Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.07.2013

14:36 Uhr

Mobilfunkabieter

Vodafone-Umsatz sinkt im ersten Quartal

Es kriselt bei Vodafone: Auf allen großen Märkten sackt der Umsatz des zweitgrößten Mobilfunkanbieters weltweit derzeit ab. In Deutschland geht es für Vodafone um gut fünf Prozent nach unten.

Vodafone Niederlassung in Eschborn. Der Umsatz fiel im Kerngeschäft um 3,5 Prozent. dpa

Vodafone Niederlassung in Eschborn. Der Umsatz fiel im Kerngeschäft um 3,5 Prozent.

LondonVodafone kommt momentan in Europa in allen großen Märkten unter die Räder. Im gesamten Vodafone-Konzern schrumpften die Erlöse von April bis Ende Juni um 3,5 Prozent auf 12,3 Milliarden Euro. Dabei sei vor allem in den südeuropäischen Ländern wie Italien und Spanien die Lage mit Einbußen von 17,6 Prozent beziehungsweise 10,6 Prozent schwierig gewesen.

In aufstrebenden Volkswirtschaften wie der Türkei und Indien dagegen habe Vodafone Zuwächse von 15 Prozent beziehungsweise 13 Prozent verbucht.

In Deutschland forderten Wettbewerb und Regulierungsentscheidungen ihren Tribut, der Markt bleibe hart umkämpft, erklärte Deutschlandchef Jens Schulte-Bockum. Zahlen zum Ergebnis nannte er nicht. Allein durch die Ausbuchung inaktiver Kunden mit Prepaid-Karte sank die Zahl der Mobilfunkkunden Ende Juni um 10 Prozent auf 32,2 Millionen. Bei der Deutschen Telekom waren es Ende März 37,0 Millionen.

Wichtige Fragen und Antworten zum Vodafone-Deal

Was genau hat Vodafone vor?

Vodafone wird Kabel Deutschland komplett übernehmen. Der britische Telekommunikationskonzern hatte dazu 87 Euro je Kabel-Deutschland-Aktie geboten. Damit bewerteten die Briten den deutschen Kabelanbieter mit insgesamt 10,7 Milliarden Euro. Die Übernahme soll noch in diesem Jahr über die Bühne gehen.

Warum ist Vodafone an Kabel Deutschland interessiert?

Kabel Deutschland hat eine gut ausgebaute Infrastruktur: Das Unternehmen ist in 13 der 16 Bundesländer aktiv und hat 8,5 Millionen Kunden. Die Kabel reichen bis in die Wohnungen der Kunden und sind nicht nur für Fernsehen, sondern auch für Internetanschlüsse gut geeignet. Kabel Deutschland bietet schon jetzt Telefon- und Internetanschlüsse. 75 Prozent aller Neukunden hierzulande entscheiden sich bei schnellen Internetanschlüssen mittlerweile für Kabelnetz-Betreiber.

Was ist der Unterschied zwischen DSL- und Kabelanschlüssen?

Technisch ist das natürlich etwas anderes, für den Kunden ist es aber letztlich kein großer Unterschied. Über das Telefon- wie über das Fernsehkabel können Internetdaten übertragen werden. Fernsehkabel sind sogar besonders schnell. Anrufe laufen bei Kabelanschlüssen über Internettelefonie - das ist aber selbst bei Telekom-Anschlüssen mittlerweile teilweise so. Kunden haben weiterhin eine klassische Telefonnummer und ihr normales Telefon.

Was haben die Unternehmen gemeinsam vor?

Die Grundzüge haben Vodafone und Kabel Deutschland bereits in einer „Grundsatzvereinbarung“ geregelt. Kabel Deutschland soll demnach als eigenständiges Unternehmen mit Zentrale in Unterföhring bei München erhalten bleiben. Die Geschäftsfelder sollen aufgeteilt werden: Kabel Deutschland verantwortet das gesamte Festnetz-Geschäft beider Unternehmen; Vodafone soll das Mobilfunk-Geschäft verantworten.

Was bedeutet das für die Kunden von Kabel Deutschland und Vodafone?

Vodafone hat zwar selbst ein Festnetz, das meist entlang der großen Bahnstrecken in Deutschland verläuft. Die letzten Meter der Leitungen bis in die Wohnung der Kunden muss das Unternehmen in den meisten Fällen aber bei der Deutschen Telekom mieten. Wo es geht, sollen die Kunden nun künftig per Fernsehkabel angeschlossen werden. Leitungen von der Telekom wollen die Unternehmen nur noch dort mieten, wo Kabel Deutschland keine Leitungen bis die Wohnung verlegt hat.

Sind auch Bestandskunden von den Änderungen betroffen?

Die Umstellung von der Telefon- auf die Kabeldose wird zunächst vermutlich vor allem Neukunden betreffen. Aber auch alte Kunden sollen voraussichtlich umgestellt werden: „Die Idee ist, unsere Netzinfrastruktur bestmöglich zu nutzen. Dann dürften auch Kunden migriert werden“, sagt eine Kabel-Deutschland-Sprecherin. Denkbar ist ebenso, dass Nutzer des Kabel-Deutschland-Internetangebotes, das bislang im Netz von O2 (Telefónica) betrieben wird, dann auf Vodafone umgestellt werden.

Wenig Freude bereitet Vodafone die Talfahrt auf dem alten Kontinent. „Die Rahmenbedingungen in Nord-, Mittel- und Südeuropa bleiben herausfordernd“, betonte Konzernchef Vittorio Colao. In den krisengeschüttelten Ländern Spanien und Italien fielen die Erlöse um elf beziehungsweise 18 Prozent. Großbritannien und Deutschland verzeichneten Erlösrückgänge von jeweils rund fünf Prozent.

„In Deutschland, dem größten Markt von Vodafone und gleichzeitig dem mit dem geringsten Gegenwind durch die Konjunktur, hat das Unternehmen die Markterwartungen am deutlichsten verfehlt“, sagte Analystin Robin Bienenstock von der US-Bank Bernstein. Hier litt der Netzbetreiber neben dem harten Wettbewerb mit E-Plus und o2 unter einer Gebührensenkung der Bundesnetzagentur. Gleichzeitig fiel die Zahl der DSL-Abos um acht Prozent.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

DSL-Fan

26.07.2013, 17:46 Uhr

Das ist so nicht ganz überraschend in der Höhe der Umsatzrückgänge in Deutschland aber schon außergewöhnlich.

Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt bei VF einfach nicht (mehr). Habe ja nen 14.4er UMTS-Anschluß, der aber meist nur 5 MBit/s hergibt (Download). Mit 70 % Leistung würde ich mich ja noch zufrieden geben, aber mit 30 %??

Gut E-Plus bringt auch nicht mehr, ist aber locker 50 % günstiger.

Da muss noch einiges an Personal outgesourct und eingespart werden bei VF, damit die Leistung wieder stimmt! LOL

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×