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19.10.2012

06:54 Uhr

Mobiles Internet

Google und Microsoft verlieren erstes Gefecht

VonAxel Postinett

Die beiden Technologie-Konzerne Google und Microsoft patzen bei ihren Ergebnissen. Die Anleger sind enttäuscht. Im Ringen mit dem allgegenwärtigen Gegner Apple haben sie sich in fremden Geschäftsfeldern verzettelt.

Der Internet-Konzern gab seine Quartalsergebnisse verfrüht heraus. AFP

Der Internet-Konzern gab seine Quartalsergebnisse verfrüht heraus.

San FranciscoGoogle und Microsoft haben beide mit ihren Ergebnissen enttäuscht. Die Gründe sind zwar unterschiedlich, aber die Lektion ist dieselbe: Mische dich nicht in Bereiche ein, von denen du nichts verstehst. Gemeint ist die Hardwareproduktion. Aber beide werden vor der Drohkulisse des übermächtigen Gegners Apple diese Lektion ignorieren. Sie wollen lieber eine Schlacht verlieren, um am Ende den Krieg um das mobile Internet zu gewinnen. Eine Gratwanderung mit möglicherweise fatalem Ausgang.

Google lernt gerade schmerzhaft die Lektion wie schwer es ist, als Software- und Service-Unternehmen eine Hardware-Sparte zu führen. Motorola Mobility, mit einem Verlust von 527 Millionen Dollar im dritten Quartal, riss nicht nur das gesamte Quartalsergebnis des Konzerns in die Tiefe, sondern die Aktie gleich mit.

Zu früh veröffentlicht: Google-Aktie stürzt nach Quartalsergebnis ab

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Der Internetkonzern hat am Donnerstag früher als erwartet Geschäftszahlen vorgelegt.

Obwohl sich das Kerngeschäft rund um die Suchmaschine trotz gesamtwirtschaftlicher Probleme verhältnismäßig stabil zeigt, reichen die Probleme der 12-Milliarden-Dollar-Akquisition aus, Analysten und Anleger zu verunsichern.

Motorola könnte auf Dauer zum Milliardengrab werden und am Ende noch in einer gigantischen Abschreibung enden. Selbst wenn die Sanierung irgendwann abgeschlossen ist, wird Motorola noch lange nicht zum Erfolg. Bei Smartphones mit Googles Betriebssystem Android – und um die geht es hier – verdient derzeit nur einer, und das ist der koreanische Gigant Samsung.

Googles wichtigste Geschäfte

Vielzahl an Produkten

Google Suche, Gmail, Google Maps, der Online-Speicher Google Drive, das Smartphone-Betriebssystem Android mit dem App-Store Google Play und, und, und: Die Liste der Google-Dienste wird immer länger. Und in seinen geheimen Labs arbeitet der Konzern an einem selbstfahrenden Auto oder Ballons, über die entlegene Gegenden mit Internet-Zugängen versorgen sollen.

Hochprofitable Suche

Wenn es aber um das Geldverdienen geht, ist Google vom Geschäft mit Online-Werbung abhängig. Fast 90 Prozent des Umsatzes stammen aus diesem Segment, ein Großteil aus der Internet-Suche. In der Bilanz wird sonst nur noch ein Segment mit dem wenig aussagekräftigen Titel „Other“ (Anderes) aufgelistet.

Android

Googles Betriebssystem Android dominiert den Smartphone-Markt. Es hilft dem Konzern, seine Dienste fürs mobile Internet zu verbreiten, sorgt mit dem Play Store mit Apps, Filmen und Musik aber auch für wachsende Einnahmen. Experten vermuten, dass diese den Großteil des „sonstigen“ Umsatzes ausmachen.

Google Appsl

Um sich aus der Abhängigkeit aus den Werbeeinnahmen zu befreien, hat Google in den vergangenen Jahren immer wieder Initiativen gestartet, etwa kostenpflichte Anwendungen für Firmen. Das Office-Paket Apps for Business und die E-Mail-Plattform sind Kernbestandteile der Geschäftskundenstrategie. Google Apps generiert Umsatz aus monatlichen Gebühren.

Google+

Soziale Netzwerke sind viele Internet-Nutzer zum ersten Anlaufpunkt im Internet geworden. Facebook ist hier mit Abstand die Nummer 1, Google will dem Marktführer mit Google+ Paroli bieten. Dass der Konzern den riesigen Abstand aufholt, ist allerdings unwahrscheinlich.

Cloud Computing

Ob Gmail, Google Docs oder Google Drive: Google-Dienste laufen nicht auf dem lokalen Rechner, sondern im Rechenzentrum. Der Konzern hat eine große Expertise in Sachen Cloud Computing, die er auch vermarkten will: Firmen können Rechenleistung oder Speicher bei dem Konzern mieten.

Chrome OS

Google will mit Chrome OS ein neuartiges Betriebssystem für Computer etablieren – es setzt voll aufs Internet und ruft Daten und Dienste aus der „Wolke“ ab. Mit dem System will das Unternehmen seine Produkte verbreiten. Bislang ist die Verbreitung von Chrome OS allerdings noch überschaubar.

Auf ihn ist Google auf Gedeih und Verderb angewiesen. Samsung anzugreifen und zu schwächen hieße gleichzeitig Apple zu stärken. Motorola nur als mittelmäßigen Nischenanbieter dahin dümpeln zu lassen, hieße einen Verlustbringer auf Dauer zu etablieren.

Google

Gift für das Geschäftsmodell

Google: Google: Smartphone und Co. zerstören Geschäftsmodell

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Microsoft startet kommende Woche nicht nur den Hoffnungsträger Windows 8, sondern auch den Verkauf seines eigenen Tablet-PC Surface, sowohl mit Intel-Prozessor als auch dem konkurrierenden ARM-Prozessor. Dabei gibt es genug Beispiele, die Vorstandschef Steve Ballmer hätten warnen können.

Kommentare (11)

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Mac-Harry

19.10.2012, 07:52 Uhr

Zum Glück haben Kunden eine verlässliche Alternative in Form von Apple. Hier gibt es nicht so ein Hick-Hack und keine Geld verbrennerei. Bei Apple existiert eine glasklare Strategie und das scheint immer wichtiger zu werden [...] Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

19.10.2012, 08:43 Uhr

Wohin sollen die alle auch immer wachsen? Wohin soll denn google noch wachsen und noch mehr Umsätze schaufeln? Zumal wird Google auch nicht besser, im Gegenteil...wer die neusten Ideen zum Thema Links kennt, der weiss was ich meine...

Ja und Microsoft? Sorry der Zug ist realistisch gesehen längst abgefahren.Zu glauben dass man ein paar bunte Kästchen auf den Desktop haut um es als neu zu präsentieren während der Rest des Systems nach wie vor auf einer zumüllenden Registry beruht und das System (egal nach welchen Einstellungen) ständig die Festplatten zum knattern bringt etc....sorry...ne aber lasst stecken.

Jeder der eine Zeit lang Linux (ubuntu etc) oder OS X benutzt hat und dann wieder eine Windows Maschine nutzt, dem kommt doch das blanke k*****. Windows benutze ich lediglich noch zum spielen und dan schalte ich es schnell wieder aus.

Account gelöscht!

19.10.2012, 09:47 Uhr

@Mac-Harry: Verlässliche Alternative in Form von Apple? Auf dem Rücken von unterbezahlten Arbeitern in Asien. Das Apple kein Geld verbrannt, klar. Hier werden nur Menschen während der Produktion "verbrannt"...

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