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27.02.2014

14:48 Uhr

Mobilfunkanbieter

EU fürchtet Preisansteig wegen E-Plus-Übernahme

Wie verändert sich der Wettbewerb, wenn die O2-Mutter Teléfonica E-Plus übernimmt? Das wird gerade in Brüssel geprüft. Bisher geht die EU-Kommission von negativen Folgen für den Wettbewerb aus.

Geplanter Zusammenschluss: Jetzt können sich die Firmen zu den Bedenken der EU-Kommission äußern. dpa

Geplanter Zusammenschluss: Jetzt können sich die Firmen zu den Bedenken der EU-Kommission äußern.

BrüsselDie Prüfung der Übernahme des Mobilfunkanbieters E-Plus durch die O2-Mutter Telefónica hat die Sorgen der EU vor negativen Folgen für den Wettbewerb in Deutschland bislang offenbar bestätigt. Die EU-Kommission schickte am Mittwoch ein Schreiben mit „vorläufigen Bedenken“ an die Unternehmen, wie der Sprecher von Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia am Donnerstag in Brüssel sagte. Über den Inhalt machte er keine Angaben.

Der Zusammenschluss wurde letzten Sommer von den Firmen angekündigt. Nach Zahlen vom vergangenen Jahr könnte der neue Mobilfunkriese die beiden anderen Mobilfunkanbieter mit eigenem Netz in Deutschland, die Deutsche Telekom und Vodafone, bei der Kundenzahl überflügeln und die neue Nummer eins werden. Telefónica Deutschland gehört zur spanischen Telefónica-Gruppe und tritt mit der Marke O2 auf. E-Plus ist eine Tochter des niederländischen Unternehmens KPN.

Die EU-Kommission meldete jedoch im Dezember Bedenken gegen die Fusion an und leitete eine Prüfung ein. Wenn aus vier Wettbewerbern drei würden, könnte dies den Wettbewerb auf dem deutschen Mobilfunkmarkt einschränken - zu Lasten der Kunden. Es könne zum Beispiel das Risiko nicht ausgeschlossen werden, dass die verbleibenden drei Betreiber ihr Wettbewerbsverhalten abstimmten und die Preise erhöhten.

Die größten Mobilfunker in Deutschland

Ein großer Markt

In Deutschland gibt es mehr als 113 Millionen Handyanschlüsse. Welche Marktanteile die Anbieter haben, hat das Statistikportal Statista auf Grundlage von Erhebungen der Marktforschungsinstitute Enigma, Ipsos, Ifak und Marplan ermittelt (Stand: Ende 2012).

T-Mobile

Jeder fünfte Handynutzer geht mit T-Mobile ins Netz (20,9 Prozent). Bei den Vertragskunden hält die Telekom-Tochter sogar einen Marktanteil von 24,3 Prozent.

Vodafone

Der britische Konzern kommt in Deutschland ebenfalls auf einen Marktanteil von 20,9 Prozent. Allerdings hat das Unternehmen weniger Vertragskunden als der Rivale aus Bonn (22,4 Prozent Marktanteil).

O2

Die Tochter des spanischen Telefónica-Konzerns – seit kurzem an der Börse notiert – ist in Deutschland die Nummer drei, sie hat einen Marktanteil von 13,5 Prozent.

E-Plus

Jeder zehnte Handynutzer (9,5 Prozent) ist Kunde bei E-Plus, einer Tochter des niederländischen KPN-Konzerns.

Aldi Talk

Der Discounter Aldi betreibt kein eigenes Netz, hat aber eine beachtliche Kundenbasis. 8,5 Prozent der Kunden telefonieren mit SIM-Karten des Einzelhändlers.

Base

Base ist die Billigmarke von E-Plus. 5,5 Prozent der Handynutzer telefonieren damit.

Sonstige

Jeweils weniger als 5 Prozent Marktanteil haben 1&1 (3,3 Prozent), Mobilcom-Debitel (2,8 Prozent), Tchibo (1,8 Prozent) und die Telekom-Marke Congstar (1,7 Prozent).

Jetzt können sich die Firmen zu den Bedenken der EU-Kommission äußern und auch eine Anhörung in Brüssel beantragen, wie Almunias Sprecher erläuterte. Die Entscheidung, ob die Fusion erlaubt, unter Auflagen erlaubt oder verboten wird, muss nach den gesetzlichen Fristen bis 14. Mai fallen.

Von

afp

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