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05.02.2015

09:29 Uhr

Mobilfunker EE

12,5 Milliarden Pfund für britische Telekom-Tochter

Der Riesendeal in der britischen Mobilfunkbranche ist perfekt. BT übernimmt den größten Anbieter EE für 12,5 Milliarden Pfund. Die Deutsche Telekom wird dadurch größter Aktionär des Telekomkonzerns.

Übernahmeziel: Der britische Telekomkonzern BT kauft den Mobilfunker EE, eine Tochter von Deutscher Telekom und Orange. dpa

Filiale von EE

Übernahmeziel: Der britische Telekomkonzern BT kauft den Mobilfunker EE, eine Tochter von Deutscher Telekom und Orange.

London/BonnDie britische Telekomanbieter BT übernimmt das Mobilfunkunternehmen EE – eine Tochter von Deutscher Telekom und Orange – für 12,5 Milliarden Pfund, umgerechnet 16,74 Milliarden Euro. Das teilten die BT Group sowie die Deutsche Telekom am Donnerstag in London mit. Nach dem Vollzug der Transaktion wird die Deutsche Telekom mit einem Anteil von rund 12 Prozent größter Aktionär von BT, weil sie einen Kaufpreisanteil von 5,1 Milliarden in Aktien erhält.

„Die Transaktion ist weit mehr als die Schaffung des führenden integrierten Mobil- und Festnetzanbieters in der zweitgrößten Volkswirtschaft Europas“, sagte der Vorstandschef der Deutschen Telekom, Tim Höttges. Die Unternehmen schafften die Grundlage für eine enge Zusammenarbeit in der Zukunft. Die Deutsche Telekom darf künftig auch ein Mitglied in den BT-Verwaltungsrat entsenden.

Kleines Mobilfunk-Lexikon

GSM

GSM, kurz für „Global System for Mobile Communication“, war der erste digitale Mobilfunkstandard. In Deutschland wurde er in den 1990er Jahren eingeführt. Heute noch ist GSM in vielen Ländern in Betrieb, auch hierzulande. Dank der guten Versorgung scheint der Standard momentan unverzichtbar.

Edge

Edge, kurz für „Enhanced Data Rates for GSM Evolution“, ist eine Erweiterung des GSM-Standards, die eine Datenübertragung mit bis zu 384 Kilobit/Sekunde erlaubt. Nach heutigen Maßstäben ist das langsam. Dafür steht der Satz „Ich habe nur Edge“, den man etwa auf Bahnreisen oft hört.

UMTS

„Universal Mobile Telecommunications System“ ist der Mobilfunkstandard der dritten Generation. UMTS ist in Deutschland und großen Teilen der Welt verbreitet und ermöglicht schnelle Datenübertragungen. Nutzer in einer Funkzelle müssen sich allerdings die Bandbreite teilen – trotz Erweiterungen beginnen die Netze, zu verstopfen.

HSPA

„High Speed Packet Access“ macht UMTS schneller: Statt Übertragungsraten von 384 Kilobit/Sekunde sind mit HSPA bis 14,4 Megabit/Sekunde möglich, der Upload wird auf bis zu 5,76 Mbit/s beschleunigt.

HSPA+

Und es geht noch schneller: HSPA+ ermöglicht Downloads mit bis zu 21 Megabit/Sekunde. Wenn Netzbetreiber und Endgerät zwei Verbindungen gleichzeitig aufbauen können, wird diese Rate noch einmal verdoppelt.

LTE oder 4G

Der Mobilfunkstandard der vierten Generation heißt LTE, kurz für „Long Term Evolution“. Er beschleunigt die Datenübertragung auf bis zu 100 Megabit pro Sekunde, die Weiterentwicklung Cat4 macht bis 150 Mbit/s möglich. 4G wird oft synonym für LTE benutzt.

EE war bisher größter Mobilfunkanbieter auf der Insel, die British Telecom hatte sich vor mehr als zehn Jahren aus dem Mobilgeschäft verabschiedet, ist aber führend im Festnetz- und Breitbandgeschäft. Mit der Übernahme von EE setzt sich BT an die Spitze des Marktes sowohl für Festnetz- als auch Mobiltelefon.

Der britische Mobilfunkmarkt ist hart umkämpft und steht vor weiteren Konsolidierungsschritten. Auch die britische Mobilfunktochter der spanischen Telefónica, die Marke O2 UK, steht zum Verkauf.

Der Mischkonzern Hutchison Whampoa aus Hongkong verhandelt derzeit mit den Spaniern exklusiv. Demnach soll O2 UK für rund 9,25 Milliarden britische Pfund in bar den Besitzer wechseln. Eine weitere Milliarde Pfund könnte nach Abschluss hinzukommen. Hutchison ist mit dem Anbieter Three bereits auf dem britischen Markt vertreten.

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