die Wall Street hat ihren Frieden mit Facebook geschlossen. Die Aktie gehört mittlerweile zu den Lieblingen der Anleger und steht mehr als 80 Prozent über Ausgabekurs von 2012. Geheimnis des Erfolgs ist eine beispiellose Aufholjagd im mobilen Werbemarkt. Nach Vorlage besser als erwarteter Quartalszahlen schoss die Aktie am Mittwoch nachbörslich bis über fünf Prozent in die Höhe auf Rekordkurse von über 74 Dollar.

Tiefer kann man kaum noch stapeln: „Wir hatten ein gutes Quartal“, konstatierte Mitgründer und CEO Mark Zuckerberg lapidar im Analystengespräch und fügte hinzu „wir sehen noch einiges Potenzial“. Analysten wie Mark Hawtin von GAM in New York fassen es anders zusammen: „Außergewöhnlich“, ist seine Schlussfolgerung angesichts der Entwicklung.

Das Unternehmen mit Sitz in Menlo Park stellt mittlerweile die einzige echte Bedrohung für den Nachbarn Google dar. Er residiert nur einen Steinwurf entfernt in Mountain View im Herzen des Silicon Valleys. Vor zwei Jahren war Google noch praktisch alleiniger Profiteur des Trends zur digitalen Werbung, heute ist das anders.

Fakten zur Smartphone-Sucht

1

1 mal pro Stunde checken Erwachsene ihr Handy. Erst checken, dann strecken: Jeder dritte Handy-Besitzer blickt nach dem Aufwachen als Erstes aufs Display, jeder zweite sagt als letzte Amtshandlung vor dem Einschlafen seinem Handy „Gute Nacht.“

(Quelle: Anitra Eggler, „Facebook macht blöd, blind und erfolglos.“)

3417

3417 Textnachrichten erhält ein amerikanischer Teenager zwischen 13 und 17 Jahren im Monat. Das sind bei einem 16-Stunden-Tag sieben bis acht Nachrichten pro Stunde.

68 Prozent

68 Prozent aller Handy-Besitzer leiden unter eingebildetem Vibrationsalarm. Sie erleben dieses Phänomen einmal pro Woche.

4,8 Milliarden

4,8 Milliarden Menschen besitzen ein Handy, hingegen nur 4,2 Milliarden eine Zahnbürste. Tendenz steigend: Täglich werden mehr Smartphones verkauft als Babys geboren.

20 Prozent

20 Prozent greifen nach dem Sex sofort zum Handy, hingegen nur noch 10 Prozent zur Zigarette danach.

60 Prozent

60 Prozent der britischen Jugendlichen können sich ein Leben ohne Handy nicht mehr vorstellen und bezeichnen sich selbst als „hochgradig abhängig“. Bei den Erwachsenen sind es nur 37 Prozent – lügen die?

1 von 10

1 von 10 Handynutzern weiß nicht, wo der Ausknopf ist.

1 von 10 greift beim Gottesdienst zum Handy.

1 von 10 nutzt sein Handy während des Sex.

2 von 10

2 von 10 schalten ihr Handy nie aus.

2 von 10 tippen beim Autofahren - das wirkt wie bei 0,8 Promille.

3 von 10

3 von 10 Teens machen per SMS Schluss.

4 von 10

4 von 10 gehen nicht ohne Handy aufs Klo.

5 von 10

5 von 10 nutzen ihr Handy im Bett.

6 von 10

6 von 10 schlafen mit dem Handy - auf dem Nachttisch.

7 von 10

7 von 10 verzichten lieber auf Alkohol als auf ihr Smartphone.

Facebooks Umsatzsteigerung von 61 Prozent im zweiten Quartal 2014 im Jahresvergleich auf 2,91 Milliarden Dollar lässt Googles zuvor gemeldetes Plus von 22 Prozent beinahe alt aussehen. Mit Facebooks Nettogewinnanstieg um 138 Prozent auf 791 Millionen Dollar nach Bilanzstandard GAAP kann Google ebenso nicht mithalten. Die Analystenerwartungen wurden mit einem Gewinnanstieg von fünf Prozent nach GAAP glatt verpasst.

In absoluten Zahlen gemessen liegt die Suchmaschine mit angeschlossener Videoplattform und Handygeschäft noch weit vorne. Alleine der Nettogewinn im Quartal ist größer als Facebooks Quartalsumsatz. Aber neben der Geschwindigkeit, mit der sich die Lücke schließt, beunruhigt CEO Larry Page das Ausmaß, in dem Facebook in seine Geschäftsfelder einbricht. Nutzten im Vorjahr noch eine Million Anzeigenkunden das soziale Netzwerk, sind es jetzt 1,5 Millionen, so Facebooks COO Sheryl Sandberg.

Einen besonderen Fokus legt sie dabei auf kleine und mittlere Unternehmen. Früher buchten sie Suchanzeigen bei Google, heute werben sie mit einer Facebook-Page um Kunden. Zuckerberg testet in den USA sogar einen „Kaufen“-Button, mit dem direkt auf Unternehmens-Seiten eingekauft werden kann. Seit das hauseigene soziale Netzwerk Google+ den Kampf aufgeben musste ist klar, dass Larry Page dieses Feld für Google verloren hat.

Kommentare (2)

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Herr Daniel Virag

24.07.2014, 11:29 Uhr

Sehr geehrter Herr Postinett,

der Bilanzstandard auf welchen Sie sich in obigem Artikel beziehen heißt United States Generally Accepted Accounting Principles (US-GAAP). Der deutsche Bilanzstandard wird in den USA nebenbei als "German-GAAP" angegeben. Einen Bilanzstandard der GAAP heißt gibt es nicht.

Viele Grüße

Herr Konstantin Lewe

24.07.2014, 14:13 Uhr

German-GAAP ist ebenfalls kein richtiger Bilanzstandard.
Es gibt in DE nur HGB oder IFRS.

http://en.wikipedia.org/wiki/Generally_accepted_accounting_principles

Mal sehen wie lange es noch dauert bis die Welt
sich auf einen einigt zB. IFRS.

Wenigstens in der EU kann seit ner Weile schon überall
IFRS anwenden.

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