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12.06.2013

13:30 Uhr

Mobilfunkkonzern

Vodafone will sich Kabel Deutschland schnappen

Der Mobilfunker Vodafone hat sein Interesse an Kabel Deutschland bestätigt. Seit vergangener Woche liegt wohl ein informelles Übernahmeangebot vor. Ob der Kabelnetzbetreiber den Besitzer wechselt, bleibt unsicher.

Die Nummer zwei der Welt und die Nummer eins von Deutschland könnten ihre Kräfte bald einen. Reuters

Die Nummer zwei der Welt und die Nummer eins von Deutschland könnten ihre Kräfte bald einen.

BangaloreIn der deutschen Telekom-Branche bahnt sich eine Milliarden-Übernahme an: Der Mobilfunkriese Vodafone greift nach Kabel Deutschland. Experten taxieren den Wert des Deals auf zehn Milliarden Euro. Aus der Fusion des Markt-Zweiten Vodafone mit Deutschlands größtem Kabelnetzbetreiber würde auf einen Schlag ein neues Schwergewicht mit superschnellen Datennetzen im Mobilfunk und Festnetz entstehen. Für die Deutsche Telekom wäre die Konstellation ein Alptraum, hätte sie es erstmals in ihrer Geschichte mit einem Konkurrenten auf Augenhöhe zu tun.

Bis dahin ist es jedoch noch ein weiter Weg. Vodafone sprach am Mittwoch in einer offiziellen Mitteilung an die Londoner Börse von einer "vorläufigen Kontaktaufnahme mit Kabel Deutschland bezüglich eines möglichen Übernahmeangebots". Der Kabel-Marktführer aus München bestätigte, einen Vorschlag von Vodafone für ein mögliches Angebot erhalten zu haben. "Es besteht zum jetzigen Zeitpunkt weder Gewissheit darüber, ob ein Angebot tatsächlich abgegeben wird noch was die Bedingungen eines solchen Angebots sein könnten", erklärte Kabel Deutschland.

Die größten Breitband-Anbieter in Deutschland (Q2 2013)

Deutsche Telekom

25 Prozent

1&1

12 Prozent

Vodafone

11,7 Prozent

Unitymedia Kabel BW

8,1 Prozent

O2/Alice

8,6 Prozent

Kabel Deutschland

6,3 Prozent

Sonstige

8,1 Prozent

Bezugsgröße: Kundenzahlen

Quelle: DSLWeb via Statista.de

Die Nachricht trieb die Kabel-Deutschland-Aktie in der Spitze um bis zu 9,5 Prozent in die Höhe auf 81,84 Euro. Damit ist der im MDax gelistete Kabelnetzbetreiber an der Börse gut 7,2 Milliarden Euro wert. Bevor die ersten Spekulationen über ein Kaufinteresse von Vodafone im Februar aufgetaucht waren, waren es nur 5,6 Milliarden. Wie viel Vodafone für Kabel Deutschland zu bieten bereit ist, blieb zunächst unklar.

Die Analysten der Investmentbank MainFirst erklärten, eine Offerte müsse bei 80 Euro je Aktie liegen. Damit müssten die Briten einschließlich der zuletzt 2,8 Milliarden Euro Schulden von Kabel Deutschland fast zehn Milliarden Euro ausgeben.

Die Experten vom Broker Olivetree rechnen auf Basis der durchschnittlichen Übernahmepreise in der Branche in den vergangenen Jahren sogar mit 94 Euro je Titel. Händler Basil Petrides von Hartmann Capital bezeichnete den Vorstoß von Vodafone als "Defensiv-Strategie". Es gelte Rivalen wie Liberty Global zuvorzukommen, dem bereits die anderen beiden großen deutschen Kabelgesellschaften Unitymedia und KabelBW gehören.

Kommentare (5)

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Jens

12.06.2013, 09:22 Uhr

Tja, Kabel Deutschland wollten sich die Briten schon einmal schnappen ... da war Kabel D. noch nicht an der Börse und nur halb so teuer. Was versprechen die sich davon?!

roland.kristek

12.06.2013, 09:46 Uhr

hallo jens monopolstellung ist schon was geiles für den monopolisten und wenn jetzt noch die vg media mit ihrer klage durch kommt, was zu befürchten ist, ist das eine lizenz zum geld drucken.

J.Rosendahl

12.06.2013, 10:42 Uhr

Ich war mehrere Jahre Kunde von Vodafone, nie mehr wieder.
Jetzt bin ich seit mehr als 5 Jahren bei Kabel D mit Telefon und Internet und mehr als zufrieden.Bei Übernahme durch Vodafone würde ich sofort wechseln.

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