Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.03.2012

01:51 Uhr

Mobilfunkanbieter

T-Mobile USA schließt Callcenter

Die Telekom-Tochter T-Mobile USA streicht im Zuge der Neuorganisation von Callcentern landesweit knapp 2000 Stellen. So will das Unternehmen Effizienzvorteile schaffen und in Wachstum investieren.

T-Mobile Shop in New York. dapd

T-Mobile Shop in New York.

WashingtonDie Deutsche Telekom strukturiert ihre in Schwierigkeiten steckende US-Mobilfunktochter um. In einem ersten Schritt werde die Zahl der Callcenter-Standorte von 24 auf 17 reduziert, teilte T-Mobile USA am Donnerstagabend mit. 1.900 Stellen sollen wegfallen.

Insgesamt seien zwar 3.300 Stellen von den Schließungen betroffen, 1400 würden jedoch in den verbleibenden Callcentern aufgestockt. „Dies sind keine leichten Schritte, sie sind aber notwendig, um Effizienzvorteile zu schaffen und in Wachstum investieren zu können“, wird Philipp Humm, Chef von T-Mobile USA, in der Mitteilung zitiert.

Zusätzlich seien weitere Maßnahmen zur Restrukturierung in anderen Geschäftsbereichen geplant, die bis zum Ende des zweiten Quartals 2012 durchgeführt werden sollen.

Telekom-Chef René Obermann hatte bei der Bilanzvorlage Ende Februar bereits die wichtigsten Maßnahmen skizziert: Ab 2013 werde T-Mobile USA in dem Land das schnelle mobile Internet LTE anbieten. Hierzu könne das Unternehmen auf zusätzliche Frequenzspektren zurückreifen. In den kommenden vier Jahren sollen 4 Milliarden US-Dollar in die Modernisierung des Netzwerkes und den LTE-Ausbau investiert werden, sagte Obermann. Dies bedeute zusätzliche Investitionen in den kommenden zwei Jahren von 1,4 Milliarden US-Dollar.

T-Mobile macht in den USA zu schaffen, dass das eigene Netzwerk nicht so gut ausgebaut ist wie die Netze der Konkurrenz. Außerdem fehlt T-Mobile in den USA das populäre iPhone im Angebot. Allein im letzten Quartal 2011 verlor die Telekom unter anderem durch den Start des iPhone 4S mehr als 800.000 Kunden. Ende 2011 hatte das Unternehmen 33,2 Millionen Mobilfunkkunden, knapp zwei Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Der kleinste von vier landesweiten Anbietern will auch mit einem veränderten Markenauftritt punkten und sich von den Wettbewerbern absetzen. Außerdem kündigte Obermann an, Vertriebspartnerschaften und das Geschäft mit
Anbietern ohne eigenes Netz stärken.

Nach dem gescheiterten Verkauf der US-Tochter an den Konkurrenten AT&T setzt Obermann ganz auf den Umbau und den schnellen Datenfunk LTE. Die zusätzlichen Ausgaben kann die Telekom weitgehend von der Zahlung ausgeglichen, die AT&T für das Scheitern der Übernahme leisten musste. AT&T wollte für die Übernahme von T-Mobile eine Summe von 39 Milliarden Dollar auf den Tisch blättern, scheiterte jedoch am Widerstand der
Wettbewerbshüter.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

so_what

23.03.2012, 04:10 Uhr

"Insgesamt seien zwar 3300 Stellen von den Schließungen betroffen, 1400 würden jedoch in den verbleibenden Call-Centern aufgestockt. „Dies sind keine leichten Schritte, sie sind aber notwendig, um Effizienzvorteile zu schaffen und in Wachstum investieren zu können“, wird Philipp Humm, Chef von T-Mobile USA, in der Mitteilung zitiert."

Ist für diese dann arbeitslos Gewordenen auch eine Auffanggesellschaft wie bei Schlecker angedacht?

Wohl kaum.

Hier stellt sich außerdem die Frage: warum wurde überhaupt ein so großer Apparat aufgezogen, der nun keinen Bestand mehr hat?

Der größte Verschiebebahnhof der Wirtschaft sind heute die Beschäftigten eines Unternehmens, das hoch hinaus will, dann aber sich zurückzieht auf Kosten der Menschen, just for profit over people zum Nutzen von Industriegesellschaften.

Der Turbokapitalismus angloamerkanischer Prägung ist noch immer intakt.
Das ist gelebter Wirtschaftskrieg, nicht nur unter Staaten, sondern auch in Unternehmen gegen die eigenen angeworbenen Beschäftigten, die man quod libet fallen lassen kann.

Fat_Bob_ger

24.03.2012, 17:45 Uhr

so_What
Typisches bla bla...
Soll die TK etwa in der USA sehenden Auges in die Pleite marschieren und dann auch noch in Deutschland Arbeitsplätze abbauen und ein US-Defizit zu finanzieren?!!!
Das Gleiche gilt übrigens für Opel. Man kann auch von GM nicht eine unendliche Subventionierung erwarten.
Wohin eine verfehlte Unternehmenspolitik führt, hat man bei Schlecker mehr als deutlich sehen können. Am Schluss blieb nur die Insolvenz, weil man nicht einmal mehr eine Rechnung von 30 Mio. zahlen konnte und um sich 300 Mio. Kündigungskosten/Abfindungen sparen. Ohne sofortige Insolvenz und darauffolgende Sanierung, wäre die ganze Firma in der Mülltonne gelandet.

Mir ist ein gelebter Wirtschaftskrieg lieber, als ein Versagerstaat wie die DDR, bei der die Menschen an der Grenze um Freiheit betteln und die Funktionäre sich vollfressen ohne in irgendeiner Weise Leistung zu bringen.

Wettbewerb heißt werden und vergehen und wer keine neuen Ideen/Konzepte/Produkte bieten kann, ist schnell weg vom Fenster. Niemand konnte die dt. Kamerahersteller, Motorradhersteller (Ausnahme: BMW) und Schreibmaschinenproduzenten retten. Und wenn unsere Autobahnen nicht so fahrzeugselektiv wären, wären unsere PKW-Exporte auf dem Niveau Großbritanniens. Das Ganze hat natürlich auch seinen Preis.... und an dieser Stelle ist auch die Politik gefragt, um trotz eines harten Wettbewerbes Regeln der Fairness einzuführen und zu überwachen. Im Ergebnis kann aber nicht jede Pleitefirma gerettet werden.

Ich kann niemand seine sozialromantischen Träumereien verbieten, aber ein Blick in die Geschichte zeigt, dass ein gesunder Wettbewerb zur Verdrängung der Schwächeren führt. Auf diesem Gebiet sind die westeuropäischen Staaten noch sehr gut aufgestellt. Diesen Vorteil sollte man nicht ohne Grund aufgeben.

ksbs

25.03.2012, 01:30 Uhr

Ideen-Klau braucht kein Mensch .....HaHaHa....

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×