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27.10.2011

09:27 Uhr

Mobilfunk

Sony kündigt die Partnerschaft mit Ericsson

Jetzt ist es offiziell: Die zehnjährige Kooperation zwischen Sony und dem schwedischen Mobilfunkausrüster Ericsson ist zu Ende. Die Japaner schlucken den gemeinsamen Handyhersteller - und treten die Flucht nach vorne an.

Telefone von Sony Ericsson: Die Japaner wollen wieder alleine arbeiten. dapd

Telefone von Sony Ericsson: Die Japaner wollen wieder alleine arbeiten.

StockholmDer japanische Elektronikkonzern Sony und der schwedische Mobilfunkausrüster Ericsson ziehen einen Schlussstrich unter ihr gemeinsames Unternehmen Sony Ericsson. Sony kauft die Mobiltelefonsparte aus dem Joint Venture für 1,05 Milliarden Euro wieder heraus, teilte Ericsson am Donnerstag in Stockholm mit. Sony werde 50 Prozent von Sony Ericsson kaufen, das damit zu einer hundertprozentigen Tochter von Sony werde.

Das "Wall Street Journal" hatte Anfang Oktober berichtet, Sony plane, die Herstellung von Smartphones und Tabletcomputern mit dem bisherigen Angebot an Spielkonsolen und Computern zu verbinden und dadurch Kosten zu sparen. Gleichzeitig solle der Anschluss an die Konkurrenz Apple und Samsung gelingen. Das japanisch-schwedische Joint Venture Sony Ericsson besteht seit 2001 und beschäftigt weltweit 7600 Mitarbeiter.

Die Japaner wollten damit die Entwicklung verschiedener Elektronik-Geräte wie Smartphones, Tablets und Computer wieder besser aufeinander abstimmen. In den vergangenen Jahren schrieb Sony Ericsson häufig Verluste. Zudem leidet das Unternehmen unter sinkenden Marktanteilen. Der rasante Aufstieg der Smartphones hat den Hersteller kalt erwischt. Nach Zahlen der Marktforscher von Gartner sank der Marktanteil seit dem Jahr 2008 von mehr als acht auf weniger als zwei Prozent im Jahr 2011.

Mit dem Fokus auf das Google-Betriebssystem Android war das Unternehmen zuletzt zwar wieder erfolgreicher. Doch der Abstand zu Herstellern wie Apple und Samsung ist groß. Sony-Ericsson droht den Anschluss zu verlieren. Aus Sicht von Sony machte es zudem nur noch wenig Sinn, Smartphones und moderne Flachcomputer mit Touchscreen getrennt voneinander zu entwickeln.

Dabei macht den Japaner nicht zuletzt zu schaffen, dass sie ihre Produktpalette unter verschiedenen Namen anbieten: Während beispielsweise Tablet-Computer unter der Sony-Marke laufen, stehen die Smartphones mit dem Logo Sony Ericsson in den Regalen. Bei der Berliner Funkausstellung wurden die Sony-Ericsson-Handys im September in der Sony-Halle zusammen mit Fernsehern und neuen Tablet-Computern des japanischen Konzerns präsentiert.

Die Herstellung und Entwicklung könnte nun unter dem Dach von Sony wieder zusammengeführt werden. Damit schwenkt der Konzern auf den Kurs von Wettbewerbern wie Apple und Google ein. Apple entwickelt sowohl Software als auch Geräte und kann so die beiden Komponenten perfekt aufeinander abstimmen. Mit der angekündigten Übernahme von Motorola versucht auch Google jetzt, Mobiltelefone und das hauseigene Betriebssystem Android besser zu verzahnen.

Von

afp

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