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30.04.2015

10:46 Uhr

Mobilegeddon zeigt Wirkung

Im Bannstrahl des Google-Algorithmus

VonChristof Kerkmann

Google wirbelt die Suchergebnisse durcheinander: Ein Update des Algorithmus bestraft Websites, die nicht für Smartphones optimiert sind. Zu den Verlierern zählen das Online-Netzwerk Xing und die Drogeriekette DM.

Immer mehr Nutzer googeln unterwegs – die aktuellen Änderungen am Algorithmus könnten daher gravierende Folgen haben. dpa

Immer mehr Nutzer googeln unterwegs – die aktuellen Änderungen am Algorithmus könnten daher gravierende Folgen haben.

DüsseldorfIn vielen Unternehmen sitzen die Webmaster in diesen Tagen gebannt vor den Bildschirmen. Google hat vor einer Woche am Algorithmus seiner Suchmaschine geschraubt – Websites, die nicht für die kleinen Bildschirme der Smartphones optimiert sind, rutschen in den Trefferlisten nach unten und damit aus dem Blickfeld der Nutzer. In der Szene der Suchmaschinen-Optimierer befürchtete mancher gar das „Mobilegeddon“.

Inzwischen machen sich erste Auswirkungen bemerkbar – und zwingen vermutlich etliche Technikexperten zu Überstunden. Denn einige Portale verlieren deutlich an Sichtbarkeit, darunter etwa das berufliche Online-Netzwerk Xing und die Drogeriekette DM, aber auch die international beliebte Plattform Reddit. Dagegen hat das Boulevardportal Focus.de deutlich gewonnen. Das Update ist aber noch nicht abgeschlossen: „Weitere Veränderungen sind zu erwarten, bis das Update fertig ausgespielt ist“, sagt Daniel Furch, Suchmaschinenexperte vom Dienstleister Searchmetrics, der die Folgen analysiert hat.

Google und das „Mobilegeddon“

Worum geht es?

Google will die Unternehmen dazu bringen, ihre Portale für mobile Geräte zu optimieren. Der Konzern berücksichtigt daher in seinem Algorithmus, ob die Seiten für die kleinen Bildschirme angepasst sind.

Welche Kriterien gelten?

Google verlangt, dass sich Website „problemlos und intuitiv“ auf Smartphones nutzen lassen. Das betrifft Darstellung und Bedienung, aber auch das Laden von Videos und Grafiken. Zudem soll die Darstellung automatisch an die Größe des Bildschirms angepasst werden. 

Was heißt das konkret?

Die Kriterien lassen sich aufschlüsseln. Großen Wert legt Google beispielsweise darauf, dass der Text groß genug ist, außerdem sollten die Links leicht anklickbar sind und nicht zu eng beieinander stehen.

Wie wirken sich die Änderungen aus?

Die Optimierung für mobile Geräte fließt in das Ranking ein. Es wirkt sich somit darauf aus, auf welchem Platz eine Website in der Google-Trefferliste landet. Allerdings gilt das nur für die Suche auf mobilen Geräten, nicht auf dem Desktop.

Macht Google so etwas öfter?

Der Konzern nimmt regelmäßig Änderungen am Algorithmus vor. Mal geht es darum, Tricksereien zu verhindern, mit denen Website-Betreiber sich einen Vorteil verschaffen wollen, mal darum, die Verschlüsselung zu fördern. Dieses Mal steht die mobile Nutzung im Mittelpunkt.

Die Entwicklung hat sich abgezeichnet. „Google forciert die Optimierung für mobile Geräte schon seit Jahren“, sagt Johannes Beus, Gründer und Geschäftsführer der Firma Sistrix, die Tools für Suchmaschinenexperten anbietet. Im Februar kündigte der Konzern schließlich an, dass das Kriterium ab Mitte April auch die Suchergebnisse beeinflusst. Dabei geht er jedoch transparenter vor als bei anderen Updates, die die Ranglisten teils heftig durcheinanderwirbelten: „Google hat lange im Vorfeld die Kriterien offengelegt“, sagt Beus. Auch ein Test zur Überprüfung von Seiten steht online.

Trotz der frühen Ankündigung haben sich nicht alle rechtzeitig gerüstet. Das zeigt eine Untersuchung von Searchmetrics – der Dienstleister misst die Sichtbarkeit von Websites in der mobilen Google-Suche, indem er die Platzierungen vor und nach dem Update vergleicht.

Kommentare (1)

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Sergio Puntila

30.04.2015, 11:16 Uhr

Wie schon im Beitrag erwähnt: Google macht da nichts Neues.
Wohl aber bleibt man im SEO gut beraten sich nicht nur auf Google als Einzeloption einzustellen.
Google mag mit der Bequemlichkeit seiner Nutzer rechnen, sollte sich deswegen allerdings nicht in Bequemlichkeit wiegen.

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