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04.04.2011

13:48 Uhr

Mobilfunk

Vivendi kauft SFR-Mehrheit von Vodafone

Der Medienriese Vivendi kauft die Mehrheit des französischen Mobilfunkanbieters SFR für fast acht Milliarden Euro von Vodafone. Mit dem Verkauf der Beteiligung rückt Vodafone vom jahrelangen Expansionskurs ab.

Die Vodafone-Zentrale in Düsseldorf. Quelle: dpa

Die Vodafone-Zentrale in Düsseldorf.

Paris/LondonNach zehn Jahren steigt Vodafone beim französischen Mobilfunkanbieter SFR aus und verkauft seinen Anteil für acht Milliarden Euro an den französischen Medienriesen Vivendi. Der umsatzstärkste Mobilfunkkonzern der Welt treibt damit seine 2010 auf Druck der Aktionäre neu eingeschlagene Strategie voran: nach jahrelanger Einkaufstour werden nun Beteiligungen versilbert, bei denen der britische Konzern nicht das Sagen hat.

Mit dem am Sonntag bekanntgegebenen Kauf der 44 Prozent am zweitgrößten Mobilfunker Frankreichs SFR erhält Vivendi die volle Kontrolle über seine wichtigste Ertragsperle. Die Franzosen zahlen die insgesamt 7,95 Milliarden Euro in bar und nutzen dafür die Einnahmen aus dem Verkauf eines 20-Prozent-Anteils am US-Fernsehkonzern NBC Universal sowie einer Milliardenzahlung von der Deutschen Telekom wegen eines langwierigen Rechtsstreits in Polen.

Vivendi-Chef Jean-Bernard Levy richtet den Konzern derzeit neu aus und will die Einnahmen steigern. Mit dem Schritt gelingt ihm das: der französische Telekom-Markt ist zwar gesättigt, aber sehr lukrativ. „Die Transaktion wird unseren Überschuss signifikant verbessern und es uns ermöglichen, die Dividende an die Aktionäre zu erhöhen“, sagte Levy. Der Deal muss noch von den Kartellhütern genehmigt werden und soll im Juni 2011 abgeschlossen werden. Bei Anlegern beider Unternehmen fand der Verkauf Applaus: Die Titel von Vodafone und Vivendi stiegen jeweils um ein Prozent.

Für Vodafone ist der Rückzug bei SFR der größte Verkauf, seitdem die neue Strategie im Herbst verkündet wurde. Seinerzeit kam bereits die kleine Beteiligung am stark wachsenden Mobilfunker China Mobile auf den Markt. Als nächstes ist Polen dran: Hier läuft gerade der Verkauf für den 25-Prozent-Anteil am polnischen Betreiber Polkomtel.

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