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11.06.2016

08:49 Uhr

Mobilfunknetz

Massive Störung bei der Telekom

VonIna Karabasz

Stundenlang war das Netz der Telekom nicht erreichbar. In den Sozialen Netzwerken häuften sich die Kundenklagen. Schuld soll eine Störung in der Datenbank gewesen sein.

Das Mobilfunknetz der Deutschen Telekom ist ausgefallen. dpa

Störung

Das Mobilfunknetz der Deutschen Telekom ist ausgefallen.

Erst war es einer. Um kurz nach ein Uhr nachts fragte eine Twitter-Nutzer „Netz der #Telekom tot?“. Stunden später haben hunderte die gleiche Frage gestellt und beantworten sie damit selber: Ja, das Mobilfunknetz der Deutschen Telekom war ausgefallen. Und zwar offenbar in weiten Teilen Deutschlands. Mittlerweile hat die Telekom erklärt, die Störung sei wieder behoben. Der Konzern hat in Deutschland 40,6 Millionen Mobilfunkkunden. Den ganzen Morgen mehrten sich die Beschwerden nahezu im Sekundentakt auf Twitter.

Die Telekom erklärte, es habe eine Datenbankstörung gegeben, die dazu geführt hatte, dass sich die SIM-Karten der Kunden nicht im Netz registrieren konnten. Die Technik, also Mobilfunktürme und Frequenzen, würde einwandfrei arbeiten. Die Störung betraf auch Kunden, die im Ausland unterwegs waren. Notrufe waren nicht betroffen. Dabei wählt sich das Handy automatisch in ein anderes verfügbares Netz. Warum die Datenbank ausgefallen war, hat der Konzern noch nicht erklärt.

In den Unmut in den Sozialen Medien mischte sich am Morgen viel Sarkasmus. Nachdem die Störung am Vormittag vorbei war, kamen aus Sozialen Netzwerken durchaus auch unterstützende Töne. Technikfehler könnten überall einmal passieren, erklärten Nutzer.

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Ein Netzausfall ist für alle drei deutschen Mobilfunkanbieter ein herber Marketing-Rückschlag. Sie alle werben für sich stark mit der Qualität und Verfügbarkeit des Netzes. Vergangenes Jahr gaben sie gemeinsam 5,1 Milliarden Euro für neue Mobilfunkfrequenzen aus, mit denen sie ihr Netz weiter verbessern wollen.

Bereits im vergangenen Dezember konnten Kunden der Telekom in ganz Deutschland nicht telefonieren, surfen und fernsehen. Ein Server, der für die Authentifizierung beim Zugang zum Internet erforderlich ist, war ausgefallen.

Die Wettbewerber haben ähnliche Probleme: Im März konnten rund 400.000 Kunden von Vodafone nur eingeschränkt telefonieren, surfen oder SMS verschicken. Auch hier war eine Datenbank in Essen ausgefallen. Von der Störung waren auch Kunden von 1&1 betroffen. Der Mobilfunkanbieter bietet Verträge für das Netz von Vodafone an.

Im September fiel das o2-Netz von Telefonica teilweise wegen eines Stromausfalls in einem Rechenzentrum aus. Im August hatte der Kabelanbieters Unitymedia 'Totalausfall aller internetbasierten Dienste' in Nordrhein-Westfalen gemeldet. Die Störung dauerte etwa drei Stunden, knapp drei Millionen Kunden waren betroffen. Grund auch hier 'interner Systemfehler'.

Viel tun können die Kunden in so einem Fall nicht. Zwar hat der Bundesgerichtshof bereits 2013 entschieden, dass Internet-Nutzer grundsätzlich einen Anspruch auf Schadensersatz haben wenn der Anschluss ausfällt, weil es eine zentrale Bedeutung für die Lebensführung habe. (Az.: III ZR 98/12) Allerdings muss dafür der Anbieter auch tatsächlich Schuld an dem Ausfall sein und der Schadenersatz ist in den meisten Fällen vergleichsweise klein. Laut dem Urteil richtet sich dessen Höhe an den Kosten für den Anschluss, die er im Zeitraum der Störung kostet. Vergleichsweise wenig Geld für den Aufwand sich zu beschweren.

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