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13.03.2017

14:34 Uhr

Mobileye

Intel zahlt 15,3 Milliarden Dollar für Autozulieferer

Ohne Technologie von Mobileye läuft im vernetzten Auto wenig. Nun zahlt Intel satte 15,3 Milliarden Dollar für den Autozulieferer aus Israel. Was macht das Unternehmen, das nur 600 Mitarbeiter hat, so wertvoll?

Intel könnte das israelische Unternehmen für bis zu 15 Milliarden übernehmen. Reuters, Sascha Rheker

Assistenzsystem von Mobileye

Intel könnte das israelische Unternehmen für bis zu 15 Milliarden übernehmen.

Jerusalem/DüsseldorfIntel will mit der milliardenschweren Übernahme des israelischen Kameratechnik-Spezialisten Mobileye seine Position in der Zukunftstechnik des autonomen Fahrens stärken. Der US-Chiphersteller teilte am Montag mit, die Führungsgremien beider Konzerne hätten dem Geschäft im Volumen von 15,3 Milliarden Dollar zugestimmt.

Intel-Chef Brian Krzanich pries den Zusammenschluss als einen Fortschritt nicht nur für sein eigenes Unternehmen, sondern auch für die Autoindustrie und die Verbraucher. Während Intel mit seinen Chips die zentrale Computer-Technologie für autonomes Fahren liefere, stehe Mobileye für fortgeschrittene Fahrassistenz-Systeme. Die Kombination der Expertise beider Firmen könne die Entwicklung fahrerloser Autos vorantreiben und die Kosten ihrer Herstellung senken.

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Der Kaufpreis von 63,54 Dollar pro Aktie bedeutet einen Aufschlag von gut einem Drittel auf den Schlusskurs vom Freitag. Es ist der bisher größte Deal in der israelischen Tech-Industrie.

Das israelische Unternehmen gehört zu den weltweit führenden Anbietern von Fahrassistenzsystemen. Bremsassistenten oder Abstandswarner sind die Vorstufen für komplett selbstständig fahrende Autos. Mobileye entwickelt solche Assistenzsysteme weiter und arbeitet an der konkreten Umsetzung des Autonomen Fahrens. Und tatsächlich: Das israelische Unternehmen entwickelt sich prächtig und verdient sehr gut an der Entwicklung eigenständig fahrender Fahrzeuge. Das Unternehmen hatte im vergangenen Jahr etwas mehr als 600 Mitarbeiter.

Mobileye wurde 1999 von Ziv Aviram und Amnon Shashua gegründet. Seit August 2014 ist das Unternehmen mit Sitz in Jerusalem an der New York Stock Exchange gelistet – es war der größte Börsengang einer israelischen Firma in den USA. Umsatz und Gewinn sind im vergangenen Jahr kräftig gestiegen. Beim Umsatz hat das israelische Unternehmen fast um 50 Prozent zulegen können, für 2016 liegen die Erträge bei knapp 360 Millionen US-Dollar. Beim Gewinn ist es noch stärker nach oben gegangen. 108,4 Millionen Dollar (nach US-GAAP-Bilanzierung) entsprechen einem Ertragszuwachs von mehr als 57 Prozent.

„Die Mobileye-Technologie ist ziemlich einzigartig in der Autoindustrie“, sagt der Wirtschaftskorrespondent der israelischen Nachrichtenseite „The Marker“, Israel Fischer. „Diese Kameras sind sozusagen die Augen des Autos.“ Sie erstellten eine Karte der Umgebung. Die Google-Schwesterfirma Waymo als prominenter Rivale beispielsweise setzt stattdessen auf Laser-Radare.

Kommentare (1)

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Herr Moritz J. Mueller

13.03.2017, 14:59 Uhr

Und was passiert bei starkem Schneebefall wenn alle Kameras zugeschneit sind? Was passiert wenn hinter einer schnell gefahrenen und durch eine Hecke, die die Sicht versperrt, unübersichtlichen Autobahnlinkskurve (oder Kuppe) ein Stau steht, den ich vielleicht nur ausweichen kann durch beherztes Eingreifen und Wechsel auf die Gegenfahrbahn um mein Leben zu retten? Was passiert wenn vor mir (Youtube ist voll davon) auf der Gegenfahrbahn ein Lastzug plötzlich ausbricht und auf meine Fahrbahn gerät und ich somit mein Leben nur retten kann wenn ich sofort links auf der Gegenfahrbahn ihn auszuweichen versuche? Was passiert wenn ich im Stau stehe und von hinten eine Ambulanz dringend einen Korridor benötigt um durch zu kommen und ich das Fahrzeug umgehend zur Seite ringen muss, immer ohne mir den Anderen in Konflikt zu geraten, die wahrscheinlich noch nicht über ein autonomes Fahrzeug verfügen? Etc. etc. Autonome Autos? Der wohl grösste und verantwortungsloseste Irrtum der modernen Technologie!

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