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02.02.2011

06:44 Uhr

Mobilfunkgeschäft

Intel will Konkurrenz bei Handy-Chips einholen

VonJoachim Hofer

ExklusivDer US-IT-Konzern Intel hinkt im Mobilfunkgeschäft bislang der Konkurrenz meilenweit hinterher. Das soll sich mit der kürzlich von Infineon gekauften Handysparte nun ändern. Für ihr ambitioniertes Vorhaben greifen die Amerikaner tief in die Tasche.

Intel will das Mobilfunk-Wissen von Infineon nicht nur für Smartphones und Tablet-PCs nutzen. Quelle: DAPD

Intel will das Mobilfunk-Wissen von Infineon nicht nur für Smartphones und Tablet-PCs nutzen.

MÜNCHEN. Die Visitenkarten mit dem blauen Intel-Logo stecken schon in der Jackentasche, der erste große Auftritt für den neuen Arbeitgeber steht übernächste Woche auf der Mobilfunkmesse in Barcelona an. Für Hermann Eul geht es jetzt Schlag auf Schlag: Bis Sonntag war der Manager Vorstand von Infineon, seit Montag führt er den gerade gegründeten Mobilfunkbereich von Intel. Der US-Konzern hat Anfang der Woche die Handysparte des deutschen Halbleiterproduzenten Infineon übernommen. Nun will die Zentrale im Silicon Valley schnell Erfolge sehen.

Intel erwartet Großes von Eul und seinen 3 500 Mitarbeitern, die jetzt auf der Gehaltsliste des weltweit führenden Halbleiterherstellers stehen. Der US-Konzern hinkt bisher im Mobilfunkgeschäft der Konkurrenz meilenweit hinterher. Eul und seine Truppen sollen den Abstand zu Qualcomm, Broadcom und ST Ericsson möglichst rasch schließen. Dazu haben die Amerikaner tief in die Tasche gegriffen und 1,4 Milliarden Dollar bezahlt.

Nun investieren sie noch einmal, jetzt aber in Personal. Rund 200 Mitarbeiter darf Eul in den nächsten Monaten einstellen, viele davon in Deutschland. Der Manager führt die neue Geschäftseinheit "Intel Mobile Communications" von München aus, wo auch ein großer Teil der 1 600 Beschäftigten angesiedelt ist, die für diese Division hierzulande arbeiten. "Das ist ein immenses Bekenntnis von Intel zum Standort Deutschland", sagte Eul im Gespräch mit dem Handelsblatt. Bislang hatte der Chipkonzern lediglich 400 Angestellte in der Bundesrepublik.

Intel dominiert zwar seit Jahren das Geschäft mit Prozessoren für PCs, Notebooks und Netzwerkrechner, die sogenannten Server. Wenn es aber um Smartphones oder die beliebten Tablet-PCs geht, spielt die Firma bislang kaum eine Rolle.

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